EnEV 2014 – Die Änderungen im Überblick

Die Energiesparverordnung 2014 (EnEV 2014) gilt seit 1. Mai 2014. Sie soll die Energieeffizienz von Gebäuden erhöhen. Doch viele Hausbesitzer, Käufer und Bauherren sind ungenügend über ihre Pflichten informiert. Was beim Bauen zu beachten ist, wann Sie nachrüsten müssen und was sich bei Verkauf oder Vermietung geändert hat, erfahren Sie im folgenden Artikel.

Was versteht man unter der EnEV 2014?

Im Jahr 2002 wurden in Deutschland die Wärmeschutzverordnung und die Heizungsanlagenverordnung zu einer einzigen Verordnung zusammengefasst – der Energiesparverordnung (EnEV). Durch diese einheitliche Verordnung sollte die gesamte Energiebilanz von Gebäuden besser als bisher berücksichtigt werden. Ziel der EnEV ist es, bis 2050 einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen. Denn derzeit entfallen fast 40 Prozent des Energieverbrauchs in Deutschland auf beheizte oder klimatisierte Gebäude. Es besteht somit ein beträchtliches Einsparungspotential.

Seit ihrer Einführung ist die Energiesparverordnung mehrmals novelliert worden. Die letzte Novelle trat am 1. Mai 2014 in Kraft, sie wird als „EnEV 2014“ bezeichnet. Sie beinhaltet allerdings auch Änderungen, die erst in den Jahren 2015 und 2016 wirksam werden. Diese Änderungen werden gelegentlich unter den Bezeichnungen „EnEV 2015“ und „EnEV 2016“ zusammengefasst, obwohl die zugrundeliegende Verordnung immer die „EnEV 2014“ ist.

Blauer Himmer mit grünem EnEV 2014 Straßenschild, das nach rechts zeigt

Die wichtigsten Änderungen im Vergleich zu früheren Fassungen

Was hat sich nun mit der Energiesparverordnung 2014 geändert? Viele Regelungen aus der vorher geltenden Fassung, der EnEV 2009, blieben unverändert. Dazu zählen beispielsweise die Anforderungen bei der Gebäudesanierung. Das sind die wesentlichen Änderungen durch die EnEV 2014, die für private Bauherren, Hausbesitzer oder Käufer relevant sind:

  • Einführung von Energieeffizienzklassen bei Energieausweisen (ab 2014)
  • Verpflichtende Angabe der Energieeffizienzklasse in Immobilienanzeigen (ab 2014)
  • Verpflichtende Dämmung von Rohren und Armaturen sowie Einbau von Temperatur-Reglern (ab 2014)
  • Austauschpflicht für alte Heizkessel (ab 2015)
  • Verschärfung beim erlaubten Primärenergiebedarf von Neubauten (ab 2016)
  • Verschärfungen bei der Wärmedämmung von Neubauten (ab 2016)
  • Verpflichtung zur Dämmung der obersten Geschossdecke (ab 2016)
  • Einführung des sogenannten Modellgebäudeverfahrens bei der Berechnung der Energieeffizienz (ab 2014)

Was sich bei Neubauten ändert

Im Neubau haben sich die Anforderungen an die Energieeffizienz von Gebäuden durch die Energiesparverordnung 2014 beträchtlich verschärft. In jedem Fall betroffen sind Bauvorhaben, für die der Bauantrag ab 1. Januar 2016 eingereicht wird bzw. die Bauanzeige ab 1. Januar 2016 erstattet wird. Bei früher eingereichten Bauvorhaben kann der Bauherr entscheiden, ob die strengeren Vorschriften der EnEV 2014 oder die vorher geltenden Regelungen zur Anwendung kommen sollen.

Konkret gilt: Der maximal zulässige Primärenergiebedarf – also die Aufwendungen für Heizung, Kühlung, Warmwasserbereitung und Lüftung – sinkt um 25 Prozent im Vergleich zur früheren Fassung. Außerdem muss eine um 20 Prozent verbesserte Wärmedämmung der Außenfassade erreicht werden. Berechnet wird der Primärenergiebedarf anders als früher. Das sogenannte Modellgebäudeverfahren orientiert sich an einem fiktiven „Referenz-Haus“ mit etwa denselben Baumaßen wie das konkrete Bauvorhaben.

Was Hausbesitzer beachten müssen

Für den Gebäudebestand sieht die Energiesparverordnung 2014 nur einzelne Verschärfungen vor. Ungedämmte Heizungs- und Warmwasserrohre in unbeheizten Räumen mussten bereits ab 2014 gedämmt werden. Auch Standardheizkessel, die älter als 30 Jahre sind, sind ab 1. Januar 2015 nicht mehr zulässig und müssen innerhalb von 24 Monaten ausgetauscht werden. Davon ausgenommen sind Brennwertkessel und Niedertemperaturheizkessel, da diese einen höheren Wirkungsgrad besitzen.

Ebenfalls von der Pflicht ausgenommen sind Eigentümer von Ein- oder Zweifamilienhäusern, die das Gebäude bereits vor dem 1. Februar 2002 selbst bewohnt haben. Ab 1. Januar 2016 sieht die EnEV 2014 darüber hinaus eine verpflichtende Dämmung der obersten Geschossdecke von Gebäuden vor. Ein sogenannter Wärmedurchgangskoeffizient von 0,24 darf künftig nicht überschritten werden.

Die wichtigsten Änderungen bei Kauf, Verkauf und Vermietung

Beim Verkauf oder der Vermietung von Immobilien war bisher bereits ein Energieausweis vorgeschrieben. Die Energiesparverordnung 2014 führt nun sogenannte Energieeffizienzklassen im Energieausweis ein, wie sie bereits von Elektrogeräten bekannt sind – diese sollen für noch höhere Transparenz sorgen. In kommerziellen Immobilienanzeigen müssen die Energiekennwerte ab 1. Mai 2014 angegeben werden, ab 1. Mai 2015 gilt die Nichtveröffentlichung als Ordnungswidrigkeit. Außerdem schreibt die EnEV 2014 eine verpflichtende Übergabe des Energieausweises (in Kopie oder Original) an den Käufer oder Mieter vor. Bereits bei der Besichtigung eines Objekts muss der Energieausweis Interessenten vorgelegt werden.

Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Die EnEV 2014 im Kurzüberblick. Ziel der Energiesparverordnung 2014 ist es, den Energiebedarf von Gebäuden Schritt für Schritt zu senken. Bei Neubauten verschärfen sich künftig die Anforderungen an die Energieeffizienz, im Altbestand müssen veraltete Anlagenteile ausgetauscht werden. Dem Energieausweis kommt bei Vermietung und Verkauf höhere Bedeutung zu.

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