Förderung der Wärmedämmung: Ein Überblick

Eine energetische Sanierung steigert den Wert von Immobilien. Sie senkt den Energieverbrauch und hilft, Heizkosten zu sparen. Infrage kommen dabei zum Beispiel Dämmarbeiten an Wänden, Decken und Dächern. Da diese Maßnahmen auch CO2 einsparen, gibt es vom Staat eine Förderung für die Wärmedämmung. Neben zinsgünstigen Darlehen mit Tilgungszuschüssen stehen Ihnen auch einmalige Zuschüsse und steuerliche Vergünstigungen zur Verfügung. Wir informieren über Voraussetzungen, Konditionen und die richtige Vorgehensweise bei der Beantragung der Förderung für die Wärmedämmung.

BEG-Förderung zur Wärmedämmung: Zuschüsse und Kredite 

Mit der Bundesförderung für effiziente Gebäude fasst der Staat verschiedenste Förderangebote für energetische Sanierungen zu einem Programm zusammen. Dieses gliedert sich in die Kategorien BEG EM, BEG WG und BEG NWG. Während es im ersten Fall Fördermittel für die Wärmedämmung und andere Einzelmaßnahmen gibt, erhalten Sie mit den Programmteilen WG und NWG finanzielle Unterstützung für ganzheitliche Neubau- und Sanierungsvorhaben im Wohn- und Nichtwohnbereich. Beide Kategorien setzen dabei das Erreichen eines KfW-Effizienzhaus-Standards voraus.

Seit Januar 2021 ist die BEG-Zuschussförderung für Einzelmaßnahmen bereits verfügbar. Darlehen für Einzelmaßnahmen sowie Zuschüssen und Darlehen für ganzheitliche Sanierungsvorhaben sind aktuell noch über die Programme 151, 152 und 430 der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) erhältlich. Zum 01. Juli 2021 gehen aber auch diese in die neue Bundesförderung über.

BEG EM und KfW-Programm 430: Förderung der Dämmung mit Zuschüssen

Wer die Kosten der Sanierung ohne Darlehen finanzieren kann, bekommt über die Bundesförderung für Einzelmaßnahmen Zuschüsse in Höhe von bis zu 20 Prozent. Die förderfähigen Ausgaben sind pro Wohneinheit auf 60.000 Euro begrenzt, wodurch sich eine Zuschusshöhe von maximal 12.000 Euro ergibt. Fünf Prozent extra gibt es, wenn die Maßnahme Bestandteil eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) ist. Dieser darf vor höchstens 15 Jahren im Rahmen einer BAFA-Energieberatung erstellt worden sein.

Für ganzheitliche Sanierungsvorhaben gibt es bis Ende Juni außerdem auch KfW-Zuschüsse für die Wärmedämmung. Diese liegen abhängig vom erreichten Effizienzhaus-Standard bei 25 bis 40 Prozent und sind über das Programm 430 erhältlich. Mit anrechenbaren Kosten von 120.000 ergeben sich dabei Zuschüsse in Höhe von 30.000 bis 48.000 Euro pro Wohneinheit.

Geht die KfW-Förderung der Wärmedämmung im Juli 2021 komplett in die Bundesförderung über, sind hier bessere Konditionen möglich. Zum einen gibt es dann einen Zuschuss in Höhe von 45 Prozent für das Effizienzhaus 40. Zum anderen gibt es Boni, wenn Sie besonders nachhaltig sanieren (NH-Paket) oder überwiegend auf erneuerbare Energien setzen (EE-Paket). In beiden Fällen steigt der Fördersatz um fünf Prozent. Anrechenbar sind dann außerdem 150.000 statt 120.000 Euro. Insgesamt sind damit also Zuschüsse von bis zu 50 Prozent möglich.  

