Energy Plus - für eine Zukunft ohne Energiekosten

Moderne Effizienzhäuser senken die Heizkosten aufgrund ihrer guten Dämmeigenschaften schon in beträchtlichem Maße. Das sogenannte Nullenergiehaus geht noch einen Schritt weiter und schafft es, selbst so viel Energie zu produzieren, wie es verbraucht. Der nächste logische Schritt wäre es, wenn ein Haus mehr Energie produziert, als darin verbraucht wird. Geht das überhaupt? Die Antwort: Ja, das funktioniert tatsächlich und nennt sich Plusenergiehaus.

Energy Plus: Planung und Bau

Energieverbrauch war gestern, denn das Plusenergiehaus schafft neue Tatsachen, indem es mehr Strom produziert als verbraucht. Gerade im Hinblick auf die Prognosen, nach denen die Energiekosten in den kommenden Jahren weiter steigen sollen, klingt das nach einer besonders lohnenswerten Investition. Die Energieeffizienz von Häusern wird ein immer wichtigeres Kriterium im Handel mit Immobilien. Bereits heute spielen Heizanlage und Dämmung des Hauses eine wichtige rolle für dessen Wert bzw. Werterhalt. Die steigende Nachfrage nach Energy Plus, also Plusenergiehäusern, sollte daher auch nicht weiter verwundern.

Eine Solarsiedlung besteht zum Teil aus Energy Plus-Häusern
© Reinhard Sester / fotolia

Der Aufwand sollte immer genau überprüft werden

Dazu muss es übrigens noch nicht einmal ein Neubau sein. So hat man es an der Technischen Universität Dortmund beispielsweise hinbekommen, einen Altbau aus den 70er-Jahren so zu sanieren, dass er mehr Energie produziert als verbraucht. Doch was möglich ist, muss längst nicht immer auch wirtschaftlich sein. Der Aufwand sollte demnach genau überprüft werden. Diese Prüfung beginnt bei den Rahmenbedingungen, also Grundstück, Ausrichtung des Hauses und insbesondere des Daches sowie die Lage. Photovoltaik und Solarthermie benötigen optimale Bedingungen. Dazu gehören eine möglichst hohe Globalstrahlung und keinerlei Verschattungen durch Bäume oder andere Gebäude.

Ein Plusenergiehaus produziert mehr eigene Wärme und Strom

Ein Plusenergiehaus benötigt vor allem eines: eine sehr gute Wärmedämmung. Diese trägt dazu bei, den Heizwärmebedarf auf einem möglichst niedrigen Niveau zu halten. Der Unterschied zu einem Passivhaus ergibt sich vielmehr aus der Tatsache, dass ein Plusenergiehaus mehr eigene Wärme und Strom produziert. Der verbleibende Wärmebedarf lässt sich auf verschiedene Arten decken. Wichtig dabei ist jedoch, dass konsequent auf die Verwendung erneuerbarer Energien gesetzt wird.

Kombination aus mehreren Heizsystemen

Typischerweise spielt die Solarthermie-Anlage bei Energy Plus eine große Rolle. Sollte diese allein einmal nicht ausreichen, kann über Photovoltaik zusätzlicher Strom gewonnen werden, mit dessen Hilfe dann eine Wärmepumpe betrieben wird. Darüber hinaus werden damit Lüftungsanlage und Wärmerückgewinnung betrieben. Natürlich kann der überschüssige Strom auch dazu verwendet werden, die Batterie eines Elektro- oder Hybridautos wieder aufzuladen. In dem Fall trägt das Konzept Energy Plus auf indirekte Weise dazu bei, die CO2-Emissionen zu vermindern.

Energiezufuhr von außen

Mit dem überschüssigen Teil der Energie, der in ein öffentliches Netz eingespeist wird, lässt sich die Verwendung von Brennstoffen kompensieren. Das betrifft beispielsweise Holzpellets. Dabei handelt es sich zwar um einen erneuerbaren Energieträger, aber auch dieser muss von außen zugeführt werden und ist nicht unendlich verfügbar. Beim Energy Plus wird jedoch eines nicht berücksichtigt: Graue Energie. Damit ist jener Energieverbrauch gemeint, der beim Bau des Plusenergiehauses und zur Beschaffung der nötigen Rohstoffe anfällt.

Energy Plus als Lösungsansatz für die Energiewende

Energy Plus ist sicherlich ein zukunftsweisendes Konzept, lässt sich aber nicht immer und überall realisieren. Wichtig sind vor allem die Grundvoraussetzungen den Standort bzw. die Lage betreffend. Darüber hinaus ist mit vergleichsweise hohen Investitionskosten zu rechnen. Bezieht man dann noch die graue Energie mit ein, zeigt sich, dass auch ein Plusenergiehaus nicht zu 100 Prozent "sauber" sein muss. Plusenergiehäuser können künftig jedoch dazu in der Lage sein, jene Überschüsse zu erwirtschaften, die an anderer Stelle zum Zwecke einer Energiewende benötigt werden.

Heizung.de Autor Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Ein Energy Plus-Haus produziert mehr Energie, als es selbst verbraucht. Um ein solches Haus bauen zu können, sind hohe Investitionen notwendig. Dennoch kann dieser Trend ein Lösungsansatz sein, die von der Bundesregierung angestrebte Energiewende zu schaffen.

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