Förderprogramme für Heizungsneubau und -sanierung

Kaum eine andere Maßnahme verspricht derart große Energieeinsparungen wie der Austausch einer alten Heizungsanlage. Gerade wer sich von seiner in die Jahre gekommenen Gas- oder Ölheizung trennt, kann bis zu 40 Prozent seiner Heizkosten einsparen. Hinzu kommen die attraktiven Fördermittel des Staates, dessen zugrunde liegenden Programme sehr vielfältig ausfallen. Werden diverse Faktoren und Voraussetzungen erfüllt, können neben Neubauten auch energetische Sanierungen sowie der Heizungsaustausch finanziell gefördert werden. Konkret kommen nachfolgende Förderprogramme in Betracht.

Förderprogramme Photovoltaik

Privathaushalte profitieren hierbei durch die KfW-Förderprogramme "Energieeffizient Bauen (Nr. 153) sowie "Energieeffizient Sanieren - Kredit" (Nr. 151, 152). Beim Erwerb von energetisch saniertem Wohnraum winkt ein Darlehen von bis zu 100.000 Euro zu einem effektiven Jahreszins von derzeit 0,75 Prozent (Stand: Januar 2017). Gleiches gilt für energetische Sanierungen. Für einzelne Maßnahmen oder Maßnahmenpakete werden 50.000 Euro bereitgestellt. Als Tilgungszuschuss sind mitunter bis zu 27.500 Euro vorgesehen. Wer ein KfW-Effizienzhaus baut oder erwirbt, kann sich über einen Tilgungszuschuss von max. 15.000 Euro freuen. Alternativ steht auch das Programm 430 zur Verfügung. Dieses macht eine energieeffiziente Sanierung mit einem Investitionszuschuss von höchstens 30.000 Euro schmackhaft.

Eine Taste auf der Tastatur symbolisiert die zahlreichen Förderprogramme für Heizungen.

Förderprogramme Solarthermie

Die Förderprogramme 151, 152 und 153 sind auch für solarthermische Anlagen verfügbar. Zusätzlich bietet die KfW-Bank auch das Erneuerbare Energien Premium Programm (Nr. 271, 281) an. Wird dieses in Anspruch genommen, gewährt die Bank Tilgungszuschüsse sowie Kredite ab derzeit einem Prozent effektivem Jahreszins (Stand: Januar 2017).

Daneben werden Solarthermieanlagen auch durch das BAFA gefördert. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern etwa steht im Falle einer Kollektorfläche von bis zu 14 Quadratmetern eine Pauschale von 2.000 Euro zur Verfügung. Als Voraussetzung gilt, dass die Anlage sowohl der Heizungsunterstützung als auch der Warmwasseraufbereitung dient. Solarthermieanlagen mit Bruttokollektorflächen zwischen 15 und 40 Quadratmetern erhalten eine Pauschale von 140 Euro/qm. Wird eine bestehende Solaranlage erweitert, gibt es 50 Euro je zusätzlichem Quadratmeter Bruttokollektorfläche. Mit einer Basisförderung von 500 Euro werden Anlagen zur reinen Warmwasserbereitung mit einer Bruttokollektorfläche von drei bis zehn Quadratmeter unterstützt. Darüber, bis maximal 40 Quadratmeter, sind 50 Euro pro Quadratmeter Bruttokollektorfläche vorgesehen. Zusätzlich winken unterschiedliche Boni, etwa:

- 500 Euro, wenn die erzeugte Wärme einem Wärmenetz verfügbar gemacht wird
- 50 Euro bei zusätzlichem Einbau einer effizienten Solarpumpe
- 50 Prozent der Basisförderung, wenn gewisse Richtlinien der EnEV eingehalten werden
- 500 Euro, sofern gleichzeitig eine Wärmepumpe oder Biomasseanlage installiert wird
- 500 Euro, wenn zeitgleich ein alter Heizkessel ausgetauscht wird

Förderprogramme Öl- und Gasheizung

Wird die alte Ölheizung durch eine Öl-Brennwertheizung ersetzt, kann auch hier das Programm 152 beansprucht werden. Dabei sind 100 Prozent der Investitionskosten förderfähig. Bei einer Darlehenslaufzeit zwischen vier und 30 Jahren beläuft sich die Zinsbindung bei einer Zinshöhe von derzeit 0,75 Prozent auf 10 Jahre. Je Wohneinheit wird ein Darlehensbetrag von bis zu 50.000 Euro in Aussicht gestellt. Ferner wird über das Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE) ein Tilgungszuschuss von 12,5 Prozent gewährt. Über das Programm 430 erhalten Antragsteller hingegen einen Zuschuss von 15 Prozent der förderfähigen Kosten, höchstens 7.500 Euro je Wohneinheit. Bei Einzelmaßnahmen beläuft sich der Zuschuss auf zehn Prozent der förderfähigen Kosten, maximal 5.000 Euro pro Wohneinheit. Wird zugleich eine Solarthermieanlage installiert, gibt es für den Kesselaustausch außerdem weitere 500 Euro vom BAFA.

