Energiesparen im Alltag – 6 kuriose Fakten

Der Klimawandel ist aus Sicht der meisten Wissenschaftler menschengemacht. Um ihn nicht unnötig zu beschleunigen, kann der einzelne Mensch etwas dagegen tun, indem er Energie nicht verschleudert, sondern sie effizient einsetzt. Kurzum: Jeder allein kann im Alltag seinen Beitrag für den Klimaschutz leisten. Aber wie sieht denn Energiesparen im Alltag konkret aus? Darüber haben sich schon viele kluge und renommierte Menschen Gedanken gemacht. Herausgekommen sind nicht immer anwendbare Tipps, sondern zum Teil auch skurrile Vorschläge, wie die folgenden sechs Fakten zeigen.

Die ersten 3 kuriosen Tipps zum Energiesparen im Alltag

1. Rumhängen und Energie sparen

Was in der Arbeitswelt auch unter dem Begriff Antriebslosigkeit bekannt ist, ist in der Natur durchaus eine Überlebensstrategie – zumindest für das Faultier. Indem es sich möglichst langsam bewegt und nur für das Nötigste seine Energie aufwendet, muss es nicht ständig auf die Jagd nach Essbarem gehen. Auch seine Verdauung ist auf die energiesparende Lebensart ausgerichtet. Sie dauert bis zu einer Woche. Schließlich soll auch das letzte Verwertbare aus der Nahrung entzogen werden. Das Energiesparkonzept greift natürlich auch auf das Thema Heizen über. Kühlt die Umgebung ab, so sinkt auch die Körpertemperatur eines Faultieres. Um nach einer kühlen Nacht wieder auf die gewünschte Körpertemperatur zu kommen, lässt sich das Faultier einfach von der Sonne aufwärmen. Als Lebenskonzept für Menschen eignet sich diese Lebensweise aber nicht. Schließlich gehört eine der wenigen Faultierstämme seit 2012 zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten.

Brennende Kerzen symbolisieren Tipps für Energiesparen im Alltag
© Smileus / Fotolia

2. Heizen mit Körperwärme

In Zeiten steigenden Heizkosten liegt die Idee, mit Körperwärme zu heizen, nicht allzu weit entfernt. Schließlich hatten die Bauern in früheren Zeiten auch Nutztiere mit ins Haus geholt, um ihre Körperwärme als Heizenergie zu gewinnen. Ein großer Stromversorger hat ausgerechnet, dass die von drei ausgewachsenen Kühen in einem Jahr abgegebene Wärme ausreichen würde, um eine Altbauwohnung mit 100 Quadratmetern tagelang zu heizen. Dass diese Kühe auch Methan ausstoßen und die Luftqualität durch ihre Anwesenheit nicht unbedingt verbessern wird, darf nicht verschwiegen werden. Viel effizienter ist hingegen eine an den Wärmebedarf angepasste Heizungsanlage.

3. Auf Googlen verzichten

Suchmaschinen wie Google und Bing sind heute nicht mehr wegzudenken. Menschen fragen nicht mehr, sie suchen nur noch im Netz nach Antworten. Die Frage: „Was esse ich heute“ hat allein auf Google ein monatliches Suchvolumen von 9.900 (Stand: Mai 2017). Was viele Menschen nicht wissen: Um die Ergebnisse (615.000) auf diese Frage in kürzester Zeit (0.36 Sekunden) finden, filtern und einblenden zu können, sind unermesslich große Rechenzentren nötig. Diese brauchen wiederum Strom. Sehr viel Strom, um genauer zu sein. Mehreren Untersuchungen zufolge verbraucht eine einzelne Google-Suche etwa so viel Strom wie eine Energiesparlampe pro Stunde. Ganz auf Googlen verzichten kann aber in einigen Fällen zu einer Minderung der Lebensqualität führen. Eine verhältnismäßige Nutzung ist hingegen ratsam.

Noch 3 Tipps, um Energie im Alltag zu sparen

4. Strom erzeugen durch Radeln

Wer künftig mit ruhigem Gewissen googlen möchte, kann seinen eigenen Strom auch selbst erzeugen. Dass das mit Standrädern und viel Muskelkraft möglich ist, haben über 2.500 Teilnehmer in Osnabrück Anfang 2017 gezeigt. Sie haben über 24 Stunden mit Radeln so viel Strom erzeugt, dass ein kleines Elektroauto mit der Ladung 130,7 Kilometer zurücklegen konnte. Neuer Weltrekord! Wer aber nicht die Zeit und die Kraft hat, solange auf dem Sattel zu sitzen und zu strampeln, kann den Strom auch mithilfe einer Solaranlage produzieren. Die dadurch gewonnene Wirtschaftlichkeit beruhigt nicht nur das Gewissen, sondern auch den eigenen Geldbeutel.

5. Beim Urinieren Strom erzeugen

Der Strom für Suchanfragen und den Betrieb kleinerer Elektrogeräte kann auch mithilfe des Urins erzeugt werden. Möglich machen das unter anderem lebende Mikroorganismen, die die im Urin enthaltenen organischen Substanzen verarbeiten. Während des Energiestoffwechsels entstehen Elektronen. Mithilfe einer sogenannten mikrobiellen Brennstoffzelle werden die Elektronen teilweise in Strom umgewandelt. Diese auf den ersten Blick skurrile Idee hat einen ernsten Hintergrund. Die Entwickler wollten damit Toiletten in Flüchtlingslagern beleuchten, um die Sicherheit der dort lebenden Frauen und Kinder zu erhöhen. Ein Einsatz hierzulande ist nicht vorgesehen.

6. Räume mit Glühwürmern beleuchten

Wenn es um die Effizienz geht, dann hat die Natur nach wie vor einige Paradebeispiele parat – auch in puncto energieeffiziente Nutzung. Glühwürmer beispielsweise können mit derselben Energiemenge über 2.000 Mal so viel Licht erzeugen wie Wachskerzen und fast 10 Mal so viel wie Energiesparlampen. Es kommt beim Licht jedoch auch auf die Leuchtstärke an. Im Vergleich zu einer Kerze ist die Leuchtstärke eines von einem Glühwürmchen ausstrahlenden Lichts äußerst schwach. Auch die Lebensdauer dieses natürlichen Leuchtens ist verhältnismäßig kurz. Denn Glühwürmer erzeugen in erster Linie Licht, um eine Paarung voranzutreiben. Nach diesem Akt verglüht dieses Liebeslicht und mit ihm auch das Glühwürmchen.

Bild unseres Autoren Minh Duc Nguyen

Fazit von Minh Duc Nguyen

Nicht jeder gut gemeine Energiespartipp lässt sich sinnvoll umsetzen. Es gibt im Alltag aber viele Möglichkeiten, Energie zu sparen. Sei es, bei vielen Elektrogeräten auf den Stand-by-Modus zu verzichten oder die Waschmaschine immer voll zu beladen. In manchen Fällen lässt sich Energie auch durch temporäres Nichtstun sparen.

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