EnEV – wissenswerte Fakten zu Energieausweis & Co.

Die Regelungen in der EnEV betreffen nahezu alle Einwohner in Deutschland. In vielen Bereichen des Gebäudesektors spielt diese Verordnung eine zentrale Rolle. Die Energiebedarfs- und Energieverbrauchsausweise sind ein bekanntes Thema bei Mietern, Bauherren und Wohnungsbesitzern. Doch nur wenigen Menschen ist die genaue Bedeutung dieser Energiesparverordnung bewusst. Dabei soll die einen großen Beitrag zu Energieersparnis und Klimaschutz leisten.

Entwicklung der EnEV

Die unter dem Kürzel EnEV bekannte Energiesparverordnung ist ein Bestandteil des deutschen Wirtschaftsverwaltungsrechts und wurde von der Bundesregierung erstmals am 16. November 2001 unter dem Titel „Verordnung über energiesparenden Wärmeschutz und energiesparende Anlagentechnik bei Gebäuden“ veröffentlicht. Sie trat am 1. Februar 2002 in Kraft und ersetzte ab diesem Zeitpunkt die Heizungsanlagenverordnung (HeizAnlV) sowie die Wärmeschutzverordnung (WSchV).

Nach der ersten Fassung im Jahr 2002 wurden 2004, 2007, 2009 und 2014 Neufassungen veröffentlicht. Letztere erfüllte nur teilweise die Anforderungen der Europäischen Union aus dem Jahr 2010, daher traten am 1. Januar 2016 Änderungen der aktuellen Fassung in Kraft. Die energetischen Standardanforderungen an Neubauten wurden erhöht und zielen auf eine deutliche Reduzierung des primären Energiebedarfs für Warmwasserbereitung und Heizung ab. In deutschen Durchschnittshaushalten entfallen rund 88 Prozent des gesamten Energiebedarfs auf diese beiden Bereiche, diese Zahl verdeutlicht neben dem klimaschonenden Aspekt auch in finanzieller Hinsicht ein großes Einsparpotenzial.

Eine leuchtende Glühbirne symbolisiert die Fakten rund um die Enev.

Geltungsbereich und energetische Standards

In diesem Zusammenhang spielen die in der EnEV geregelten Anforderungen eine zentrale Rolle. Die Verordnung gilt für Wohngebäude und Gebäude mit niedrigen (12 bis 19 Grad Celsius) oder normalen Innentemperaturen (19 Grad Celsius). Die Anforderungen der Energiesparverordnung gelten jedoch nicht für alle Bauwerke. Ausnahmen sind beispielsweise Räume zur Aufzucht von Pflanzen, zur Tierhaltung genutzte Betriebsgebäude oder zum Teil auch denkmalgeschützte Gebäude. Bis zum Jahr 2050 sollen die in der EnEV geregelten Verordnungen die weitgehende Klimaneutralität des Gebäudebestands in Deutschland gewährleisten. Die hier erfassten Regelungen schreiben bei Neubauten und Modernisierungsmaßnahmen die Einhaltung von energetischen Qualitätsstandards vor, die den Energiebedarf sowie den CO2-Ausstoß langfristig deutlich senken sollen.

Für alte Heizkessel besteht eine Austauschpflicht

In diesem Zusammenhang sind bei Neubauten die Wahl der Heiztechnik sowie die Wärmedämmung wichtige Themen. Den größten Anteil der Verordnung neben die energetischen Anforderungen für neu errichtete Gebäude ein und in der aktuell gültigen Fassung wurde die Richtlinie für den Primärenergiebedarf deutlich verschärft. Dieser Wert ist das Ergebnis der Energiebedarfsberechnung und wird anhand unterschiedlicher Faktoren ermittelt, zu denen beispielsweise die Endenergiemenge zählt. Auch bei umfassenden Modernisierungen und kleineren Sanierungen von älteren Gebäuden müssen klar geregelte Standardanforderungen eingehalten werden. Hier gelten bei Sanierungen bestimmte Anforderungen an den Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) der verwendeten Materialien und bei umfassenden Modernisierungen sind bestimmte Primärenergiebedarfswerte einzuhalten. Diese liegen jedoch deutlich höher als bei vergleichbaren Neubauten.

