Energierückgewinnung: Definition und Einsatz in der Praxis

Im Fachjargon wird die Energierückgewinnung als "Rekuperation" bezeichnet. Sie kommt in vielen Bereichen vor, wo Energie verwendet wird, darunter auch in Haushalten, wenn es um die Umwandlung eines Rohstoffes hin zu Wärmeenergie geht. Im Zuge der Energiewende ist es nicht nur wichtig, dass umweltfreundliche Rohstoffe häufiger und intensiver genutzt werden. Auch dass möglichst wenig Energie beim Erreichen des definierten Ziels (beispielsweise der Erzeugung von Wärme) verloren geht, zählt zu den Zielen. Das prominenteste Beispiel der Energierückgewinnung ist für viele Verbraucher wohl der verbaute Brennwertkessel einer Heizungsanlage.

Energierückgewinnung: Warum ist sie so sinnvoll?

Energierückgewinnung kommt zum aktuellen Zeitpunkt primär in zwei Feldern zum Einsatz: bei der Wärme und bei Antrieben. Letztere fokussieren sich vor allem auf elektrisch angetriebene Schienenfahrzeuge, wie beispielsweise die Tram/U-Bahn in der Großstadt. Die Energie, die bei einem Bremsvorgang entsteht, wird im Zuge dessen in die Oberleitung eingespeist und kann daher zum teilweisen Antrieb von einem Elektromotor verwendet werden. Immer dann, wenn eine Tram (oder eine E-Lok) also bremst, gewinnt sie einen Teil dieser Energie in den Kreislauf zurück, wodurch sich wiederum der Bedarf "neuer" und bisher ungenutzter Energie reduziert.

Energierückgewinnung erfolgt auch über eine kontrollierte Wohnraumlüftungsanlage
© Schulzfoto | Fotolia

Einsatzbereiche mit Energierückgewinnung

Selbiges gilt für den Einsatz der Energierückgewinnung überall da, wo Wärme erzeugt wird, so auch in einer Immobilie mit spezifischer Heizungsanlage. Abgase spielen hierbei eine entscheidende Rolle. Sie entstehen zwangsweise, wenn beispielsweise Gas in einer Anlage verbrannt wird. Das Abgas selbst besitzt eine ausgesprochen hohe Temperatur, enthält also viel Wärme, die während der Verbrennung freigegeben wurde. Wenn die Abgase nun einfach durch den Schornstein nach draußen geblasen werden, geht all diese Energie verloren. Erneut bildet die Energierückgewinnung die Lösung. Denn diese stellt sicher, dass die Abgase in einem zweiten Schritt kondensieren, wodurch verborgene Wärme freigesetzt und weiterverarbeitet wird. Der Brennwertkessel ist solch ein Instrument der Energierückgewinnung.

Auch Lüftungsanlagen nutzen dieses Prinzip

Dadurch ergeben sich zwei konkrete Umstände: Der Bedarf neuer, ungenutzter Rohstoffe wird reduziert, während das Gas selbst bestmöglich beansprucht wird, was wiederum die laufenden Kosten reduziert und zugleich noch die Umwelt schont. Die Energierückgewinnung kommt auch noch in anderen Installationen zum Einsatz, die unmittelbar mit der Wärmeerzeugung in Verbindung stehen. Das sind beispielsweise Wärmeübertrager bei Lüftungsanlagen. Diese können ebenfalls für eine Rückgewinnung der Wärme sorgen. Das Prinzip ist einfach erklärt. 

  1. Warme, verbrauchte Luft wird beim Ausblasen durch einen Wärmetauscher vorbeigeführt. 
  2. Dort gibt sie ihre Energie ab und strömt herunter gekühlt nach außen. 
  3. Die so gewonnene Wärme im Wärmetauscher wird auf die hineingesogene, frische Luft von außen übertragen, wodurch sie sich aufwärmt. 

Das Ergebnis: Der betreffende Raum kühlt nicht ab und die Heizung muss weniger leisten. Wie der Vorgang im Detail aussieht, lesen Sie im Beitrag "Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung". 

Haben Sie alles verstanden? Dann machen Sie mit bei unserem "Quiz zur Energierückgewinnung".

Heizung.de Autor Philipp Hermann
Fazit von Philipp Hermann
Die eben beschriebene Energierückgewinnung ist keinesfalls zu unterschätzen, weder aus Kostensicht noch mit Hinblick auf die Ziele der Energiewende und den Erhalt der Umwelt. Da im zweiten Schritt ein Teil der Energie (beispielsweise durch Bremsungen bei Antrieben oder durch Abgase in der Wärmeanlage) zurückgewonnen und wieder dem Kreislauf eingespeist wird, reduziert sich zwangsläufig der Bedarf an weiterer Energie, weshalb der finale Verbrauch ebenfalls sinkt. Rekuperation ist deshalb als ein wichtiger physischer Prozess, welcher immer stärker und häufiger zum Einsatz kommt.
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