Ein Heizkostenvergleich schafft Klarheit

Die eigene Heizkostenabrechnung mag hoch erscheinen - doch ist sie das wirklich? Um diese Frage zu beantworten, sollte ein Heizkostenvergleich durchgeführt werden. Auf diesem Wege lässt sich feststellen, ob die angefallenen Kosten dem Durchschnitt entsprechen oder nicht. Damit lässt sich auch beantworten, ob sich der Austausch der vorhandenen Heizung gegen ein moderneres System überhaupt lohnen würde.

Welche Heizkosten sind eigentlich normal?

Um die eigenen Heizkosten besser einschätzen zu können, bedarf es zunächst vergleichbarer Durchschnittskosten, die als Referenz dienen. Die Annahme basiert dabei auf einem frei stehenden Einfamilienhaus mit zwei Stockwerken und einer Wohnfläche von insgesamt 200 Quadratmetern. Dieses Haus wird im Folgenden mit verschiedenen Heizungen ausgestattet. Im Anschluss folgt ein Heizkostenvergleich. Als Energieträger kommen Erdgas, Heizöl und Holzpellets zum Einsatz. Die ermittelten Verbrauchswerte multiplizieren wir im Anschluss mit den aktuellen Marktpreisen.

Die Heizkostenabrechnung als Symbol für einen Heizkostenvergleich
© Butch / fotolia

Heizen mit Erdgas

Den Anfang macht die Erdgasheizung. Aus gutem Grund, denn die meisten Haushalte in Deutschland setzen auf diesen Energieträger. Für die Beheizung eines Quadratmeters an Wohnfläche fallen pro Jahr im Schnitt 10,43 Euro an. Im Jahr kommen für jeden Quadratmeter 16 Kubikmeter Erdgas zusammen, was etwa 160 Kilowattstunden entspricht. Damit allein ist es jedoch noch nicht getan. Denn das Alter der Heizung und die Beschaffenheit des Hauses selbst spielen ebenfalls eine große Rolle bei der Berechnung der Heizkosten. Hinzu kommen regionale bzw. lokale Unterschiede bei den Heizkosten und das persönliche Heizverhalten.

Alle Zahlen sind als Richtwerte zu sehen

Die hier durchgeführten Berechnungen dienen nur als Richtwerte. Bei einem angenommenen Durchschnittspreis von 6,94 Euro pro Kilowattstunde lägen die jährlichen Heizkosten für ein Haus, welches zwischen 1977 und 2002 gebaut wurde, bei 1.388 Euro. Zum Vergleich: Ein modernes Passivhaus würde seinen Besitzer gerade einmal 208 Euro pro Jahr kosten.

Heizen mit Öl

Die nach wie vor weitverbreitete Ölheizung ist der nächste Kandidat in unserem Heizkostenvergleich. Im Schnitt verursacht diese Heizmethode pro Jahr und auf den Quadratmeter herunter gerechnet 10,83 Euro. In Deutschland benötigt jeder Quadratmeter Wohnfläche etwa 13 Liter Heizöl. Die Kosten wurden in diesem Fall 8,7 Cent pro Kilowattstunde angenommen, was dem derzeitigen durchschnittlichen Heizölpreis entspricht.

Jährliche Heizkosten von 1.740 Euro möglich

Erneut nehmen wir an, dass unser Haus mit seinen 200 Quadratmetern zwischen 1977 und 2002 gebaut wurde. Es besitzt eine diesem Alter entsprechende Dämmung und kommt damit auf jährliche Heizkosten von 1.740 Euro. In einem Passivhaus wären es nur 261 Euro pro Jahr.

Heizen mit Holzpellets

Mit Holzpellets schicken wir nun auch einen Brennstoff aus dem Bereich der erneuerbaren Energien ins Rennen. Pro Quadratmeter Wohnfläche verursacht eine moderne Pelletheizung Kosten in Höhe von 9,22 Euro. Der Pelletpreis wird mit 0,06 Euro je Kilowattstunde angesetzt. Ein Kilo Holzpellets kommt auf ca. 0,28 Euro. Die Heizkosten pro Jahr belaufen sich nun auf nur noch 1.152 Euro pro Jahr. Auch hier wieder der Vergleich mit dem Passivhaus, das im Heizkostenvergleich wie gewohnt sehr gut abschneidet: Gerade einmal 173 Euro an Heizkosten fallen hier pro Jahr an.

Wann lohnt sich ein Heizkostenvergleich?

Im Schnitt machen die Heizkosten zwischen 70 und 85 Prozent der gesamten Energiekosten eines Haushalts aus. Holzpellets kommen dabei auf die niedrigsten Kosten gefolgt von Gas und Öl. Gerade bei alten Ölheizungen lohnt sich ein Kesseltausch, da der langfristige Trend beim Preis trotz gelegentlicher kurzfristiger Schwankungen deutlich nach oben zeigt. Grundsätzlich aber gilt: je älter die installierte Heizung ist, desto lohnenswerter der Austausch gegen ein neues Modell.

Heizung.de Autor Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Bereits diese drei Beispiele zeigen auf, wie lohnenswert es sein kann, einen Heizkostenvergleich durchzuführen und dabei auch auf andere Brennstoffe Rücksicht zu nehmen.

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