Fußbodenheizung fräsen: Voraussetzungen und Preise

Wer im Altbau eine Flächenheizung verlegen möchte, hat verschiedenste Systeme zur Auswahl. Während die klassische Nassverlegung unter dem Estrich mit viel Arbeit verbunden ist, reicht die Aufbauhöhe für Dünnschichtsysteme nicht immer aus. Eine Fußbodenheizung fräsen, heißt dann die Alternative. Dabei schlitzen Fachhandwerker Kanäle in den Fertigfußboden, um die Heizungsrohre darin zu verlegen. Wir erklären, wie das funktioniert und wie viel die Fußbodenheizung zum Einfräsen kostet. 

Aufbau und Funktionsweise der Flächenheizung

Die Fußbodenheizung zum Einfräsen lässt sich direkt in den bestehenden Estrich integrieren. Dazu legen Fachhandwerker wasserführende Rohre in eigens dafür gefräste Kanäle. Anschließend sichern sie die Leitungen im Boden, bevor sie die Schlitze mit einer speziellen Ausgleichsmasse verschließen. Die Heizungsrohre sind über einen oder mehrere Verteiler mit der Heizungsanlage verbunden. Nimmt diese den Betrieb auf, leitet sie heißes Heizungswasser durch das System. Die Wärme geht zunächst an den Boden und vergleichsweise schnell auch an den darüber liegenden Raum über.

Fußbodenheizung fräsen und Boden dämmen

Mit einer Dämmebene unter der Flächenheizung geht weniger Wärme verloren. Die Dämmstoffe sitzen dabei zum Beispiel an der Decke des Kellers und sorgen für sinkende Heizkosten. Da die sogenannte Kellerdeckendämmung einfach und günstig ist, lohnt sie sich immer dann, wenn Sie die Kellerräume nicht beheizen.

Saubere Installation im bewohnten Zustand

Das Aufschlitzen der Oberböden ist mit viel Staub verbunden. Um zu verhindern, dass dieser in den Raum eintritt, sind die Fräsmaschinen mit leistungsstarken Industriestaubsaugern ausgestattet. Diese saugen den Staub an Ort und Stelle auf und verhindern, dass viel Schmutz in den Wohnbereich eindringt. Möglich ist die Installation dadurch auch im bewohnten Zustand.

Kanäle einer Fußbodenheizung fräsen
© MyImages – Micha / Shutterstock.com

In wenigen Tagen zu mehr Wohnkomfort

Lassen Sie eine Fußbodenheizung fräsen, steigt der Wohnkomfort in den eigenen vier Wänden deutlich an. Das Besondere daran: Im Vergleich zu konventionellen Systemen sind die Arbeiten hier bereits nach wenigen Tagen abgeschlossen. Etwa 100 Quadratmeter Fläche lassen sich an einem Arbeitstag fräsen, mit Leitungen belegen und fachgerecht abdichten. Größere Bauarbeiten bleiben aus und sie können die betroffenen Zimmer schnell wieder nutzen.

Kurze Reaktionszeiten der Flächenheizung

Wenn Fachhandwerker die Fußbodenheizung in den Estrich fräsen, liegen die Heizungsrohre dicht unter dem Bodenbelag. Die Wärme hat einen kurzen Weg und kommt sehr schnell in den gewünschten Räumen an. Bei konventionellen Systemen erwärmt sie hingegen erst den dicken Estrich und ist dadurch sehr träge.

Fußbodenheizung fräsen: Die Voraussetzungen

Um die Kanäle einfräsen zu können, ist eine tragende Schicht von mindestens vier Zentimetern Stärke erforderlich. Mit Ausnahme von Beton und Gussasphalt kommen dafür nahezu alle Estricharten zum Einsatz. Selbst in Trockenestrichplatten lässt sich die Fußbodenheizung fräsen, wenn diese mindestens 20 Millimeter stark sind.

Bodenbelag entfernen oder liegen lassen?

Beläge wie Teppich, Laminat oder Vinyl sind zu entfernen, bevor Fachhandwerker die Fußbodenheizung einfräsen. Fliesen oder Steinzeug kann hingegen teilweise liegen bleiben. Wichtig ist dabei, dass die Oberböden tragfähig und intakt sind. Ob das der Fall ist, prüft ein Experte vor der Verlegung.

Durchbrüche erstellen und Wege freiräumen

Um Kosten zu sparen und die Arbeiten zu beschleunigen, ist es ratsam, Nebenarbeiten in Eigenregie durchzuführen. Dazu gehört unter anderem das Anlegen von Durchbrüchen in Decken und Wänden. Diese sind erforderlich, um die Leitungen vom zu beheizenden Raum zum Verteiler und von diesem zur Heizungsanlage zu führen. Fachhandwerker helfen, diese fachgerecht zu planen und zu positionieren.

Vor- und Nachteile: Lohnt sich die Flächenheizung?

Wer die Fußbodenheizung nachträglich einfräsen lässt, sorgt schnell und sauber für mehr Wohnkomfort. Das Heizsystem reagiert ohne große Verzögerung und benötigt keine zusätzliche Aufbauhöhe. Fast alle Estricharten kommen zum Einsatz und teilweise müssen Sie nicht einmal Fließen oder Natursteinbeläge entfernen. Nachteilig ist jedoch, dass die Heizsysteme weniger Energie im Boden speichern. Außerdem geht Wärme nach unten verloren, wenn keine ausreichende Dämmung vorhanden ist. Die Tabelle zeigt die wichtigsten Vor- und Nachteile im Überblick:

Vorteile Nachteile
schnelle und saubere Montage geringe Speicherfähigkeit des Bodens
reaktionsfreudig und komfortabel ohne Dämmung geht Wärme verloren
keine zusätzliche Aufbauhöhe

Ob es sich lohnt, die Fußbodenheizung nachträglich einfräsen zu lassen? Eine Antwort auf diese Frage ist pauschal nicht möglich. Zu unterschiedlich sind die örtlichen Gegebenheiten. Ist eine ausreichende Dämmung vorhanden, profitieren Sie mit diesem System allerdings schnell und effizient von mehr Komfort. 

Fußbodenheizung fräsen: Diese Kosten entstehen

Abhängig vom Verlegeabstand der Heizungsrohre liegen die Preise zwischen 25 und 90 Euro pro Quadratmeter. Darin inbegriffen sind die Kosten für das Fräsen, die Leitungen und deren Verlegung. Für Durchbrüche und den Anschluss an die eigene Heizung fallen teilweise zusätzliche Kosten an. Diese hängen von den örtlichen Gegebenheiten ab und liegen zwischen 250 und 1.500 Euro. Eine genaue Auskunft erhalten Sie hier von einem Fachhandwerker aus Ihrer Region.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Die Fußbodenheizung zum Fräsen lässt sich schnell und ohne viel Schmutz installieren. Sie ist besonders für Altbauten geeignet, setzt aber eine entsprechende Dämmung voraus. Ohne diese geht viel Wärme verloren und die Heizkosten steigen. Wer alle Voraussetzungen erfüllt, profitiert allerdings von vielen Vorteilen.
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