Heizkörper modernisieren – wann es sich lohnt

Wollen Hausbesitzer ihre alten Heizkörper modernisieren, kann das viele Ursachen haben. Neben einem Defekt spielen dabei oft auch ästhetische Gründe eine wichtige Rolle. Im folgenden Beitrag geben wir einen Überblick darüber, wann man die Heizkörper modernisieren sollte, welche Kosten entstehen und welche Möglichkeiten es überhaupt gibt.

Gründe zum Heizkörper modernisieren

Genau wie jedes andere Bauteil einer Heizungsanlage kommen auch die Heizflächen irgendwann in die Jahre. Sie werden dann nicht mehr richtig warm, verlieren Wasser oder verbrauchen zu viel Energie. Dass man Heizkörper modernisieren sollte, erkennen Hausbesitzer unter anderem an folgenden Kennzeichen:

  • alte Radiatoren sind stark verrostet
  • die Heizflächen sind zu klein für eine neue Heizung
  • eine energetische Sanierung senkt die Heizlast
In den aufgeführten Fällen ist es ratsam, neue Heizflächen zu installieren. Passen die Radiatoren einfach nicht mehr zum Stil der Wohnung, können Hausbesitzer auch eine Heizkörperverkleidung wählen. Das ist kostengünstig und ohne großen baulichen Aufwand umsetzbar. Allerdings geht die Maßnahme in der Regel mit einer sinkenden Heizleistung einher. 
Hausbesitzer denken über das Heizkörper modernisieren nach
© misalukic / Fotolia

Radiatoren sind defekt und verrostet

Der deutlichste Grund dafür, dass Hausbesitzer Heizkörper modernisieren sollten, ist ein sichtbarer Defekt. So können alte Radiatoren bereits so stark korrodiert sein, dass sich das Abschleifen und Streichen kaum noch lohnt. Sind die Heizflächen bereits undicht, können sie sogar die übrige Anlage gefährden. Denn dabei dringt nicht nur Heizungswasser aus, sondern auch Luft ein.

Heizflächen passen nicht zur neuen Heizung

Planen Hausbesitzer den Austausch einer alten Heizungsanlage, haben sie viele Möglichkeiten. Neben dem Standard, der Brennwerttechnik für Gas oder Öl, gibt es zahlreiche Umweltheizsysteme. Beide Arten funktionieren aber nur dann energiesparend, wenn die Anlage mit niedrigen Vorlauftemperaturen auskommt. Vor allem alte Radiatoren sind jedoch recht klein und benötigen daher sehr hohe Temperaturen im Heizsystem. Die Folge: Der Heizkörper wird nicht warm oder die Heizung verursacht zu hohe Heizkosten. Hier lohnt es sich für Hausbesitzer, wenn sie ihre Heizkörper modernisieren.

Heizkörper modernisieren bei der Sanierung

Auch eine energetische Modernisierung kann Anlass zum Austauschen der Heizkörper geben. Denn immer dann, wenn die Qualität der Gebäudehülle zum Beispiel durch eine Dämmung oder neue Fenster steigt, sinkt das Ergebnis der Heizlastberechnung. Alte Heizkörper sind dann überdimensioniert und können durch neue, schickere Modelle getauscht werden. Dämmen Hausbesitzer Heizkörpernischen, kann es auch passieren, dass die alten Radiatoren nicht mehr hineinpassen. Ist das der Fall, gibt es kaum eine andere Möglichkeit, als die Heizkörper modernisieren zu lassen.

Zeitpunkt zum Heizkörper modernisieren

Geht es um den passenden Zeitpunkt, lohnt sich ein Heizkörpertausch am besten im Sommer. Denn außerhalb der Heizsaison sind die Radiatoren ohnehin aus, wodurch Komfort und Technik durch den kurzen Ausfall kaum beeinträchtigt werden.

Ablauf für den Austausch der Heizflächen

Wollen Hausbesitzer die Radiatoren selbst tauschen, ist neben dem richtigen Werkzeug auch ein wenig handwerkliches Geschick nötig. Um Probleme oder Schäden auszuschließen, empfehlen wir daher, die Arbeiten durch einen routinierten Installateur erledigen zu lassen. Im Folgenden geben wir einen Überblick über die wichtigsten Schritte:

  1. Radiatoren absperren, Wasser ablassen und demontieren
  2. Neue Heizkörperanschlüsse am Boden oder der Wand anbringen
  3. Montagekonsolen zum Halten der neuen Radiatoren befestigen
  4. neue Heizkörper anschließen, befüllen und entlüften
Erfolgen die Arbeiten in Eigenregie, kommt es beim Befüllen der Anlage auf das richtige Wasser an. Denn ist dieses zum Beispiel zu hart, kann im Betrieb Kalk ausfallen, der Kessel, Armaturen und Rohrleitungen zusetzt. Maßgabe sind dabei die Vorgaben der Kesselhersteller. Stellt sich dabei heraus, dass das eigene Trinkwasser ungeeignet ist, sorgt eine Enthärtungsanlage unter Umständen für Abhilfe.

