EnEV: Heizkessel nach 30 Jahren tauschen

Viele Hausbesitzer müssen ihre Heizkessel nach 30 Jahren tauschen. Und das nicht etwa, weil sie irreparable Schäden haben, sondern weil sie viel mehr Energie als nötig verbrauchen. So fordert es zumindest die aktuelle Energieeinsparverordnung (EnEV 2014). Wir erklären, was sich hinter der Pflicht verbirgt, welche Ausnahmen es gibt und welche Heizungsarten stattdessen infrage kommen.

EnEV verpflichtet zum Heizungstausch

Studien belegen immer wieder, dass viele Heizungen in Deutschland veraltet sind. Auch wenn sie noch zuverlässig laufen, verbrauchen sie dabei viel mehr Energie als nötig. Geht es darum diese einzusparen, bietet der Heizungstausch besonders große Potenziale. Aus diesem Grund fordert die Energieeinsparverordnung auch, dass viele Hausbesitzer ihre Heizkessel nach 30 Jahren tauschen müssen.

Heizkessel nach 30 Jahren tauschen und das Gebäude verbessern
Wenn Hausbesitzer ihren Heizkessel nach 30 Jahren tauschen, steigern sie auch den Wert ihrer Immobilie.

Nur bestimmte Heizkessel nach 30 Jahren tauschen

Die Pflicht aus § 10 der aktuell gültigen Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) erstreckt sich dabei längst nicht über jede Heizung. Denn generell geht es dabei nur um Anlagen, die mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen beschickt werden. Während das Gas- oder Ölheizungen betrifft, sind Wärmepumpen und Holzheizungen ausgenommen. Darüber hinaus müssen Hausbesitzer auch nur Heizkessel nach 30 Jahren tauschen, wenn diese nicht bereits mit Niedertemperatur- oder Brennwerttechnik ausgestattet sind. Ausgenommen sind außerdem Heizgeräte mit weniger als vier und mehr als 400 Kilowatt Nennleistung.

Niedertemperatur- und Brennwerttechnik erkennen

Während Hausbesitzer nur Konstanttemperatur-Heizkessel nach 30 Jahren tauschen müssen, sind Niedertemperatur- und Brennwertgeräte ausgeschlossen. Diese erkennt man zum Beispiel daran, dass sie mit einer raumtemperatur- oder witterungsgeführten Heizungsregelung arbeiten. Das heißt, dass sie die Vorlauftemperatur automatisch an die den vorherrschenden Bedingungen anpassen können. Bei alten Kesseln war das aufgrund der Materialien des Wärmeübertragers nicht möglich. Diese vertragen kein Kondensat in den Abgasen der Verbrennung und fahren deswegen immer mit sehr hohen Temperaturen.

Baujahr des Wärmeübertragers ist entscheidend

Hausbesitzer müssen auch dann ihren Heizkessel nach 30 Jahren tauschen, wenn sie bereits den Brenner getauscht haben. Denn entscheidend ist das Alter des Wärmeübertragers. Dessen Material gibt die Betriebsweise vor und ist damit ausschlaggebend, ob die Heizung im Niedertemperaturbereich arbeiten kann. Das Alter des Kessels erfahren Verbraucher übrigens durch einen Aufdruck auf dem Typenschild, das sich sichtbar am Wärmeerzeuger befindet.

Ausnahmen von der Nachrüstpflicht im Heizungskeller

Nicht alle Hausbesitzer müssen ihre Heizung nach 30 Jahren tauschen. So sind all jene Verbraucher ausgeschlossen, die ein Ein- oder Zweifamilienhaus bereits seit dem 01. Februar 2002 als Eigentümer selbst bewohnen. Zum Tausch verpflichtet sind dabei jene, die das Eigentum durch Kauf, Schenkung oder Erbe übernehmen. Für die Erfüllung haben sie dabei zwei Jahre Zeit.

Heizkessel nach 30 Jahren tauschen – diese Alternativen gibt es

Steht ein Heizungstausch an, haben Verbraucher heute viele Technologien zur Auswahl. Beispiele dafür sind Öl- und Gasheizungen oder Holzheizungen.

Gas- oder Ölheizung mit Brennwerttechnik

Die Öl- oder Gasheizung ist die einfachste Möglichkeit für eine neue Heizung. Die Kessel sind günstig, platzsparend und arbeiten durch die Nutzung des Brennwerteffektes sehr effizient. Während Gas in Zukunft als regenerativer Rohstoff zur Verfügung stehen wird, ist die Zukunft des fossilen Energieträgers Heizöl ungewiss. So diskutieren Experten und Politiker schon heute immer wieder über ein Verbot der Ölheizung.

Heizkessel nach 30 Jahren tauschen und Holzheizung installieren

Eine ökologisch günstige Alternative dazu ist die Holzheizung. Hier können sich Verbraucher zwischen dem Holzvergaserkessel und der Pelletheizung entscheiden. Während der Scheitholzkessel günstiger, dafür aber manuell zu beladen ist, funktioniert die Pelletheizung automatisch. Beide Technologien setzen auf einen nachwachsenden und regional verfügbaren Rohstoff, der darüber hinaus auch CO2-neutral verbrennt. Denn das Holz setzt im Wachstum ungefähr so viel Kohlendioxid in Sauerstoff um, wie es bei der Verbrennung an die Umwelt abgibt.

Solartechnik für die neue Heizung

Müssen Hausbesitzer ihren Heizkessel nach 30 Jahren tauschen, ist das auch eine gute Gelegenheit, um über Solarthermie nachzudenken. Die Anlagen wandeln kostenfreie Energie der Sonne in Heizwärme um und versorgen damit Räume und Trinkwasser mit Energie. Sie lassen sich darüber hinaus sehr gut mit den bereits vorgestellten Heizungsarten kombinieren und senken die Heizkosten.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Die Energieeinsparverordnung fordert, dass viele Hausbesitzer ihre Heizkessel nach 30 Jahren tauschen müssen. Das soll den Energieverbrauch senken und das Klima entlasten. Während die Pflicht generell nur Konstanttemperaturkessel für Gas oder Öl betrifft, sind viele Hausbesitzer befreit. Das gilt zum Beispiel dann, wenn sie ihr Haus schon seit Februar 2002 als Eigentümer bewohnen.

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