Fußbodenheizung: Die richtige Temperatur wählen  

Um für die Fußbodenheizung die richtige Temperatur wählen zu können, ist wichtig zu wissen, wie und wo diese Flächenheizung entsprechend eingestellt wird. Eine optimale Temperatur verhilft nämlich nicht nur zu einer angenehmen Wärme in den Räumen, sondern kann auch dabei helfen, Energie einzusparen. Doch worauf ist dabei zu achten? Welche Rolle spielen die Bodenbeläge oder gar die Inneneinrichtung? Und kann die Fußbodenheizung auch mal zu heiß werden? 

Grundprinzip: Wie gibt die Fußbodenheizung die richtige Temperatur ab?

Größter Vorteil und Pluspunkt der Fußbodenheizung sind die angenehme Wärme, die sie verströmt. Denn anders als konventionelle Heizkörper erfolgt die Wärmeabgabe hier nicht über die vorbei strömende Luft (Konvektion), sondern als sogenannte Strahlungswärme. Das heißt, neben der Raumluft werden auch alle sich im Raum befindlichen Objekte und Körper erwärmt. Dies wird als sehr angenehm empfunden. Bei der Konvektion entsteht häufig das Gefühl von Zugluft. Die erwärmte Luft bewegt sich und damit kommt es auch zur Staubaufwirbelung. Die richtig eingestellte Temperatur der Fußbodenheizung verteilt sich hingegen viel gleichmäßiger und wird damit als wesentlich angenehmer empfunden. 

Mittels Thermostat lässt sich an einer Fußbodenheizung die gewünschte Temperatur einstellen.
© Daisy Daisy / Shutterstock.com

Wie stellen Sie bei der Fußbodenheizung die richtige Temperatur ein?

Grundsätzlich legen Sie für eine Fußbodenheizung die entsprechende Temperatur über ein Thermostat beziehungsweise Raumthermostat fest. Sie bestimmen auf diese Weise die Wärmeabgabe für einen Raum oder einen Bereich im Haus.

Stellen Sie die Temperatur an der Fußbodenheizung ein und weicht diese von der aktuellen Raumtemperatur ab, nimmt der Temperaturfühler die Differenz wahr. Es erfolgt ein elektrisches Signal an den sogenannten Stellbetrieb der Heizung. Darüber wird ein Ventil im Heizkreisverteiler entsprechend betätigt. Auf diese Weise wird die Durchflussmenge des Heizwassers reguliert und somit die Temperatur der Fußbodenheizung angepasst.

An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass eine Fußbodenheizung aus mehreren Heizkreisen jeweils mit Vor- und Rücklauf bestehen kann. Diese können individuell über die Stellantriebe und Ventile eingestellt werden. 

Fußbodenheizung Temperatur einstellen: Abkühl- und Aufwärmphasen berücksichtigen

Häufig ist von der Trägheit der Fußbodenheizung die Rede. Dabei reagiert das Heizsystem selbst sehr schnell auf Temperaturschwankungen. Der Aufbau selbst, zum Beispiel im Nasssystem mit Fließestrich, bedingt die Verzögerungen. Um die individuelle und optimale Temperatur an der Fußbodenheizung einstellen zu können, sollten die Besonderheiten der sogenannten Aufwärm- und Abkühlphase berücksichtigt werden. In der Regel bedeutet dies, dass eine Fußbodenheizung etwa drei Stunden benötigt, um die gewünschte Raumtemperatur zu erreichen. Das Abkühlen benötigt in etwa zwei bis drei Stunden. Dementsprechend sollte die Flächenheizung eingestellt werden. 

