Einrohrheizung: Funktion und Optimierung

Die Einrohrheizung ist eine wasserführende Heizung. Anders als heute typische Zweirohrsysteme besteht sie aus einer Ringleitung, die alle angeschlossenen Heizflächen nacheinander mit Heizwasser versorgt. Während das hohe Materialeinsparungen ermöglicht, ergeben sich auch Nachteile. Wir erklären, wie die Technik funktioniert und zeigen, dass die Einrohrheizung auch Probleme mit sich bringt. Erfahren Sie außerdem, wie sich ein Einrohrsystem optimieren lässt. 

Aufbau und Funktion einer Einrohrheizung

Wie der Name bereits vermuten lässt, besteht die Einrohrheizung aus einem Rohrstrang, der nacheinander alle Heizkörper miteinander verbindet. Das vom Kessel erwärmte Heizungswasser strömt dabei durch die Wärmeabnehmer und gibt immer einen Teil seiner Energie ab. Für den nötigen Antrieb sorgt eine Heizungspumpe. Einen Rücklauf, der das Medium in modernen Anlagen direkt zur Heizung zurückleitet, gibt es hier nicht.

Erbaut wurden die Einrohrsysteme vor allem in den 1970er und 1980er Jahren. Experten gehen davon aus, dass auch heute noch mehr als eine Million Einrohrheizungen in Ein- und Mehrfamilienhäusern laufen.

Handwerker installiert eine Einrohrheizung
© Sketchphoto / Shutterstock.com

Heizkörperanbindung in Reihe oder mit Bypass  

Der Anschluss der Heizkörper erfolgt bei einer Einrohrheizung entweder in Reihe oder mit einem speziellen Bypass. Bei der ersten Variante strömt das gesamte Heizungswasser durch jeden Heizkörper. Verbrauchen die ersten bereits sehr viel Wärme, bleibt für die letzten im Strang kaum noch etwas übrig. Besser funktioniert die Bypass-Schaltung, bei der jede Heizfläche einen kleinen Teil des gesamten Umlaufwasserstroms abzweigt.

Auslegung der Heizkörper nach der Lage im System

Die Vorlauftemperatur der Heizung nimmt im Einrohrsystem stark ab. Während die ersten Heizkörper dabei noch mit heißem Wasser versorgt werden, müssen die letzten mit einer geringeren Systemtemperatur auskommen. Um diesen Umstand auszugleichen, steigt die Größe der Heizflächen mit der Entfernung zum Stranganfang. Das heißt: Die ersten Heizkörper im Einrohrsystem sind klein, während die letzten vergleichsweise groß ausfallen.

Sonderform: Die Umkehr-Einrohrheizung

Für Abhilfe sorgt die Pendikel- oder Umkehrheizung. Hier dreht die Strömungsrichtung im System in regelmäßigen Abständen. Der Vorlauf verwandelt sich in den Rücklauf und alle Heizflächen arbeiten im Durchschnitt mit der gleichen Heizmitteltemperatur. Durch die Speicherfähigkeit der Heizkörper und die Trägheit der Thermostate bekommen Verbraucher von der speziellen Fahrweise kaum etwas mit.

Einrohrheizung: Probleme und Nachteile  

Einrohrsysteme sind günstig und schnell zu installieren. Sie reagieren nicht träge und heizen das Haus schnell auf. Durch ihre speziellen Eigenschaften bringt die Einrohrheizung aber auch Probleme mit sich. So wirken sich Einstellungen eines Heizkörpers oft schon auf das gesamte System aus. Verbrauchen die ersten Wärmeabnehmer sehr viel Energie, sinkt die Vorlauftemperatur und die übrigen bekommen unter Umständen zu wenig ab. Bleiben Heizflächen am Stranganfang geschlossen, sinkt die Temperatur des Heizungswassers nicht und die gesamte Anlage lässt sich nur schwer regulieren. Vor allem bei hohen Systemtemperaturen geben auch die Rohrleitungen viel Wärme an die Räume ab. Dabei ist ganz egal, ob ein Bedarf besteht oder nicht.

Verbraucht das System zu wenig Wärme, fließt der Rücklauf heiß zum Kessel zurück. Moderne Technologien wie die Brennwertheizung verlieren dabei an Effizienz und verbrauchen oft mehr Energie als nötig. Wärmeseitig liegt der Mehrverbrauch im Vergleich zur Zweirohrheizung in der Regel bei 15 bis 25 Prozent. Ein weiteres Problem der Einrohrheizung: Da sich die Systeme schlecht regulieren lassen, fahren Heizungspumpen häufig mit voller Leistung. Sie verbrauchen dabei nicht selten 70 Prozent mehr Energie, als in einer modernen Anlage.

Tipps: Einrohrheizsystem optimieren  

Auch wenn die Einrohrheizung viele Probleme und Nachteile hat: Sie lässt sich optimieren, sodass die Heizkosten nur wenig über denen einer modernen Anlage liegen. Eine erste Möglichkeit ist der Austausch des Systems. Dabei bauen Experten die alte Einrohrheizung aus und ersetzen sie durch ein effizientes Zweirohrsystem. Während dieses zu hohen Energieeinsparungen und günstigen Heizkosten führt, sind die Ausgaben für die Maßnahme recht hoch.

Eine günstigere Alternative bietet ein hydraulischer Abgleich. Wie dieser bei einer Einrohrheizung funktioniert, erklärt der Beitrag Heizung im Einrohrsystem optimieren. Darüber hinaus kann es sich lohnen, die Heizungsrohre zu dämmen und die alte Pumpe durch eine Hocheffizienzpumpe zu ersetzen.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Die Einrohrheizung ist eine wasserführende Heizung, bei der ein Rohr alle Heizkörper mit Wärme versorgt. Einen typischen Rücklauf, der das Heizungswasser von jeder Heizfläche zum Kessel führt, gibt es nicht. Während die Systeme günstig zu installieren sind, hat die Einrohrheizung Probleme: Sie lässt sich nur schwer regulieren und verursacht hohe Heiz- und Stromkosten. Wer ein Einrohrsystem optimieren möchte, kann einen hydraulischen Abgleich durchführen, die Heizungsrohre dämmen und alte Pumpen austauschen. 

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