Einblasdämmung: Materialien und Kosten 

Die Einblasdämmung beschreibt ein günstiges und schnelles Verfahren, um die energetische Qualität von Bauteilen zu verbessern. Sie eignet sich zur Dämmung von Fassaden, Dächern, Dachböden oder Kellern und ist vergleichsweise günstig. Wir erklären, wie die Einblasdämmung funktioniert und wann das Verfahren zur Anwendung kommt. Außerdem geben wir einen Überblick über gängige Materialien, deren Eigenschaften und Kosten. 

Das Verfahren der Einblasdämmung einfach erklärt  

Die Einblasdämmung ist ein Verfahren, bei dem Experten kleinteilige Dämmstoffe in die Zwischenräume zweischaliger Bauteile einbringen. Möglich ist das mit speziellen Einblasmaschinen. Diese nehmen den Dämmstoff auf und befördern ihn mit Luftdruck durch einen Schlauch direkt in das jeweilige Bauteil. Da Wände, Decken oder Dächer dazu nur an einzelnen Stellen geöffnet werden müssen, ist das Verfahren schnell und kostengünstig. In den folgenden Abschnitten erklären wir, wie die Einblasdämmung an verschiedenen Bauteilen funktioniert.

Ausnahmen von der EnEV:

Wer ein zweischaliges Bauteil mit Einblasdämmung aus nachwachsenden Rohstoffen verfüllt, erreicht die EnEV-Anforderungen mit Dämmstoffen, die eine Wärmeleitfähigkeit von 0,45 (W/mK) aufweisen. Spezielle U-Werte sind dann nicht einzuhalten. [INFOBOX]

Einblasdämmung an einer zweischaligen Fassade  

Zur Dämmung zweischaliger Mauerwerke öffnen Experten die äußere Schicht an verschiedenen Stellen. Sie inspizieren den Hohlraum mit einem Endoskop und bringen anschließend die Einblasdämmung mit einem Schlauch lückenlos ein. Wie bei jeder anderen Art der Fassadendämmung, kommt es auch hier auf eine fachgerechte Ausführung an. Nur so lassen sich Wärmebrücken vermeiden, die den U-Wert lokal schwächen und Feuchteprobleme wie Schimmel in der Wohnung verursachen können.

Dämmung zum Einblasen an Schräg- und Flachdächern  

Auch am Dach kommt die Einblasdämmung häufig zum Einsatz. Hier lässt sie sich zwischen den Sparren einbringen, ohne die äußere oder innere Verkleidung zu entfernen. Voraussetzung ist jedoch, dass das Dach dicht und intakt ist. Um die Dämmstoffe vor Feuchtigkeit zu schützen, bringen Experten teilweise Kunststoffsäcke in die Sparrenzwischenräume ein, die sie dann von außen mit den Dämmstoffen befüllen. Um die Qualität der Bauteile zu optimieren, lässt sich die Einblasdämmung mit einer Unter- oder einer Aufsparrendämmung kombinieren.

Einblasdämmung für die oberste Geschossdecke

Die Dachbodendämmung ist eine der günstigsten und effektivsten Dämmmaßnahmen am Haus. Dämmstoffe lassen sich dabei in den vorhandenen Hohlraum der obersten Geschossdecke einblasen. Alternativ können Experten die Materialien auch als lose Schüttung auf dem Dachboden verteilen. Bei der letztgenannten Variante ist der Boden unter dem Dach ohne Weiteres nicht mehr zu betreten.

Dämmung von Keller- und Zwischendecken im Haus 

Ähnlich wie an der Decke zum kalten Dachgeschoss, kann eine Einblasdämmung auch die energetische Qualität der Kellerdecke verbessern. Neben sinkenden Wärmeverlusten und Heizkosten trägt das zu einem steigenden Komfort bei. Denn durch die Maßnahme ist der Boden zum Keller wärmer und kalte Füße gehören der Vergangenheit an.

Einblasdämmung aus Holzfaserflocken
© Ingo_Bartussek  – stock.adobe.com

Geeignete Dämmstoffe für die Einblasdämmung 

Grundsätzlich sind heute verschiedenste Dämmstoffe für die Einblasdämmung geeignet. Experten unterscheiden dabei rieselfähige und nichtrieselfähige Materialien. Rieselfähig sind zum Beispiel Kügelchen aus Polystyrol, Perlite oder Schaumglas. Nicht rieselfähig sind hingegen Flocken aus Stein- oder Glaswolle.

Einblasdämmung EigenschaftenEinsatzbereich Wärmeleitfähigkeit (in W/mK)

Zellulose 

Zellulosedämmung besteht aus recyceltem Papier, das zum Brand-, Schimmel- und Insektenschutz mit Zusatzstoffen vermischt wurde. Die Zellulose Einblasdämmung hat aber auch Nachteile. So ist die Wärmeleitfähigkeit vergleichsweise hoch. 

