Energieausweis: Die wichtigsten Werte

Geht es um eine neue Wohnung oder ein neues Haus, werden die Kosten für Strom und Heizung zu einem immer wichtigeren Entscheidungskriterium. Den ersten Anhaltspunkt für die energetische Qualität von Heizung und Co. liefert dabei der Energieausweis. Aber was bedeuten eigentlich die darin angegebenen Kennzahlen? Im folgenden Beitrag geben wir einen Überblick über die Bedeutung der wichtigsten Werte im Energieausweis und erklären, wann welcher Typ benötigt wird.

Was ist ein Energieausweis und wann wird er benötigt?

Der Energieausweis wurde eingeführt, um die energetische Qualität von Gebäuden transparenter zu machen. So gibt er zum Beispiel Aufschluss über den Energieverbrauch, die Wirksamkeit der Gebäudedämmung und die Effizienz der installierten Heizung. Erstellt werden muss er immer dann, wenn ein Gebäude neu gebaut oder Häuser und Wohnungen verkauft oder vermietet werden.

Was ist der Energieausweis?

Bei der Art des Energieausweises unterscheidet man zwischen:

  • verbrauchsgebundenem Energieausweis
  • bedarfsgebundenem Energieausweis

Der Energieausweis nach dem Verbrauch

Der Energieausweis nach dem Verbrauch – auch Verbrauchsausweis genannt – wird mit realen Energieverbrauchsdaten von drei aufeinanderfolgenden Jahren erstellt. Er ist günstig und bildet neben der energetischen Qualität auch das Nutzerverhalten ab. Wird ein Haus dabei sehr sparsam beheizt, fallen die Werte deutlich besser aus, als würde das gleiche Haus immer mit hohen Temperaturen bewohnt werden. Aussagen über die Heizkosten sind dabei nur eingeschränkt möglich.

Ein verbrauchsgebundener Energieausweis ist zu erstellen, wenn:

  • ein Gebäude oder eine Wohnung verkauft oder vermietet wird
  • das Haus mehr als 4 Wohnungen hat
  • das Haus nach 1977 errichtet wurde, oder mindestens den Anforderungen der Wärmeschutzverordnung vom 11. August 1977 entspricht

Der Energieausweis nach dem Bedarf

Der Energieausweis nach dem Bedarf – auch Bedarfsausweis genannt – wird mithilfe einer umfassenden Berechnung erstellt. Berücksichtigt werden dabei unter anderem die energetische Qualität der Gebäudehülle sowie die Effizienz der installierten Heizung. Da der Berechnung ein sogenanntes Standardnutzungsverhalten zugrunde gelegt wird, kann es auch hier sein, dass die ermittelten Werte von den realen Verbrauchsdaten abweichen.

Ein bedarfsgebundener Energieausweis ist zu erstellen, wenn:

  • ein Gebäude neu gebaut wird
  • ein Haus oder eine Wohnung verkauft oder vermietet wird, die weniger als 5 Wohnungen hat und nicht den Anforderungen der Wärmeschutzverordnung vom 11. August 1977 entspricht

Welche Werte enthält der Energieausweis?

Unabhängig davon, ob der Energieausweis auf Basis des Verbrauchs oder des Bedarfs eines Gebäudes erstellt wurde, enthält er verschiedene Kennzahlen. Diese sind:

  • der Endenergiebedarf
  • der Primärenergiebedarf
  • der Transmissionswärmeverlust
  • die Energieeffizienzklasse

Was ist der Endenergiebedarf?

Der Endenergiebedarf ist ein Kennwert für den tatsächlichen Verbrauch eines Gebäudes. Er berücksichtigt alle Verluste, die zum Beispiel durch die Gebäudehülle oder die Heizungsanlage entstehen. Er kann somit zur Ermittlung der Brennstoffkosten verwendet werden. In der Regel wird der Endenergiebedarf als spezifische Größe – also bezogen auf die Gebäudenutzfläche – in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr (kWh/m²a) angegeben.

Der Primärenergiebedarf ist ein Kennwert, der neben den tatsächlichen Wärmeverlusten im Gebäude auch den Aufwand für Beschaffung, Umwandlung und Transport der eingesetzten Rohstoffe berücksichtigt. Ermittelt wird er, in dem der Endenergiebedarf mit einem sogenannten Primärenergiefaktor – einem brennstoffabhängigen Korrekturfaktor – multipliziert wird. Während die Bewertung fossiler Energieträger wie Gas oder Öl mit dem Faktor 1,1 schlechter ausfällt, erreicht eine Holzheizung beispielsweise durch den Primärenergiefaktor 0,2 eine besonders gute Umweltbilanz.

Was ist der Transmissionswärmeverlust?

Der Transmissionswärmeverlust ist ein Kennwert, der bei der Erstellung eines Bedarfs-Energieausweises ermittelt wird. Er gibt an, wie viel Wärme über Türen, Fenster, Wände oder Dachflächen verloren geht und wird in Watt pro Kelvin und Quadratmeter angegeben. Je kleiner der Transmissionswärmeverlust ist, desto niedriger fallen in der Regel auch die Heizkosten aus.

Was sind die Energieeffizienzklassen?

Die Energieeffizienzklassen wurden eingeführt, um die Kennwerte des Energieausweises schnell und einfach zu verstehen. Sie richten sich nach dem Endenergiebedarf und geben die Qualität eines Gebäudes von A+ über A bis H in 9 Stufen an. Wie die Zahlenwerte zum Endenergiebedarf, ermöglichen die Energieklassen eine Aussage zu den entstehenden Heizkosten.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Der Energieausweis gibt einen Überblick über die Qualität eines Gebäudes. Vor allem bei Verkauf oder Vermietung ermöglicht er dabei auch eine erste Aussage zu den möglichen Heizkosten. Bedenken sollte man jedoch, dass die Ergebnisse des Energieausweises in der Realität auch abweichen können – ganz nach den eigenen Heizgewohnheiten.

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