Heizen außerhalb der Heizperiode: rechtliche Fragen zusammengefasst

Von wann bis wann gilt die Heizperiode? Was passiert, wenn es außerhalb dieser Zeit kalt wird? Müssen Hausbewohner frieren oder haben sie ganzjährig ein Recht auf Heizwärme? In den folgenden Abschnitten finden Sie die häufigsten Fragen mit den dazu gehörenden Antworten.

Die Themen im Überblick:

Die Dauer der Heizperiode

Anders als von vielen Endverbrauchern angenommen gibt es keine gesetzlich festgelegte Heizperiode. Entscheidend ist die vertragliche Vereinbarung zwischen Mieter und Vermieter (Stand: Juni 2017). Ist eine entsprechende Vereinbarung nicht im Vertrag enthalten, wird die übliche Zeitspanne vom 1. Oktober bis zum 30. April als Heizperiode angesehen. In einigen Fällen kann sich der Zeitraum auch auf den 15. September bis 15. Mai ausdehnen.

Pflichten des Vermieters während der „üblichen“ Heizperiode

Während der üblichen Heizperiode sind Vermieter gesetzlich verpflichtet, genügend Heizleistung bereitzustellen, um Wohnräume auf Mindesttemperaturen zu halten. Diese unterscheiden sich von Raum zu Raum sowie von Bundesland zu Bundesland und betragen:

  • im Wohn,- Schlafzimmer und in der Küche: circa 20 Grad Celsius
  • in dem Badezimmer und dem Duschraum: circa 22 Grad Celsius
  • im Flur, Wohnhauseingang: circa 15 Grad Celsius

Ein Mann schaut nach rechtlichen Fragen zur Heizperiode

Die Heizleistung muss von 6 Uhr morgens bis mindestens 23 Uhr abends jederzeit abrufbar sein. Sieht der Mietvertrag eine kürzere Zeitspanne vor, ist er unzulässig. Werden die Mindesttemperaturen nicht erreicht, liegt ein Mangel vor und ist ein Grund zur Mietminderung. Experten raten jedoch dringend davon ab, die Miete selbst zu kürzen. Stattdessen soll der Vermieter zunächst darüber informiert werden.

Ausnahme Nachtzeit

Die Vermieter sind aber nicht verpflichtet, die Räume rund um die Uhr auf Mindesttemperaturen zu beheizen. Zur Nachtzeit zwischen 23 bzw. 24 Uhr und 6 Uhr morgens dürfen die Raumtemperaturen diese Richtwerte um bis zu drei Grad unterschreiten.

Pflichten des Vermieters außerhalb der „üblichen“ Heizperiode

Es kommt nicht selten vor, dass die Außentemperaturen noch bis in den Mai einstellig bleiben – wenn auch nur temporär. Für den Fall müssen Mieter keine Komforteinbuße oder gar gesundheitsgefährdende Umstände ertragen. Denn der Gesetzgeber sieht vor, dass die Beheizung der Wohnung in solchen Fällen gewährleistet sein muss. Konkret muss der Vermieter die Heizung unmittelbar in Betrieb nehmen, wenn es absehbar ist, dass die Zimmertemperaturen in den folgenden zwei bis drei Tagen unter 16 Grad Celsius sinken werden.

In einer Entscheidung des Amtsgerichts Uelzen wurden anstelle von Zimmer, Außentemperaturen als Indikator genutzt. Demnach muss der Vermieter die Heizung einschalten, wenn die Außentemperaturen an drei hintereinander folgenden Tagen unter zwölf Grad Celsius liegen.

Gewährleistung für Warmwasserbereitung

Wird das Warmwasser nicht elektrisch über einen Durchlauferhitzer, sondern über die Heizungsanlage bereitet, darf der Vermieter letztere auch nicht außerhalb der Heizperiode komplett abschalten. Schließlich gehört Warmwasser zu den Grundvoraussetzungen für eine mängelfreie Wohnung. Vor allem in großen Wohngebäuden muss das Warmwasser eine Mindesttemperatur von 40 bis 50 Grad Celsius besitzen, um gesundheitsgefährdende Keimbildung zu verhindern. Ist dies nicht der Fall, ist es laut Deutschem Mieterbund ein Wohnungsmangel, der vom Vermieter beseitigt werden muss.

Besteht eine Heizpflicht für Mieter?

Eine Heizpflicht für Mieter gibt es nicht, jedoch ist er dazu gehalten, Kälteschäden zu vermeiden. Konkret bedeutet dies, dass er Mieter in seiner Abwesenheit dafür sorgen muss, dass keine Frostschäden an der Heizung entstehen können.

Minh Duc Nguyen

Fazit von Minh Duc Nguyen

Auch außerhalb der üblichen Heizperiode wird die Heizung manchmal benötigt. Spätestens dann, wenn die Temperaturen innerhalb und außerhalb des Hauses unter die Mindestgrenze sinken. Hierzu sind Vermieter verpflichtet, die Heizleistung weiterhin zu gewährleisten, um eventuelle gesundheitsgefährdende Umstände zu vermeiden.

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