Hallenheizung: Systeme im Vergleich 

Eine Hallenheizung sorgt schnell und punktgenau für angenehme Wärme. Besonders sparsam funktioniert das, indem sie nur Aufenthalts- und Arbeitsbereiche auf die vorgeschriebenen Temperaturen bringt. In der Praxis kommen dazu verschiedene Systeme infrage: Angefangen von der Luftheizung, über einfache Heizkanonen bis hin zu zentralen oder dezentralen Strahlungsheizungen. Wir vergleichen die verschiedenen Lösungen und erklären, wann welche Hallenheizung geeignet ist.   

Besondere Anforderungen an die Heizung für eine Halle 

Auch wenn sich die Nutzung von Lager-, Fabrik- und Werkstatthallen unterscheidet, haben alle einige Gemeinsamkeiten. Sie verfügen über eine große Grundfläche und ein hohes Luftvolumen. Außerdem lassen sich die Bereiche, in denen Wärme erforderlich ist, meist genau definieren. Um keine Energie zu verschwenden, muss eine Hallenheizung daher nur einzelne, genau definierte Zonen auf höhere Temperaturen bringen. Bei unterschiedlichen Nutzungszeiten sollte sie dabei schnell und ohne große Verzögerung arbeiten.

Temperaturen hängen von Arbeitsplatz und Tätigkeit ab

Im Vergleich zu konventionellen Heizungsanlagen stellen Hallenheizer meist eine niedrigere Temperatur zur Verfügung. Wie hoch diese ist, hängt vom Arbeitsplatz und der Tätigkeit ab. Leichte Arbeiten im Sitzen erfordern dabei eine Lufttemperatur von 20 Grad Celsius. Bei schweren Arbeiten im Stehen oder im Gehen genügen hingegen 12 Grad Celsius, wie die folgende Tabelle zeigt.

Körperhaltung Leichte Tätigkeit Mittelschwere Tätigkeit Schwere Tätigkeit
Sitzen + 20 °C + 19 °C ---
Stehen oder Gehen + 19 °C + 17 °C + 12 °C

Quelle: Technische Regeln für Arbeitsstätten (ASR 3.5; Tabelle 1) 

Hallenheizung: Verschiedene Arten im Vergleich

Möchten Sie eine Halle heizen, stehen Ihnen verschiedenste Systeme zur Verfügung. Am einfachsten sind mobile Heizkanonen, Heizregister oder Werkstattöfen, die den gesamten Aufstellraum mit Wärme versorgen. Darüber hinaus gibt es auch zentrale oder dezentrale Strahlungsheizungen, die ihre Vorteile vor allem in größeren Räumen ausspielen.

Werkstattofen: Holzheizung für Scheite oder Pellets

Der Werkstattofen ist eine klassische Hallenheizung für Holz. Er steht im zu beheizenden Bereich und versorgt diesen mit wohliger Wärme. Die Öfen erwärmen dabei vor allem die Luft, die sich mit höheren Temperaturen unter der Hallendecke sammelt. Um das zu verhindern, können Sie die Warmluft mit einfachen Ventilatoren in der gesamten Halle verteilen.

Heizkanone: Mobile Hallenheizung für Öl oder Gas

Heizkanonen verbrennen Heizöl oder Flüssiggas, um die Luft in der Halle zu erwärmen. Auch wenn sie diese gerichtet in den Aufstellraum einblasen, kommt es genau wie bei den Öfen zu einem Wärmestau unter der Dachfläche. Ein weiterer Nachteil: Viele Heizkanonen blasen die Abgase der Verbrennung frei in den Raum ein. Sie verbrauchen viel Sauerstoff, riechen teilweise nach Öl und sind daher nur für gut belüftete Räume geeignet. Eine Alternative stellen leistungsstarke Hallenheizungen mit Abgasanschluss dar. Diese leiten die Abgase zuverlässig nach draußen, um die Raumluft nicht übermäßig stark zu belasten.

Hallenheizung für Arbeitsbereiche einer Lagerhalle
© Quality Stock Arts / Shutterstock.com

Heizregister: Warmluftheizung für Hallen und Werkstätten

Heizregister bestehen aus einem Wärmeübertrager und einem Ventilator, der Luft aus dem Raum durch das Gerät bläst. Während das passiert, erhitzt der Wärmeübertrager die Luftmassen, die dann mit höheren Temperaturen in die Halle einströmen. Die Hallenheizung arbeitet dabei elektrisch, direkt mit Gas befeuert oder mit dem Heizungswasser einer zentralen Heizungsanlage. Geht es um die Kosten im laufenden Betrieb, ist Letzteres zu empfehlen.