Möglichkeiten zum Heizkörper modernisieren

Haben sich Hausbesitzer dazu entschlossen, die alten Heizflächen zu ersetzen, haben sie zahlreiche Möglichkeiten. Neben der Energieeffizienz, die vor allem bei Niedertemperaturheizkörpern (zum Beispiel Heizkörper mit Lüfter) hoch ist, kommt es bei der Auswahl aber auch auf Größe, Wärmeübertragung und Design an. Möglich sind unter anderem:

  • Plattenheizkörper mit profilierter oder planer Oberfläche
  • Glieder, Röhren- oder Designheizkörper
  • Flächenheizsysteme für Wand, Boden oder Decke

Profilierte oder plane Plattenheizkörper

Plattenheizkörper sind heute der Standard, wenn es um das Heizkörper-Modernisieren geht. Sie bestehen aus mindestens einer vom Heizungswasser durchflossenen Platte, die mit sogenannten Konvektionsblechen verbunden sein kann. Ein Vorteil der Heizkörperart ist der hohe Strahlungsanteil. So wärmen sie einen Raum wie die Sonne. Vor allem moderne Heizkörper kommen dabei auch mit niedrigen Vorlauftemperaturen aus und lohnen sich für Brennwert- oder Umweltheizsysteme.

Plattenheizkörper sind in rechteckiger Form mit glatter oder profilierter Oberfläche zu haben und vergleichsweise günstig.

Mit Röhren-Heizkörpern modernisieren

Auch wenn Glieder- oder Röhrenheizkörper aufgrund ihrer speziellen Form oft höhere Vorlauftemperaturen voraussetzen, bieten sie vor allem gestalterisch vielfältige Möglichkeiten. So können die Heizflächen zum Modernisieren aus filigranen Rohren bestehen oder sogar modernen Kunstwerken ähneln. Sie übertragen Wärme in Form von Strahlung und Konvektion (direkt an die Luft) und eignen sich als Badheizkörper zum Beispiel auch zum Trocknen von Handtüchern.

Flächenheizung für Wand, Boden oder Decke

Wollen Hausbesitzer ihre Heizkörper modernisieren, müssen sie sich nicht zwangsläufig für neue Radiatoren entscheiden. So bieten zum Beispiel Flächenheizsysteme wie die Fußbodenheizung eine interessante Alternative. Sie bestehen aus einem Rohrnetz, dass in den Bodenaufbau, die Wand oder die Decke integriert und vom Heizungswasser durchflossen wird. Je nach Temperatur kann die Flächenheizung Wärme dabei abgeben oder sogar aufnehmen. Das heißt, dass sie Räume nicht nur erwärmen, sondern auch kühlen kann.

Heizkörper modernisieren: Kosten und Fördermittel

Die Kosten für einen Heizkörpertausch können sehr unterschiedlich ausfallen. Denn neben dem Preis für die Montage durch einen Heizungsmonteur hängen diese vor allem von der Art und der Größe der neuen Heizflächen ab. Während es Plattenheizkörper dabei schon für rund 70 Euro gibt, schlagen Röhren- oder Badheizkörper je nach Größe mit 100 bis 200 Euro zu Buche. Entscheiden sich Hausbesitzer dagegen für ausgefallene Designheizkörper, sind auch Kosten von mehr als 300 Euro keine Seltenheit. Geht es um eine Fußbodenheizung, kann man überschlägig mit Anschaffungskosten von 40 bis 60 Euro pro Quadratmeter rechnen.

Heizkörpertausch fördern lassen

Was viele nicht wissen ist, dass die Modernisierung der Heizkörper mit Zuschüssen oder günstigen Darlehen gefördert wird. Möglich ist das jedoch nur, wenn Hausbesitzer die bestehende Heizungsanlage optimieren und auch einen hydraulischen Abgleich durchführen. Zu beantragen ist die Förderung bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Dort bietet das Programm KfW-261/262 einen Kredit mit 20 Prozent Tilgungszuschuss unter anderem für die Heizungsoptimierung. Voraussetzung ist, dass die Heizung mindestens zwei Jahre alt ist und es nicht um einen Heizungswechel geht, sondern um die Optimierung. 

Hinweis: In der Vergangenheit gab es den Kredit für die Förderung des Heizkörpertauschs über das KfW-Programm 152. Dieses Programm wurde mit Ablauf des Juni 2021 durch oben genanntes Programm ersetzt.

Eine andere Möglichkeit ist die Zuschuss-Förderung über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Das Modernisieren der Heizkörper zählt zu den Optimierungsmaßnahmen und wird ebenfalls mit bis zu 20 Prozent der förderfähigen Kosten unterstützt (mit iSFP-Bonus sogar bis zu 25 Prozent).

Alternativ dazu gibt es seit Januar 2020 auch einen neuen Steuerbonus für die Sanierung. Wer diesen nutzt, kann 20 Prozent der Sanierungskosten (Maßnahmen an Haus und Heizung sind förderbar) über drei Jahre von der Steuer absetzen. Insgesamt lässt sich die Steuerlast damit um bis zu 40.000 Euro senken.  

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Sind die Radiatoren alt, ineffizient oder kaputt, müssen Hausbesitzer die Heizkörper modernisieren. Während das am besten außerhalb der Heizsaison funktioniert, bieten Fachhandwerker die nötige Unterstützung. Bei der Auswahl neuer Heizflächen stehen Hausbesitzer heute einer großen Produktvielfalt gegenüber. 
Beratung durch Ihren Heizungsinstallateur vor Ort

Sie benötigen eine individuelle Beratung oder ein Angebot für Ihre neue Heizung?

news-icon
Neueste Artikel
news-icon
Artikelbewertung