Fernwärme: Versorgung durch Wärmetransport

Fernwärme versorgt private Haushalte, Unternehmen oder öffentliche Einrichtungen ganzer Städte oder Stadtteile mit der erforderlichen Energie für Heizung oder Warmwasser. Dies geschieht mithilfe von gut gedämmten Rohrleitungen. Dieser Überblick informiert über den Ablauf des Wärmetransports, die Vor- und Nachteile und über die aktuelle Situation in Deutschland.

Wie wird Fernwärme transportiert?

Fernwärme wird meist im Rahmen einer Kraft-Wärme-Kopplung zusammen mit Strom erzeugt. Sie kann entweder direkt vom Erzeuger oder einer der Sammelstellen aus erfolgen. Mittels Rohrleitungen, die gut gedämmt sind, wird die für Heizung und Warmwasser erforderliche Wärme dabei direkt zum Verbraucher transportiert. Dies geschieht in der Regel unter der Erde, kann jedoch auch in Form von Freileitungen erfolgen. Oft werden auf diese Weise ganze Städte oder Stadtteile versorgt. Wenn es nur um einzelne Verbrauchereinheiten oder um kleinere Siedlungen geht, die ihre eigene Wärme erzeugen, spricht man auch von Nahwärme. Die Wärme, die durch die Leitungen an der jeweiligen Fernwärmeübergabestation ankommt, wird mithilfe von Heißwasser transportiert. Dieses wird dem Systemkreislauf nach dem Abkühlen wieder zugeführt. Die Erzeugung von Wärme ist mit zahlreichen Brennstoffen möglich - also auch im Rahmen der regenerativen Energien.

Schild mit der Aufschrift Fernwärme
© blende11.photo | Fotolia

Welche Vor- und Nachteile gibt es?

Hier finden Sie die Vor- und Nachteile der Wärmeversorgung mit Fernwärme auf einen Blick:

Vorteile der Fernwärme

  • Eine Vielzahl von Brennstoffen lässt sich für die Fernwärme nutzen. Somit ist sie auch für die Nutzung der umweltfreundlichen regenerativen Energien ein Gewinn.
  • Fernwärmenutzung kann deutlich den Ausstoß an schädlichem CO2 verringern und damit zum Umweltschutz beitragen.
  • Die Übergabestation in einem Haus ist mit vergleichsweise geringen Anschaffungs-, Betriebs- und Wartungskosten verbunden.
  • Die zentrale Leitung für viele Versorgungsstationen macht einen erhöhten Bauaufwand in Verbindung mit allen dafür anfallenden Kosten hinfällig.
  • Die Fernwärme kann mit jedem Heizsystem kombiniert werden. Sie eignet sich auch für die Versorgung von Ein- und Mehrfamilienhäusern mit älteren Standards.

Nachteile der Fernwärme

  • In Deutschland gilt eine Vertragslaufzeit für Fernwärmenutzung von nur maximal zehn Jahren.
  • Die Rohrleitungen sind sehr lang, sodass Energieverluste vorprogrammiert sind.
  • Wird ein Haus nur mit Heizungswärme versorgt, ist für das Warmwasser ein Durchlauferhitzer notwendig, der hohe Stromkosten verursachen kann.

Die aktuelle Fernwärmeversorgung in Deutschland

In Deutschland ist ein Ungleichgewicht beim Anteil der Fernwärme in den neuen und alten Bundesländern zu verzeichnen: Bei den alten Ländern sind es nicht ganz 10 % der Haushalte, die Fernwärme nutzen. Bei den neuen Ländern ist es nahezu ein Drittel. Die maximale Vertragslaufzeit beträgt in Deutschland jedoch nur zehn Jahre, wodurch die Planungssicherheit erschwert wird. Außerdem kommt es zu einem Rückgang der Fernwärmenutzung durch die immer besser gedämmten Immobilien. In Deutschland ist es in Neubaugebieten aus Naturschutzgründen möglich, dass Kommunen von ihren Siedlern die Fernwärmenutzung verlangen.

Heizung.de Autor Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Fernwärme ist die Versorgung von Verbrauchern mit Wärme für Heizung und Warmwasser von der erzeugenden oder sammelnden Stelle aus. Sie erfolgt durch den Transport von Heißwasser in Wärme gedämmten Rohren. Ihr Vorteil liegt in der umweltfreundlichen Energiegewinnung sowie der Kombinierbarkeit mit einer Vielzahl von Heizsystemen. Nachteilig ist die Tatsache, dass in den langen Rohrleitungssystemen viel Energie verloren geht. In Deutschland werden aktuell etwa 14 % der Haushalte mit Fernwärme beliefert.

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