EnEV 2016 – Was sich jetzt beim Bauen ändert

Die EnEV 2016 ist eine Verschärfung der EnEV 2014, die Anfang dieses Jahres in Kraft getreten ist. Betroffen sind in erster Linie Neubauten. Hier gelten ab sofort verschärfte Anforderungen an die Energieeffizienz. Auch die Vorgaben für Energieausweise haben sich geändert. Bauherren und Käufer sollten die wichtigsten Regeln kennen. Denn andernfalls drohen im schlimmsten Fall sogar Bußgelder.

Bedeutung der EnEV 2016

Im Jahr 2002 wurde in Deutschland erstmals die Energiesparverordnung (EnEV) eingeführt. Sie regelt den Wärmeschutz sowie die Heizanlagentechnik von Häusern und stellt damit ein wichtiges Instrument der Energie- und Klimapolitik dar. Denn nach wie vor entfallen in Deutschland fast 40 Prozent des Energieverbrauchs und etwa 30 Prozent der Kohlendioxid-Emissionen auf beheizte Gebäude. Eine Senkung des Energiebedarfs ist daher ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einem klimaneutralen Bauen und Wohnen.

Die Energiesparverordnung wurde bereits mehrmals novelliert. Aktuell ist die EnEV 2014 in Kraft, die u.a. Verschärfungen von energetischen Standards ab 1. Januar 2016 vorsieht. Diese Vorgaben werden umgangssprachlich oft als „EnEV 2016“ bezeichnet.

Puzzleteile mit der Aufschrift enev 2016

Die Änderungen durch die EnEV 2016 im Überblick

Zahlreiche Vorschriften aus früheren Versionen der Energiesparverordnung gelten unverändert, etwa Regelungen zur Sanierung von Gebäuden. Das sind die wichtigsten Neuerungen, die seit Anfang dieses Jahres in Kraft sind:

  • Senkung des erlaubten Primärenergiebedarfs von Neubauten um 25 Prozent
  • Verpflichtende Verbesserung der Wärmedämmung bei Neubauten um 20 Prozent
  • Einführung von Bußgeldern bis zu 50.000 Euro bei Verstoß gegen die EnEV 2016

Was ändert sich konkret bei Neubauten?

Wer ein neues Wohnhaus errichtet, ist infolge der EnEV 2016 mit höheren Standards für Energiebedarf und Wärmedämmung konfrontiert. Der erlaubte Jahres-Primärenergiebedarf – er setzt sich aus der benötigten Energie für Heizung, Warmwasser, Kühlung und Lüftung zusammen – ist im Vergleich zur EnEV 2014 um 25 Prozent niedriger. Im Unterschied zu früheren EnEV-Fassungen orientiert sich der zulässige Höchstwert auch nicht mehr am Verhältnis von Gebäudehülle und -volumen, sondern an einem fiktiven „Referenz-Haus“, das in etwa dieselbe Grundform und Baumaße hat.

Darüber hinaus schreibt die EnEV 2016 eine verbesserte Wärmedämmung vor. Der Grenzwert für den zulässigen Wärmeverlust durch die Gebäudehülle sinkt im Vergleich zur EnEV 2014 um 20 Prozent. Häufig werden Bausachverständige damit beauftragt, die korrekte Ausführung des Bauvorhabens gemäß den Vorgaben der EnEV 2016 zu überprüfen. Sie können von Bauherren gegebenenfalls Nachbesserungen verlangen. Konkret sind von den verschärften Regelungen folgende Bauvorhaben betroffen:

  • Vorhaben, für die der Bauantrag ab 1. Januar 2016 eingereicht wird
  • Vorhaben, für die die Bauanzeige ab 1. Januar 2016 erstattet wird
  • Nicht genehmigungspflichtige Bauvorhaben, die ab 1. Januar 2016 beginnen
  • Frühere Bauvorhaben, wenn sie auf Wunsch des Bauherren nach den Vorgaben der EnEV 2016 beurteilt werden sollen

Was ändert sich bei Energieausweisen?

Seit 2009 ist für beheizte oder gekühlte Gebäude ein Energieausweis vorgeschrieben, wenn sie verkauft oder vermietet werden. Er soll somit als Informationsquelle für potentielle Käufer oder Mieter dienen. Mit der EnEV 2016 werden zusätzlich zu den bisherigen Kennwerten im Energieausweis Energieeffizienzklassen eingeführt, wie sie bereits jetzt bei Elektrogeräten verbreitet sind. Diese Kennwerte müssen zudem auch in Immobilienanzeigen angeführt sein. Eigentümer sind künftig somit verpflichtet, potentiellen Käufer oder Mietern den Energieausweis bereits bei der Besichtigung des Objekts vorzuweisen. Dieser Zeitpunkt war im Gesetz bisher nicht ausdrücklich festgeschrieben.

Erhöht die EnEV 2016 Baukosten und Miete?

Eine für Bauherren, Käufer und Mieter entscheidende Frage ist, ob die Verschärfungen im Rahmen der EnEV 2016 zu höheren Kosten führen. Nach Berechnungen der Bundesregierung sollen die Mehrkosten beim Neubau von Wohngebäuden etwa 2 Prozent betragen. Zu bedenken ist jedoch, dass sich durch die erhöhte Nachfrage nach energetisch optimierten Heizanlagen oder Dämmmaterialien auch der Preis für diese Produkte reduzieren wird. Darüber hinaus sind die laufenden Heizkosten niedriger, wenn die Heizung effizienter und das Gebäude besser wärmegedämmt ist. Geringe Steigerungen bei Mieten sind infolge der EnEV 2016 nicht auszuschließen. Das kann jedoch von Fall zu Fall verschieden sein.

Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Die EnEV 2016 soll einen Beitrag dazu leisten, den Energiebedarf von Wohngebäuden weiter zu senken. Aus diesem Grund gelten seit Januar 2016 verschärfte Auflagen für die Anlagentechnik und Wärmedämmung von Neubauten. Für Käufer und Mieter soll durch die veränderten Vorgaben bei Energieausweisen eine höhere Transparenz sichergestellt werden. Die gesteigerten Baukosten und Mieten werden vielfach durch verringerte Heizkosten kompensiert.

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