Für alte Heizkessel (Einbau vor 1985) besteht in der neuen Fassung der Energiesparverordnung eine Austauschpflicht. Ausgenommen sind Niedertemperatur- und Brennwertkessel sowie Anlagen, die ausschließlich der Warmwasserbereitung dienen. Neue Inhaber einer Immobilie müssen innerhalb von zwei Jahren nach dem Hauskauf einen Austausch des alten Heizkessels vornehmen. Diese Verpflichtung gilt nicht für Eigentümer von Ein- oder Zweifamilienhäusern, die ihr Gebäude bereits vor dem 1. Februar 2002 bewohnten.

Energieausweis und weitere Regelungen

Zusätzlich zu den genannten Anforderungen enthält die EnEV weitere Vorschriften und Regelungen zu Klima- und Lüftungsanlagen, zu Kontrollen durch Schornsteinfeger und Sachverständige sowie zum Energieausweis. Letzterer bewertet die energetische Qualität einer Immobilie und ist für Neubauten sowie beim Verkauf einer von der EnEV betroffenen Immobilie zwingend erforderlich. So soll den neuen Besitzern sowie potenziellen Mietern ein Überblick über den möglichen Wohnkomfort geboten werden, anhand des Dokuments können jedoch keine Rückschlüsse auf die genauen Energiekosten getroffen werden.

Die Berechtigung zur Ausstellung von Energieausweisen für Bestandsgebäude ist in § 21 der EnEV klar geregelt, bei Neubauten gibt es für die Ausstellungsberechtigung je nach Bundesland unterschiedliche Regelungen. Das Dokument enthält Angaben zu den verwendeten Energieträgern und den Energiekennwerten des Hauses. Bei den neuen Energieausweisen ist auch eine Energieeffizienzklasse angegeben, die von A+ (geringer Energiebedarf) bis H (hoher Energiebedarf) reichen kann. Des Weiteren ist das Dokument in der Regel für zehn Jahre gültig und enthält zusätzlich Empfehlungen zum Heizung modernisieren.

Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Die EnEV im kurzen Überblick. Bei dem Neubau einer Immobilie sowie bei Modernisierungen und Sanierungen von Gebäuden müssen sich Bauherren im Bezug auf Wärmedämmung und Heiztechnik an den Anforderungen der EnEV orientieren. Wer diese Vorschriften nicht einhält, riskiert im schlimmsten Fall ein Bußgeld bis zu 50.000 Euro.

Beratung durch Ihren Heizungsinstallateur vor Ort

Sie benötigen eine individuelle Beratung oder ein Angebot für Ihre neue Heizung?

  • Geprüfte Fachbetriebe in Ihrer Region
  • Unverbindliche und kostenlose Vermittlung
Neueste Artikel
Ratgeber | Heizung
Vom 22. Mai 2017

Es gibt viele Gründe für das Duschen statt Baden. Erst recht, wenn die Temperaturen stetig nach oben steigen und die Sonne öfter scheint. Welche Gründe das sind, lesen Sie hier. weiterlesen

Ratgeber | Heizung
Vom 21. Mai 2017

Strom wird teurer und die Frage nach dem Stromverbrauch im Einfamilienhaus häufiger gestellt. Wie hoch dieser ist und wie man ihn berechnet, darum geht es in diesem Artikel. weiterlesen

Ratgeber | Heizung
Vom 21. Mai 2017

Einer der zehn häufigsten Fehler beim Heizen ist das kurze Aufheizen des Bades. Was daran fehlerhaft sein soll und welche die neun anderen Fehler sind, erfahren Sie in diesem Artikel. weiterlesen

Ratgeber | Heizung
Vom 20. Mai 2017

Der Mini-Durchlauferhitzer ist eine kompakte Alternative zum Durchlauferhitzer in klassischer Größe. Trotz oder gerade wegen seiner überschaubaren Maße, entwickelt er in der Praxis viele Vorzüge. weiterlesen

Jetzt Installateur finden!