EnEV 2015: Die wichtigsten Vorgaben auf einen Blick

Energiesparverordnung 2015 oder EnEV 2015 – so bezeichnet man die gesetzlichen Neuerungen, die für Hausbesitzer oder Verkäufer bereits seit 2015 gelten. Sie stellen eine Verschärfung der 2014 publizierten EnEV 2014 dar. Doch nach wie vor herrscht häufig Unsicherheit: Wer ist betroffen, was genau ist zu tun? Um Probleme mit Behörden oder sogar Bußgelder zu vermeiden, sollten Sie die wichtigsten Vorgaben der EnEV im Jahr 2015 kennen.

Was genau regelt die Energiesparverordnung (EnEV)?

Viele Wohngebäude sind wahre Energiefresser: 40 Prozent unseres Energiebedarfs wenden wir durchschnittlich für die Beheizung, Warmwasserbereitung und Kühlung von Gebäuden auf. Die Ursache liegt häufig in veralteter Technik und unzureichender Wärmedämmung. Die Energiesparverordnung – kurz EnEV – soll das ändern. Sie regelt im Wesentlichen folgende Bereiche:

  • Energieausweise von Gebäuden
  • Anforderungen an die Energieeffizienz von Neubauten
  • Anforderungen an die Energieeffizienz bei der Modernisierung oder Renovierung bestehender Gebäude
  • Mindestanforderungen an die Anlagentechnik bei Heizung, Kühlung, Lüftung und Warmwasserbereitung

Erstmals im Jahr 2002 eingeführt, wurde die Energiesparverordnung seither mehrmals novelliert, aktuell gültig ist die EnEV 2014. Diese Fassung enthält jedoch auch Vorschriften, die erst später wirksam werden. Alle Änderungen, welche aufgrund der Energiesparverordnung im Jahr 2015 in Kraft treten, werden manchmal als „EnEV 2015“ bezeichnet.

EnEv 2015 Haus mit Verlauf Energieeffizienzklassen und ENEV 2015

Was hat sich durch die EnEV 2015 geändert?

Potentiell sind von der Energiesparverordnung im Jahr 2015 (im Folgenden kurz „EnEV 2015“) sowohl Hauseigentümer als auch -verkäufer betroffen. Für sie hat die EnEV im Jahr 2015 zu folgenden grundlegenden Änderungen geführt:

  • ab 1. Januar 2015: Austauschpflicht für bestimmte ältere Heizkessel
  • ab 1. Mai 2015: Verpflichtende Angabe von Energiekennwerten in Immobilienanzeigen
  • bis 31. Dezember 2015: Dämmung der obersten Geschossdecke

Darüber hinaus sind durch die Energiesparverordnung im Jahr 2015 auch Vorschriften in Kraft getreten, die private Bauherren oder Wohnungsbesitzer und -käufer nicht unmittelbar betreffen. So müssen beispielsweise auch in kleineren öffentlichen Gebäuden wie Schulen ab 8. Juli 2015 die Energieausweise ausgehängt werden.

Austauschpflicht von Heizkesseln

Heizkessel, die vor dem 1. Oktober 1978 in Betrieb waren, durften schon bisher nicht mehr verwendet werden. Nun wurde durch die Energiesparverordnung 2015 das Verbot auch auf Heizkessel ausgedehnt, die vor 1985 eingebaut wurden. Sie sind ab 1. Januar 2015 nicht mehr zulässig und müssen dann innerhalb von 2 Jahren durch einen effizienteren Kessel ersetzt werden. Allerdings sieht die EnEV 2015 umfassende Ausnahmeregelungen vor. So sind Brennwertkessel und Niedertemperatur-Kessel von der Austauschpflicht ausgenommen, selbst wenn sie vor 1985 in Betrieb waren. Ebenfalls nicht betroffen sind Eigentümer von Ein- oder Mehrfamilienhäuser, die bereits vor dem 1. Februar 2002 selbst in diesen Gebäuden gewohnt haben. Wer jedoch künftig ein Haus mit einem mehr als 30 Jahre alten Heizkessel kauft, muss die veraltete Heizung erneuern. Die Kosten können – je nach gewählter Heizung – zwischen 1.500 und 15.000 Euro variieren.

Energiekennwerte in Immobilienanzeigen

Auch für Makler und private Hauseigentümer, die ihre Immobilie verkaufen, sind aufgrund der EnEV im Jahr 2015 Änderungen wirksam geworden. Schon bisher war beim Verkauf oder bei der Vermietung ein Energieausweis vorgeschrieben. Die EnEV 2014 hat ergänzend zu den bisherigen Kennwerten Energieeffizienzklassen im Energieausweis eingeführt, die eine höhere Transparenz gewährleisten sollen. Eigentlich gilt bereits seit 1. Mai 2014 eine verpflichtende Angabe der Energiekennwerte in Immobilienanzeigen, wenn diese in kommerziellen Medien erscheinen – und zwar sowohl für Makler, als auch für Privateigentümer. Seit 1. Mai 2015 gilt eine Verletzung dieser Pflicht jedoch als Ordnungswidrigkeit. Verkäufer sollten daher unbedingt auf eine rechtskonforme Angabe achten, da die EnEV 2015 ansonsten Bußgelder von bis zu 15.000 Euro vorsieht.

Wärmedämmung der obersten Geschossdecke

Schon seit 2009 waren Hausbesitzer verpflichtet, das Dach oder die oberste Geschossdecke mit einer Wärmedämmung zu versehen. Im Gesetz waren jedoch keine technischen Mindestanforderungen festgeschrieben, die Regelung war daher weitgehend zahnlos. Da die Energiesparverordnung ab dem Jahr 2015 erstmals einen konkreten Grenzwert vorsieht, könnten viele Hausbesitzer zu einer nachträglichen Dämmung verpflichtet sein. Laut EnEV darf 2015 der sogenannte Wärmedurchgangskoeffizient der obersten Geschossdecke einen Wert von 0,24 nicht übersteigen. Betroffen sind alle obersten Geschossdecken – ob diese begehbar sind oder nicht, ist dabei unerheblich. Die dafür nötigen Investitionen bewegen sich im Schnitt zwischen 1.000 und 3.000 Euro.

Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Änderungen durch die EnEV 2015 im Überblick: Für Hauseigentümer und -verkäufer hat sich durch die EnEV 2015 Folgendes geändert: Veraltete Heizkessel müssen ausgetauscht werden, die Wärmedämmung der obersten Geschossdecke muss künftig bestimmte Mindeststandards erfüllen. In Immobilienanzeigen sind Energiekennwerte verpflichtend anzugeben.

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