Förderprogramme Wärmepumpen

Für eine Förderung durch das BAFA ist der COP-Wert der Wärmepumpe ausschlaggebend. Elektrisch betriebene Sorptions-Wwasserpumpe, Sole/Wasser-Wasserpumpe, Wasser/Wasser-Wasserpumpe sowie sämtliche Arten von gasbetriebenen Wärmepumpen werden mit mindestens 4.500 Euro gefördert. Nicht weniger als 1.500 Euro gibt es für monovalente und/oder leistungsgeregelte Wärmepumpen. Luft/Wasser-Wärmepumpen werden hingegen pauschal mit 1.300 Euro bezuschusst. In Kombination mit Solarkollektoren oder neuen Pufferspeicher (mit mind. 30l/kW), kann ferner mit einem Bonus von 500 Euro gerechnet werden. Die KfW bietet auch in diesem Fall Förderprogramme an, etwa "Energiesparendes Bauen".

Förderprogramme Pelletheizung

Die Basisförderung der BAFA sieht folgende Zuschüsse vor:

- Pelletofen ab 5 kW mit Wassertasche: 80 Euro pro kW installierter Nennwärmeleistung, allerdings je Anlage nicht weniger als 2.000 Euro
- Pelletkessel (5-100 kW) mit Pufferspeicher (mindestens 30l/kW): 80 Euro pro kW installierter Nennwärmeleistung, allerdings je Anlage nicht weniger als 3.500 Euro
- Pelletkessel (5-100 kW): 80 Euro je kW installierter Nennwärmeleistung, mindestens jedoch 3.000 Euro je Anlage

In Kombination mit einer Solaranlage winken weitere 500 Euro.

Die KfW-Bank wartet auch bei Pelletheizungen mit den Programmen "Energieeffizient Sanieren" und "Energieeffizient Bauen" auf.

Förderprogramme Heizungsmodernisierung

Neben der genannten Fördermittel für Pelletheizung (Biomasse), Wärmepumpen und Solaranlagen, gewährt das BAFA auch einen Zusatzbonus von bis zu 20 Prozent auf die Förderung des Marktanreizprogramms (MAP), wenn eine ineffiziente Heizung zu Gunsten der erwähnten Heizungssysteme ausgetauscht wird. Für "notwendige Maßnahmen zur Optimierung der Energieeffizienz" können weitere 600 Euro beantragt werden. Eine Förderung von bis zu 30 Prozent (max. 25.000 Euro) winkt ferner bei zusätzlichen Maßnahmen, wie etwa dem Austausch von Thermostatventilen oder der Durchführung eines hydraulischen Abgleichs. Ab dem 01.01.2018 müssen Hausbesitzer, die Förderung für Heizungen mit erneuerbaren Energien beantragen möchten, dies immer vor Umsetzung der Maßnahme umsetzen.

Voraussetzungen für die Förderprogramme der KfW

Programm 271 und 281

Es muss sich um eine Solarkollektorfläche von über 40 Quadratmeter handeln. Diese muss sich ferner auf Wohngebäuden mit mindestens drei Wohneinheiten befinden. Gefördert wird die Anlage auch dann, wenn sie lediglich der Warmwasserbereitung dient.

Programme 151 und 152

- Abnahme durch Sachverständigen
- hydraulischer Abgleich
- Bauantrag vor 1995
- keine gewerblich genutzten Flächen
- keine Wochenend- oder Ferienhäuser
- Antragstellung vor Beginn des Vorhabens
- eine etwaige Ölheizung darf nicht überdimensioniert sein

Heizung.de Autor Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Die Installation bzw. der Austausch alter Heizungsanlagen zugunsten moderner, energiesparender Heizungssysteme ist nicht nur angesichts der Ersparnisse in puncto Stromkosten reizvoll. Gerade die Förderprogramme mit Tilgungszuschüssen sowie zinsgünstigen Krediten der KfW-Bank sowie des BAFA machen eine Investition äußerst attraktiv. Wichtig ist es allerdings, die genannten Voraussetzungen zu erfüllen und insbesondere die Fördermittel vor dem Einbau beziehungsweise Austausch zu beantragen.

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