Heizen ohne Strom - Möglichkeiten im Überblick

Wer in den eigenen vier Wänden für angenehme Wärme sorgen will, ist in vielen Fällen auf Strom angewiesen. Schließlich wird ein Großteil der Heizanlagen mit Strom betrieben. Allerdings gibt es inzwischen auch einige Alternativen, die gänzlich ohne Energie aus dem Netz auskommen. Hierdurch lassen sich Heizkosten einsparen und die Umwelt entlasten. Erfahren Sie, welche Möglichkeiten es zum Heizen ohne Strom gibt.

Gründe für das Heizen ohne Strom

Angesichts der Überlastung der Netze sind Stromausfälle längst keine Seltenheit mehr. Vor allem im Winter kann sich dies angesichts frostiger Temperaturen als sehr ärgerlich erweisen. Hiervon betroffen sind nicht selten sogar Holzheizungen, zumal auch eine Heizungspumpe Strom benötigt. Gerade in Altbauwohnungen wird es schnell kalt. Erschwerend kommt hinzu, dass Küche, Bad und gar das Schlafzimmer in alten Bestandsgebäuden oft nicht mit einer Heizung ausgestattet sind. Dies ist nicht nur ungemütlich, sondern erhöht auch Feuchtigkeit und damit die Gefahr für Schimmel in der Wohnung. In solchen Fällen ist es wichtig und ratsam, das Heizen auch ohne Strom gewährleisten zu können. Sinnvoll sind stromlose Wärmequellen aber auch als Terrassenheizung oder dann, wenn Sie im Garten- oder Ferienhaus heizen möchten. Im Folgenden stellen wir Ihnen verschiedene stromlose Heizungen vor.

Heizen ohne Strom ist auch mit einem alten Kaminofen möglich
© Jfspic / fotolia

Umweltfreundliche Heizgeräte und -öfen

Heizen ohne Strom wird mittels mobiler Heizgeräte möglich. Diese sind äußerst kompakt und lassen sich leicht transportieren, etwa von einem Zimmer in das andere. Die Zusatz- und Übergangsheizung ist ideal für Räume ab 30 Quadratmeter. So können sie optimal Zimmer in der Wohnung, eine Garage, eine Terrasse, eine Werkstatt oder ein Gartenhaus heizen. Die Geräte sind zum Beispiel als Gasofen erhältlich und verfügen über einen herausnehmbaren Brennstofftank und eine elektrische Batteriezündung. Auch ein Piezozünder ist dabei häufig im Einsatz. Als Brennstoff dient je nach Bauart Flüssiggas oder entaromatisiertes Petroleum, welches sparsam zum Einsatz kommt. 

Einige Modelle verfügen über einen CO2-Sensor mit Warnsignal, das der dauerhaften Überwachung der Raumtemperatur dient. Der Edelstahlbrenner arbeitet ferner sicher, rußfrei und mitunter geruchsneutral. Für ein Heizen ohne Strom mittels Heizgerät ist lediglich wichtig, für gut belüftete Räume zu sorgen. Regelmäßiges Stoßlüften sorgt hier für den nötigen Luftwechsel. 

Kachelöfen setzen auf Holz

Geht es um das Heizen ohne Strom, stellt das Naturprodukt Holz immer eine wertvolle Lösung dar. Genügend Brennholz vorausgesetzt, können Sie Ihre Wunschtemperatur mit einem Schwedenofen, einem Kachelofen oder Gussofen problemlos über längere Zeiträume halten. Neben der Unabhängigkeit vom Strom punktet ein solcher Kaminofen auch durch eine schnelle Wärmebereitstellung. Nicht zuletzt stellt die angenehme Strahlungswärme sicher, dass die Luft weniger trocknet, als es etwa bei Konvektionswärme der Fall ist.

Anstatt kalte Luft von unten anzuziehen und oben wieder erwärmt abzugeben, wie es moderne Heizkörper machen, strahlt die Wärme des Ofens Möbelstücke und Wände direkt an. Die Wärme wird so insgesamt als angenehm empfunden und verursacht ferner keine Staubverwirbelungen. Noch unabhängiger vom Brennstoff machen Sie sich mit einer "Küchenhexe" oder einem Zentralheizungsherd, wie sie noch ältere Generationen im Einsatz hatten. Heizen ohne Strom können Sie hierbei nicht nur mit Holz, sondern ebenso mit Braunkohlebriketts. Pappe oder Papier haben im Ofen hingegen nichts verloren. 

Terrakotta-Ofen sorgt für Wärme mit Kerzenlicht

Eine neuartige Idee, um ein Heizen ohne Strom sicherstellen zu können, hört auf dem Namen "Egloo", eine Tontopf-Heizung. Konkret handelt es sich hierbei um eine Kuppel mit der Grundfläche eines Frühstückstellers. Damit das Heizen ohne Strom auch wirklich funktioniert, sorgen vier darin angebrachte Kerzen für die erforderliche Wärmestrahlung. Seinen Namen verdankt der Egloo seiner äußeren Erscheinung, die an das traditionelle Eishaus der Inuit erinnert.

Im Inneren der Kuppel brennen die Teelichter unter einer Art Grillrost, auf dem zwei Kuppeln sitzen. Die Versorgung mit frischem Sauerstoff wird anhand kleiner Lüftungsschächte an der Seite des Egloos sichergestellt. Die von den vier Kerzen ausgehende Wärme erhitzt die beiden Kuppeln, welche unter der größeren Außenkuppel dieses Terrakotta-Ofens sitzen. Selbst wenn die Kerzen erloschen sind, bleibt die Wärme in dieser inneren Kuppel gespeichert. Heizen ohne Strom können Sie auf diese Weise Räumlichkeiten von 20 Quadratmeter für bis zu fünf Stunden. Die Heizleistung ist in der Regel jedoch stark begrenzt. 

Heizung.de Autor Philipp Hermann
Fazit von Philipp Hermann
Heizen können Sie auch ohne Strom: Dies ist gerade dann sinnvoll, wenn es zu einem Stromausfall kommt. Zudem machen Sie sich ein wenig unabhängig von diesem teuren Energieträger, wodurch Sie Ihren Geldbeutel schonen. Möglich ist ein Heizen ohne Strom etwa mittels Holzofen, mobilen Heizgeräten und innovativen Erfindungen wie dem Terrakotta-Ofen. Ganz nebenbei tragen Sie dabei zumeist zu einer Verbesserung der Ökobilanz bei.
Beratung durch Ihren Heizungsinstallateur vor Ort

Sie benötigen eine individuelle Beratung oder ein Angebot für Ihre neue Heizung?

news-icon
Neueste Artikel
news-icon
Artikelbewertung