Förderung der Wärmedämmung mit verschiedenen Dämmstoffen
© Ingo Bartussek – stock.adobe.com

KfW-Programm 152: Förderung der Wärmedämmung mit Darlehen

Wer die Sanierung mit einem Kredit finanzieren möchte, bekommt noch bis zum 30. Juni 2021 zinsgünstige Darlehen über das KfW-Programm 152. Das Besondere daran: Die KfW-Förderung der Dämmung ist auch mit hohen Tilgungszuschüssen von 20 Prozent ausgestattet. Diese senken die zurückzuzahlende Kreditsumme und damit auch die finanzielle Belastung für Kreditnehmer. Der Darlehensbetrag ist auf 50.000 Euro pro Wohneinheit begrenzt, wodurch sich ein Tilgungszuschuss von bis zu 10.000 Euro ergibt. Die folgende Tabelle informiert über die genauen Konditionen der KfW-Förderung für die Wärmedämmung.

Kriterien Konditionen der KfW-Förderung für die Dämmung
Effektivzins 0,75 %
Darlehenshöhe 50.000 pro Wohneinheit
Tilgungszuschuss 20 %; maximal 10.000 Euro pro Wohneinheit
Laufzeit 4 bis 10 Jahre
Tilgungsfreie Anlaufjahre 1 bis 5 Jahre
Zinsbindung 10 Jahre
Auszahlung 100 % in einer Summe oder in Teilbeträgen; abrufbar spätestens 36 Monate nach Zusage; abgerufene Beträge sind innerhalb von 12 Monaten zu verwenden
Bereitstellungs-provisionsfreie Zeit 12 Monate, dann Bereitstellungsprovision in Höhe von 0,15 % pro Monat auf den noch nicht abgerufenen Kreditbetrag
Sondertilgungen möglich mit Vorfälligkeitsentschädigung bei der vorzeitigen Zurückzahlung des gesamten offenen Kreditbetrages

Wichtig zu wissen: Der Tilgungszuschuss reduziert den zurückzuzahlenden Kreditbetrag, nachdem ein Energieberater die fachgerechte Durchführung der Dämmarbeiten bestätigt hat. Eine Bar-Auszahlung der Summe ist hingegen nicht möglich. 

Über das KfW-Programm 151 gibt es günstige Darlehen mit hohen Tilgungszuschüssen aktuell auch für die Komplettsanierung zum Effizienzhaus. Genau wie die Förderung der Wärmedämmung aus dem Programm 430 geht aber auch diese zum 01. Juli 2021 in die Bundesförderung über. Kredithöhen und Tilgungszuschüsse entsprechen dann den förderbaren Kosten und Zuschusshöhen der BEG-Förderung für Einzelmaßnahmen. Das heißt:

  • Kredithöhe 120.000 Euro pro Wohneinheit (150.000 Euro bei NH- oder EE-Paket)
  • Tilgungszuschuss 25 bis 45 Prozent, je nach Effizienzhaus-Standard
  • Extraförderung von fünf Prozent für NH- oder EE-Paket bei der Sanierung

BEG- und KfW-Förderung für die Wärmedämmung beantragen

Vor der Beantragung der Fördermittel muss ein Energie-Effizienz-Experte die Maßnahme prüfen. Er erstellt dabei eine Bestätigung zum Antrag (BzA) und eine sogenannte BzA-ID. Mit der Kennnummer können Sie die KfW-Förderung der Dämmung beantragen. Bei der Zuschussvariante funktioniert das online über das KfW-Zuschussportal. Zinsgünstige Darlehen beantragen Sie hingegen über Ihre Hausbank. Diese leitet alles an die Förderbank weiter und zahlt den Kredit letztlich aus.

Für die neue Bundesförderung erstellt der Experte eine Technische Projektbeschreibung mit zugehöriger TPB-ID. Diese benötigen Sie, um die BEG-Förderung für die Wärmedämmung auf der BAFA-Webseite (Zuschuss) oder bei Ihrem Finanzierungspartner (Darlehen und Tilgungszuschuss) zu beantragen. In beiden Fällen müssen Sie sich vor der Vergabe von Liefer- und Leistungsverträgen um die Beantragung kümmern. 

