Förderung der Wärmedämmung: Ein Überblick

Eine energetische Sanierung steigert den Wert von Immobilien. Sie senkt den Energieverbrauch und hilft dabei, Heizkosten zu sparen. Infrage kommen dabei zum Beispiel Dämmarbeiten an Wänden, Decken und Dächern. Da diese Maßnahmen auch CO2 einsparen, gibt es vom Staat eine Förderung für die Wärmedämmung. Neben zinsgünstigen Darlehen mit Tilgungszuschüssen stehen Ihnen auch einmalige Zuschüsse und steuerliche Vergünstigungen zur Verfügung. Wir informieren über Voraussetzungen, Konditionen und die richtige Vorgehensweise bei der Beantragung der Förderung für die Wärmedämmung.

KfW-Förderung zur Wärmedämmung: Darlehen und Kredite 

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet heute gleich zwei Förderprogramme für Dämmarbeiten am Haus an. So gibt es das KfW-Programm 430 für hohe Zuschüsse und das KfW-Programm 152 für zinsgünstige Darlehen mit hohen Tilgungszuschüssen. Neben der Förderart unterscheiden sich auch die Empfängerkreise der beiden Programme. So steht das KfW-Programm 430 grundsätzlich nur Käufern oder Eigentümern von Ein- und Zweifamilienhäusern sowie Wohnungseigentümergemeinschaften aus Privatpersonen zur Verfügung. Die Förderung der Wärmedämmung aus dem KfW-Programm 152 können hingegen alle nutzen, die ein Wohngebäude sanieren. Voraussetzung ist in beiden Fällen, dass der Bauantrag oder die Bauanzeige bereits vor dem 01. Februar 2002 gestellt wurde. Darüber hinaus stellt die Förderbank hohe Anforderungen an den U-Wert, über die wir im Abschnitt technische Voraussetzungen informieren.

Übrigens: Planen Sie eine ganzheitliche energetische Sanierung, bekommen Sie Zuschüsse beziehungsweise Tilgungszuschüsse von bis zu 40 Prozent der anfallenden Kosten. Wie das funktioniert, erklären wir detailliert im Beitrag zum KfW-Effizienzhaus.

KfW-Programm 430: Förderung der Dämmung mit Zuschüssen

Wer die Kosten der Sanierung ohne Darlehen finanzieren kann, bekommt über das KfW-Programm 430 Zuschüsse in Höhe von 20 Prozent. Die förderfähigen Ausgaben sind pro Wohneinheit auf 50.000 Euro begrenzt, wodurch sich eine Zuschusshöhe von maximal 10.000 Euro ergibt. Da die KfW-Förderung der Dämmung erst ab einem Betrag von 300 Euro ausgezahlt wird, müssen die Kosten einen Wert von mindestens 1.500 Euro übersteigen.

Förderung der Wärmedämmung mit verschiedenen Dämmstoffen
© Ingo Bartussek – stock.adobe.com

KfW-Programm 152: Förderung der Wärmedämmung mit Darlehen

Wer die Sanierung mit einem Kredit finanzieren oder ein Haus mit mehr als zwei Wohnungen dämmen möchte, bekommt zinsgünstige Darlehen über das KfW-Programm 152. Das Besondere daran: Die KfW-Förderung der Dämmung ist auch mit hohen Tilgungszuschüssen von 20 Prozent ausgestattet. Diese senken die zurückzuzahlende Kreditsumme und damit auch die finanzielle Belastung für Kreditnehmer. Der Darlehensbetrag ist auf 50.000 Euro pro Wohneinheit begrenzt, wodurch sich ein Tilgungszuschuss von bis zu 10.000 Euro ergibt. Die folgende Tabelle informiert über die genauen Konditionen der KfW Förderung für die Wärmedämmung.

Kriterien Konditionen der KfW-Förderung für die Dämmung
Effektivzins 0,75 %
Darlehenshöhe 50.000 pro Wohneinheit
Tilgungszuschuss 20 %; maximal 10.000 Euro pro Wohneinheit
Laufzeit 4 bis 10 Jahre
Tilgungsfreie Anlaufjahre 1 bis 5 Jahre
Zinsbindung 10 Jahre
Auszahlung 100 % in einer Summe oder in Teilbeträgen; abrufbar spätestens 36 Monate nach Zusage; abgerufene Beträge sind innerhalb von 12 Monaten zu verwenden
Bereitstellungs-provisionsfreie Zeit 12 Monate, dann Bereitstellungsprovision in Höhe von 0,15 % pro Monat auf den noch nicht abgerufenen Kreditbetrag
Sondertilgungen möglich mit Vorfälligkeitsentschädigung bei der vorzeitigen Zurückzahlung des gesamten offenen Kreditbetrages

Wichtig zu wissen: Der Tilgungszuschuss reduziert den zurückzuzahlenden Kreditbetrag, nachdem ein Energieberater die fachgerechte Durchführung der Dämmarbeiten bestätigt hat. Eine Bar-Auszahlung der Summe ist hingegen nicht möglich. 

