Fünf Fragen zum Ende der Heizperiode

Im Zusammenhang mit dem Ende der Heizperiode treten immer wieder Fragen auf: wann endet diese überhaupt und was ist im Zuge dessen rechtlich sowie technisch zu beachten? Bei diesem Themenkomplex müssen die verschiedenen Personen immer mitbedacht werden. Denn ein Mieter muss auf andere Aspekte Acht geben als ein Hausbesitzer. Darüber hinaus sieht der Verantwortungsbereich des Vermieters auch noch anders aus. Im Folgenden finden Sie einen kleinen Fragenkatalog, der die wichtigsten Fragen und Punkte enthält, die zum Thema Ende der Heizperiode relevant sind. 

Wann endet die Heizperiode?

Eine der zentralen Fragen ist, ob es einen gesetzlich festgelegten Rahmen für die Heizsaison gibt und wann genau die Heizperiode endet. Grundsätzlich ist festzuhalten, dass es diesbezüglich keine Vorschriften seitens des Gesetzgebers gibt. Das bedeutet im Umkehrschluss jedoch nicht, dass es zu diesem Thema keine Regelungen gibt. Das Ende der Heizperiode ist vor allem im Mieterverhältnis von Bedeutung. Deshalb entscheiden hier auch Vereinbarungen, die im Mietvertrag festgehalten wurden. Existiert eine solche Klausel nicht, gilt die Heizsaison bis zum 30. April. Man geht hier von einer Wintersaison aus. Demnach kann der Zeitpunkt in verschiedenen Regionen unterschiedlich sein. Das Landgericht Wiesbaden legte in einem Beschluss vom 29.09.1989 zum Beispiel fest, dass bis Mitte Mai geheizt werden müsse. Andere Gerichte wie das Landgericht Berlin (26.05.1998) einigten sich hingegen auf den 30. April.

Für diesen Zeitraum besteht die sogenannte Heizpflicht des Vermieters. Das heißt, dieser muss die vertraglich vereinbarte Mindesttemperartur innerhalb der Wohnung gewährleisten. Diese liegt in der Regel zwischen 20 und 22 Grad Celsius. 

Die Top 5 Fragen zum Ende der Heizperiode.

Was müssen Anlagenbesitzer jetzt tun?

Mit dem Ende der Heizperiode gehen jedoch auch Aspekte der Wartung und Instandsetzung einher. Deshalb geht es im folgenden Abschnitt insbesondere um Fragen, die im Zusammenhang mit den technischen Aspekten einer Heizungsanlage aufkommen. 

Muss die Heizung am Ende der Heizperiode komplett ausgeschaltet werden?

Wann die Heizung anspringt, ist generell immer davon abhängig, welche Einstellungen diesbezüglich gemacht wurden. Deshalb kann es sein, dass der Heizkessel auch dann anspringt, wenn es im Sommer mal nachts etwas kühler wird, um die voreingestellte Wunschtemperatur für die Räume zu erreichen. Damit dies nicht passiert, ist auf den sogenannten Sommerbetrieb beim Kessel umzustellen.

Häufig ist die Anlage darüber hinaus sowohl für das Heizen als auch für die Warmwasserbereitung zuständig. Das heißt wiederum, dass ein vollständiges Herunterfahren der Anlage nur sinnvoll ist, wenn die Bewohner über einen sehr langen Zeitraum nicht zu Hause sind. Andernfalls steht ihnen kein warmes Wasser zur Verfügung. 

Woran sollten Sie zum Ende der Heizperiode unbedingt denken?