Die Sanierung kann beginnen, sobald BAFA oder KfW eine Förderzusage erteilt haben. Nach Abschluss der Modernisierung bekommen Sie eine Fachunternehmererklärung von Ihrem Handwerksbetrieb. Außerdem muss der Energie-Effizienz-Experte die Durchführung noch einmal prüfen. Er erstellt eine Bestätigung nach Durchführung (BnD mit BnD-ID für KfW-Förderung) oder einen Technischen Projektnachweis (TPN mit TPN-ID für BEG-Förderung), die Sie an das BAFA, die Förderbank oder Ihre Hausbank übermitteln. Die Experten prüfen die Einhaltung aller Voraussetzungen und geben die Fördermittel frei. Während Sie Zuschüsse ausgezahlt bekommen, schreibt die Bank bei Darlehen den Tilgungszuschuss gut.

Hoher Steuerbonus zur Förderung der Wärmedämmung

Seit 2020 ist es möglich, die Kosten einer energetischen Sanierung steuerlich geltend zu machen. Bis zu 40.000 Euro (20 Prozent der Sanierungskosten) können Sie so über einen Zeitraum von drei Jahren von der Steuer absetzen. Dabei gelten folgende Voraussetzungen:

  • Sanierung am selbstgenutzten Wohneigentum
  • Gebäude müssen mindestens zehn Jahre alt sein
  • hohe technische Anforderungen bei der Dämmung

Um den attraktiven Steuerbonus zu nutzen, können Sie die angefallenen Kosten nach Abschluss der Sanierung in Ihrer Einkommenssteuererklärung angeben. Anrechenbar sind übrigens nicht nur Ausgaben für die Dämmung. Auch Kosten für den Heizungstausch, die Heizungsoptimierung oder den Austausch von Fenstern und Türen lassen sich zu 20 Prozent von der Steuer absetzen.

Technische Voraussetzungen zur Förderung der Dämmung

Ganz gleich, ob Sie sich für die Förderung der Wärmedämmung über das BAFA, die KfW oder für den neuen Steuerbonus entscheiden: Die geänderten Bauteile müssen hohe Anforderungen an die Energieeffizienz erfüllen. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick.   

Bauteil Anforderungen an den U-Wert (in W/m²K)

Innen- und Außendämmung von Wänden 

  • Außenwand: 0,20 W/m²K
  • Außenwand im Baudenkmal: 0,45
  • Innendämmung im Fachwerk: 0,65
  • Wände gegen unbeheizte Räume: 0,25
  • Wände gegen Erdreich: 0,25 
Bei der Kern-/Einblasdämmung ist die maximal mögliche Dämmstärke mit einem Dämmstoff der WLG 035 oder besser Voraussetzung.

Dachdämmung  

  • Schrägdächer: 0,14
  • Flachdächer: 0,14
  • Gaubendächer: 0,20
  • Gaubenwangen: 0,20 
Bei der Dachdämmung in Baudenkmalen ist der Einsatz von Dämmstoffen der WLG 040 oder besser Voraussetzung für die Förderung der Wärmedämmung.

Dämmung von Böden und Decken

  • Geschossdecke zum Kaltdach: 0,14
  • Kellerdeckendämmung: 0,25
  • Böden gegen Außenluft: 0,20
  • Boden gegen Erdreich: 0,25

Wichtig ist, dass Sie bei den Dämmmaßnahmen auf eine wärmebrückenminimierte und luftdichte Ausführung achten. Geht es um die Dämmung von mehr als 50 Prozent der wärmeumschließenden Hüllflächen, ist außerdem ein hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage durchzuführen.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Über die Bundesförderung für effiziente Gebäude, die Programme der KfW und den neuen Steuerbonus stehen heute attraktive Mittel zur Förderung der Wärmedämmung bereit. Die staatliche Unterstützung sorgt dafür, dass sich die Dämmarbeiten früher bezahlt machen und mehr Hausbesitzer Sanierungsmaßnahmen durchführen. Das spart Heizkosten und hilft, den CO2-Ausstoß merklich zu reduzieren. 
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