Zwischensparrendämmung, Flachdachdämmung, Dachbodendämmung


0,040 bis 0,045
Steinwolle  Auch Steinwolle eignet sich zur Einblasdämmung. Das Material hat gute Brand- und Schallschutzeigenschaften. Fassadendämmung, Dachdämmung, Dachbodendämmung, Dämmung und Brandschutz von Installationsschächten 0,035 bis 0,040
Glaswolle Glaswolle ist ein nachhaltiger, recycelter Rohstoff, der auch ohne chemische Zusätze nicht brennbar ist. Fassadendämmung, Dachdämmung, Dachbodendämmung, Dämmung und Brandschutz von Installationsschächten 0,035 bis 0,040
HolzfaserHolzfaserflocken sind natürlich und nachwachsend. Sie sind setzungssicher, besonders diffusionsoffen und gut für die Einblasdämmung geeignet.Fassadendämmung, Dachdämmung, Dachbodendämmung,0,038 bis 0,045
PerlitePerlite Dämmstoffe bestehen aus expandiertem Lavagestein. Sie verrotten oder brennen nicht und halten hohen Temperaturen sowie Insekten stand.Fassadendämmung0,040 bis 0,070
EPS-GranulatEPS-Granulat bezeichnet feine Kügelchen aus Polystyrol. Sie bieten einen guten Wärmeschutz und sind setzungsfrei. Nachteilig ist die energieintensive Herstellung aus fossilem Rohöl.Fassadendämmung0,033 bis 0,040
AerogeleAerogel-Granulat bestehen aus Silikat (Kieselsäuregranulat). Es ist in feinen Korngrößen erhältlich und kommt mit sehr kleinen Öffnungen im Baukörper zurecht. Ein besonderer Vorteil ist der optimale Wärmeschutz, den aktuell kein anderer Dämmstoff zur Einblasdämmung überbieten kann.Fassadendämmung0,021

Damit die Einblasdämmung ihre Funktion dauerhaft erhalten kann, müssen die eingesetzten Materialien wasserabweisend (auch hydrophob) sein. Andernfalls würden sie sich wie ein Schwamm mit Wasser aufsaugen. Das hätte Feuchteprobleme zur Folge und würde den U-Wert der Bauteile schwächen. Denn das aufgenommene Wasser leitet Wärme sehr gut durch die Materialien. 

Vorteile und Nachteile der Dämmung zum Einblasen 

Die Einblasdämmung ist vergleichsweise günstig, sauber und schnell umsetzbar. Für die Dämmung stehen jedoch meist nur schmale Hohlräume zur Verfügung. Die Dämmstärken sind dadurch begrenzt und der Wärmeschutz ist eingeschränkt. Natürliche Rohstoffe wie Zellulose zur Einblasdämmung haben außerdem den Nachteil, dass die Wärmeleitfähigkeit vergleichsweise hoch ist. Die Materialien sind zwar ökologisch günstig, schützen aber schlechter vor Wärmeverlusten, als synthetische Materialien.

Vorteile der EinblasdämmungNachteile der Einblasdämmung
günstige Art zu dämmeneingeschränkte Wärmeleitfähigkeit
schnell und sauber umsetzbarnicht alle Dämmstoffe eignen sich überall
viele Dämmstoffe stehen zur Auswahlsynthetische Dämmung basiert auf fossilen Rohstoffen

Einblasdämmung: Die Kosten im Überblick  

Wie viel kann eine Einblasdämmung kosten? Eine Antwort auf diese Frage lässt sich pauschal kaum geben. Denn sie hängt von zahlreichen Faktoren ab. So wirkt sich bei einer Einblasdämmung vor allem der Preis der Dämmstoffe auf die Gesamtkosten aus. Dabei ist bei einer Zellulose-Einblasdämmung der Preis deutlich geringer als bei Hochleistungsmaterialien wie Aerogelen. Grundsätzlich liegen die Kosten einer Einblasdämmung zwischen 15 und 70 Euro pro Quadratmeter. Während die Dämmung von Dachböden, Kellerdecken oder Fassaden vergleichsweise günstig ist, können die Kosten der Einblasdämmung am Dach höher ausfallen. Eine konkrete Aussage gibt ein Dämmexperte. Dieser analysiert den Zustand vor Ort und kalkuliert einen günstigen Preis.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Die Einblasdämmung ist ein Verfahren zur Dämmung von Hohlräumen in Fassaden, Decken oder Dächern. Es ist einfach, sauber, schnell und günstig umsetzbar. Dabei stehen je nach Einsatzort verschiedenste Dämmstoffe zur Verfügung. Neben Mineralwolle-, Zellulose- oder Holzfaserflocken kommen dabei vor allem rieselfähige Granulate aus fossilen Rohstoffen zum Einsatz. 
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