KfW-Förderung für die Wärmedämmung beantragen

Vor der Beantragung der Fördermittel muss ein Energie-Effizienz-Experte die Maßnahme prüfen. Er erstellt dabei eine Bestätigung zum Antrag (BzA) und eine sogenannte BzA-ID. Mit der Kennnummer können Sie die KfW-Förderung der Dämmung beantragen. Bei der Zuschussvariante funktioniert das online über das KfW-Zuschussportal. Zinsgünstige Darlehen beantragen Sie hingegen über Ihre Hausbank. Diese leitet alles an die Förderbank weiter und zahlt den Kredit letztlich aus.

Die Sanierung kann beginnen, sobald die KfW eine Förderzusage erteilt hat. Nach Abschluss der Modernisierung muss ein Energie-Effizienz-Experte die Durchführung noch einmal prüfen. Er erstellt eine Bestätigung nach Durchführung (BnD) mit einer BnD-ID, die Sie an die Förderbank oder Ihre Hausbank übermitteln müssen. Die Experten prüfen die Einhaltung aller Voraussetzungen und geben die Fördermittel frei. Während Sie Zuschüsse ausgezahlt bekommen, schreibt die Bank bei Darlehen den Tilgungszuschuss gut.

Hoher Steuerbonus zur Förderung der Wärmedämmung

Seit 2020 ist es möglich, die Kosten einer energetischen Sanierung steuerlich geltend zu machen. Bis zu 40.000 Euro (20 Prozent der Sanierungskosten) können Sie so über einen Zeitraum von drei Jahren von der Steuer absetzen. Dabei gelten folgende Voraussetzungen:

  • Sanierung am selbstgenutzten Wohneigentum
  • Gebäude müssen mindestens zehn Jahre alt sein
  • hohe technische Anforderungen bei der Dämmung

Um den attraktiven Steuerbonus zu nutzen, können Sie die angefallenen Kosten nach Abschluss der Sanierung in Ihrer Einkommenssteuererklärung angeben. Anrechenbar sind übrigens nicht nur Ausgaben für die Dämmung. Auch Kosten für den Heizungstausch, die Heizungsoptimierung oder den Austausch von Fenstern und Türen lassen sich zu 20 Prozent von der Steuer absetzen.

Technische Voraussetzungen zur Förderung der Dämmung

Ganz gleich, ob Sie sich für die Förderung der Wärmedämmung über die KfW oder für den neuen Steuerbonus entscheiden, müssen die geänderten Bauteile hohe Anforderungen an die Energieeffizienz erfüllen. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick.   

Bauteil Anforderungen an den U-Wert (in W/m²K)

Innen- und Außendämmung von Wänden 

  • Außenwand: 0,20 W/m²K
  • Außenwand im Baudenkmal: 0,45
  • Innendämmung im Fachwerk: 0,65
  • Wände gegen unbeheizte Räume: 0,25
  • Wände gegen Erdreich: 0,25 
Bei der Kern-/Einblasdämmung ist die maximal mögliche Dämmstärke mit einem Dämmstoff der WLG 035 oder besser Voraussetzung.

Dachdämmung  

  • Schrägdächer: 0,14
  • Flachdächer: 0,14
  • Gaubendächer: 0,20
  • Gaubenwangen: 0,20 
Bei der Dachdämmung in Baudenkmalen ist der Einsatz von Dämmstoffen der WLG 040 oder besser Voraussetzung für die Förderung der Wärmedämmung.

Dämmung von Böden und Decken

  • Geschossdecke zum Kaltdach: 0,14
  • Kellerdeckendämmung: 0,25
  • Böden gegen Außenluft: 0,20
  • Boden gegen Erdreich: 0,25

Wichtig ist, dass Sie bei den Dämmmaßnahmen auf eine wärmebrückenminimierte und luftdichte Ausführung achten. Geht es um die Dämmung von mehr als 50 Prozent der wärmeumschließenden Hüllflächen, ist außerdem ein hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage durchzuführen.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Über die Programme der KfW und den neuen Steuerbonus stehen heute attraktive Mittel zur Förderung der Wärmedämmung bereit. Die staatliche Unterstützung sorgt dafür, dass sich die Dämmarbeiten früher bezahlt machen und mehr Hausbesitzer Sanierungsmaßnahmen durchführen. Das spart Heizkosten und hilft, den CO2-Ausstoß merklich zu reduzieren. 
Beratung durch Ihren Heizungsinstallateur vor Ort

Sie benötigen eine individuelle Beratung oder ein Angebot für Ihre neue Heizung?

news-icon
Neueste Artikel
Artikelbewertung