Wenn die Heizperiode endet, gibt es für den Anlagenbesitzer eine Menge zu tun. Zunächst sollten die Dinge in Angriff genommen werden, bei denen während des Winters Auffälligkeiten aufgetreten sind. Haben Sie zum Beispiel in der aktuellen Heizkostenabrechnung einen außergewöhnlich hohen Verbrauch festgestellt, der sich nicht mit den Witterungsbedingungen erklären lässt? Oder traten vermehrt Heizungsgeräusche auf? Diese und ähnliche Fragen verweisen darauf, dass ein Defekt oder zu mindestens Optimierungsbedarf vorliegt. Einen genauen Blick wirft ein Fachmann auf die Anlage. Bei diesem können Sie einen Heizungs-Check oder eine Wartung in Auftrag geben. Haben Sie selbst bereits festgestellt, dass sich die Heizwärme sehr ungleichmäßig verteilt, lassen Sie bestenfalls einen hydraulischen Abgleich durchführen.

Das Ende der kalten Jahreszeit kann für die Heizungsanlage auch bedeuten, diese zu modernisieren beziehungsweise zu erneuern. Dieser Schritt reduziert mittelfristig nicht nur die Heizkosten, sondern ist in der Regel auch ein Beitrag zur Energieeffizienz und damit zur Reduktion der Umweltbelastungen. Dabei können Sie einzelne Komponenten austauschen lassen wie die Heizungspumpe oder den kompletten veralteten Heizkessel. Beides kann staatlich gefördert werden.

Was ist verpflichtend, wenn die Heizsaison endet?

Eine Wartung oder ein Check sind grundsätzlich rechtlich nicht vorgeschrieben. Diese sind jedoch zu empfehlen, um für ein reibungsloses und effizientes Ablaufen zu sorgen. Auch ein Austausch ist nur unter bestimmten Bedingungen verpflichtend. Eine Kesseltauschpflicht besteht zudem nur für all jene, die älter als 30 Jahre sind. Diesbezüglich bestehen wiederum Ausnahmeregelungen. Für alle Anlagenbesitzer gilt demnach sich im Detail damit auseinanderzusetzen. Mehr dazu finden Sie im Beitrag „Heizkessel nach 30 Jahren tauschen“. 

Was ist rechtens, wenn Sie außerhalb der Heizsaison heizen müssen?

Nicht jeder Sommertag ist heiß. Manchmal gibt es auch längere Phasen, in denen es tagsüber und nachts sehr frisch sein kann. Die Eisheiligen im Mai sind hier ein sehr bekanntes Beispiel. Handelt es sich um einen Zustand, der mehrere Tage anhält, besteht die Vermieterpflicht, auch außerhalb der Heizsaison zu heizen. Hier können sich Mieter auf das Urteil des Landgerichts Kassel berufen. Darin sind folgende Umstände festgehalten, die auch im Sommer zum Heizen verpflichten:

  • Zimmertemperatur zeitweise unter 18 Grad Celsius und kein absehbarer Temperaturanstieg innerhalb der nächsten ein bis zwei Tage
  • Zimmertemperatur tagsüber unter 16 Grad Celsius

Aber auch andere Urteile wurden gesprochen. Diese hielten unter anderem fest, dass die Außentemperatur bei drei aufeinanderfolgenden Tagen unter zwölf Grad Celsius betragen muss, damit die Heizpflicht greift.

Der Vermieter kann sich bei seiner Entscheidung nach der Mehrheit der Mieter richten. Doch dabei sollte auch die Möglichkeit der Gesundheitsgefährdung in Betracht gezogen werden sowie Schäden im Zuge von Feuchtigkeit und Schimmel. Nach dem Ende einer Heizsaison folgt mit Unterbrechung eine neue Heizsaison. Wann Vermieter die Heizung wieder einschalten müssen, lesen Sie im Beitrag "Ab wann heizen".  

heizung.de Redakteurin Jeannette Kunde

Fazit von Jeannette Kunde

Mit dem Ende der Heizperiode gehen zahlreiche Möglichkeiten einher, Energie zu sparen. Denn nun ist endlich Zeit, die Anlage in Augenschein zu nehmen. Dabei geht es nicht nur um die Instandsetzung, sondern vielmehr darum, die Heizung zu verbessern. Kümmern Sie sich zudem bereits jetzt darum, ist es im Herbst weniger stressig. 

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