Strahlungsheizung zum Anschluss an die Zentralheizung

Strahlungsheizungen bringen Wärme gleichmäßig in den Raum ein, ohne die Luft dabei zu erwärmen. Sie sorgen somit auch bei geringeren Umgebungstemperaturen für eine hohe Behaglichkeit und helfen, Kosten zu sparen. Zur Verfügung stehen dabei:

  • Industriefußbodenheizungen: Das System besteht aus Heizleitungen im Bodenaufbau, die Wärme an den darüberliegenden Raum abstrahlen. Die Hallenheizung ist sehr träge, dafür aber punktuell einsetzbar.
  • Deckenstrahlplatten: Dieses System besteht aus Strahlungsplatten unter der Decke. Strömt warmes Heizungswasser durch Leitungen auf deren Rückseite, strahlen die Platten Wärme zielgerichtet von oben nach unten ab. Sie reagieren schnell und arbeiten punktgenau.

Ein besonderer Vorteil: Zentrale Fußboden- und Deckensysteme zur Hallenheizung lassen sich im Sommer auch zum Kühlen nutzen.

Dezentrale Hell- und Dunkelstrahler als Hallenheizung

Dezentrale Strahlungsheizer verbrennen in der Regel Erd- oder Flüssiggas. Sie befinden sich unter der Decke und strahlen Wärme zielgerichtet in die Halle ein. Geht es um die Funktionsweise, stehen Ihnen dabei folgende Systeme zur Auswahl:

  • Hellstrahler: Diese Hallenheizer verbrennen Gas offen an einem Flächenbrenner. Die gelb bis orange glühende Oberfläche ist sehr heiß und strahlt Wärme intensiv über weite Entfernungen in den Raum ein. Die Abgase verbleiben in der Regel ebenfalls im Raum.
  • Dunkelstrahler: Die Geräte bestehen üblicherweise aus einem Gasbrenner, der Abgase durch ein U-Rohr leitet. Dieses erhitzt sich und gibt Strahlungswärme zielgerichtet an die Halle ab. Die Abgase strömen dabei über das Dach nach draußen.

Genau wie Strahlungsheizungen für zentrale Heizsysteme arbeiten hell und dunkel strahlende Hallenheizungen sparsam und effizient. Die Anschaffungskosten sind dafür etwas geringer.

Für jeden Einsatzbereich die passende Hallenheizung 

Es gibt viele Möglichkeiten, eine Halle zu heizen. Grundsätzlich sollte dabei eine Entscheidung zwischen einem System mit Strahlung oder Konvektion fallen. Erstere hat dabei zahlreiche Vorteile. So erwärmt sie gezielte Bereiche, ohne die Luft in der Halle aufzuheizen. Das erfordert weniger Energie, reduziert die Verluste und sorgt so für niedrige Heizkosten. Konvektionsheizungen wie Heizkanonen oder Heizregister reagieren dafür deutlich schneller. Die folgende Übersicht zeigt typische Einsatzgebiete und Systeme, die dabei infrage kommen.

Einsatzgebiet Hallenheizung
Hobbywerkstatt mit gelegentlicher Nutzung Heizkanone, Werkstattofen, Heizregister
Werkstatt in kleiner Halle Werkstattofen, Heizregister
Große Hallen mit geringer Höhe Dunkelstrahler und Deckenstrahlplatten für die Zentralheizung (Kombination mit Fußbodenheizung möglich)
Große und hohe HallenHellstrahler und Deckenstrahlplatten für die Zentralheizung (Kombination mit Fußbodenheizung möglich)
Hallen mit explosionsgeschützten BereichenDeckenstrahlplatten für die Zentralheizung und/ oder Fußbodenheizung

Die Angaben in der Tabelle verstehen sich als Richtwerte. Welche Hallenheizung im konkreten Fall am besten geeignet ist, hängt von vielen Faktoren ab. Fachplaner und erfahrene Heizungsbauer helfen, das richtige System für Ihren Einsatzfall zu finden.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Eine Hallenheizung muss oft schnell, punktgenau und besonders effizient sein. Während Heizkanonen und Heizregister schnell für hohe Temperaturen sorgen, beheizen Deckenstrahlsysteme die Halle nur punktuell. Sie sorgen für warme Arbeitsbereiche und sparen gleichzeitig Energie sowie Kosten. Welcher Hallenheizer am besten geeignet ist, hängt dabei von den örtlichen Gegebenheiten ab.
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