Die Vorlauftemperatur berücksichtigen

Geht es darum, die Temperatur der Fußbodenheizung richtig festzulegen, sollte die sogenannte Vorlauftemperatur mit einbezogen werden. Sie beschreibt die Temperatur des Heizwassers vom Heizkessel zur Fußbodenheizung. Die Vorlauftemperatur ist von der Außentemperatur abhängig. Sie muss an den Wärmebedarf angepasst werden. Ist es draußen also kühler, muss die Vorlauftemperatur der Fußbodenheizung höher eingestellt werden. Gibt es einen Außenfühler, handelt es sich um eine witterungsgeführte Regelung, bei der diese Anpassung automatisch erfolgt.

Die Heizkurve bildet dieses Verhältnis von Außen- und Vorlauftemperatur ab. Um diese entsprechend einzustellen, gibt es jedoch keine einheitliche Faustregel. Denn sie sollte individuell festgelegt werden, da der Wärmebedarf von vielerlei Faktoren abhängt.

Grundsätzlich sollte der Vorlauf aber nicht die Marke von etwa 55 Grad Celsius übersteigen. Dies könnte sich nicht nur unangenehm auf die Behaglichkeit im Raum auswirken, sondern unter Umständen auch die verwendeten Materialien beschädigen. 

Die richtige Oberflächentemperatur für die Fußbodenheizung festlegen

Damit es nicht zu heiß an den Füßen wird, ist bei der Fußbodenheizung die Temperatur so einzustellen, dass die Oberflächentemperatur nicht mehr als neun Grad Celsius über der Raumtemperatur liegt. In Randzonen wie zum Beispiel unter den Fenstern kann diese unter Umständen auch 15 Grad Celsius mehr betragen.

Ein bedeutender Einflussfaktor ist hierbei der Bodenbelag selbst und dessen Beschaffenheit. Grundsätzlich ist darauf zu achten, dass die Materialien für den Einsatz geeignet sind. Je nach Wärmedurchlasswiderstand ist die Vorlauftemperatur dann einzustellen.

Im Folgenden finden Sie zahlreiche Informationen zu den entsprechenden Bodenbelägen für die Fußbodenheizung:

Im Übrigen können zusätzlich ausgelegte Teppiche oder sehr große Möbelstücke das Aufheizen verlängern. Deshalb ist hier im Vorfeld eine genaue Planung erfolgen. Wenn Möbelstücke oder andere Gegenstände dann einmal umgestellt werden sollen, ist die Fußbodenheizung zu berücksichtigen.

Ähnlich problematisch kann es mit großen Zimmerpflanzen sein. Diese sollte im besten Falle nicht direkt auf dem Fußboden platziert werden. Da sonst der Wurzelballen zu schnell austrocknet. 

Fußbodenheizung: Die Temperatur entsprechend der Raumnutzung wählen 

Nicht überall im Haus oder in der Wohnung muss es gleich warm sein. Die Temperatur für die Fußbodenheizung sollte so gewählt werden, dass Sie sich wohlfühlen und gleichzeitig nicht unnötig heizen. In der Regel halten sich die Bewohner im Wohnzimmer wesentlich länger als im Bad oder in der Küche auf.

Folgende Empfehlungen können berücksichtigt werden:

  • Schlafzimmer – 16 bis 18 Grad Celsius
  • Küche – 18 Grad Celsius
  • Wohn- und Arbeitszimmer – 20 bis 22 Grad Celsius
  • Kinderzimmer und Bad – 22 bis 24 Grad Celsius

heizung.de Redakteurin Jeannette Kunde

Fazit von Jeannette Kunde

Um für die Fußbodenheizung die optimale Temperatur festzulegen, sind einige Aspekte zu berücksichtigen. Neben der von der Außentemperatur abhängigen Vorlauftemperatur spielt ebenso die Oberflächentemperatur und der damit einhergehende Wärmedurchlasswiderstand der verschiedenen Bodenbeläge eine Rolle. Daneben entscheiden die Eigenschaften des Gebäudes ebenso wie das individuelle Wärmebedürfnis, wie hoch die Temperatur an der Fußbodenheizung eingestellt werden muss. 

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