Ein Heizkostenvergleich schafft Klarheit

Die eigene Heizkostenabrechnung mag hoch erscheinen - doch ist sie das wirklich? Um diese Frage zu beantworten, sollte ein Heizkostenvergleich durchgeführt werden. Auf diesem Wege lässt sich feststellen, ob die angefallenen Kosten dem Durchschnitt entsprechen oder nicht. Damit lässt sich auch beantworten, ob sich der Austausch der vorhandenen Heizung gegen ein moderneres System überhaupt lohnen würde.

Welche Heizkosten sind eigentlich normal?

Um die eigenen Heizkosten besser einschätzen zu können, bedarf es zunächst vergleichbarer Durchschnittskosten, die als Referenz dienen. Die Annahme basiert dabei auf einem frei stehenden Einfamilienhaus mit zwei Stockwerken und einer Wohnfläche von insgesamt 200 Quadratmetern. Dieses Haus wird im Folgenden mit verschiedenen Heizungen ausgestattet. Als Energieträger kommen zur Orientierung Erdgas, Heizöl und Holzpellets zum Einsatz. Die ermittelten Verbrauchswerte multiplizieren wir im Anschluss mit den aktuellen Marktpreisen.

Woraus sich die Heizkosten in einem Einfamilienhaus tatsächlich zusammensetzten, welche Faktoren Einfluss auf die Kosten haben und wie man die Kosten wirksam senken kann, erklärt der Artikel "Typische Heizkosten im Einfamilienhaus".  Denn die Einflussfaktoren sind vielfältig und kaum pauschal festzusetzen. Ein allgemeiner Heizkostenvergleich kann nur der Orientierung dienen. 

Folgende Aspekte spielen eine Rolle:

  • Größe des Gebäudes
  • Standort
  • energetischer Zustand
  • eingesetztes Heizsystem
  • Heizverhalten der Bewohner

Maßgebender Faktor, der sich auf die Heizkosten auswirkt, ist der Energieträger. Daneben ist das Alter der Anlage ausschlaggebend.

Heizkosten sind nicht gleich Heizkosten

Wer Heizkosten vergleichen möchte, sollte beachten, dass diese nicht nur die reinen Brennstoffkosten beziehungsweise Energieträgerkosten umfassen. Auch gegebenenfalls anfallende Betriebskosten der Heizungsanlage gehören dazu: Zum Beispiel die Stromkosten für den Strom, den eine Wärmepumpe verbraucht oder ein Brenner. Solche Nebenkosten erhöhen die Heizkosten mitunter deutlich. Es macht daher durchaus Sinn, die Heizkosten als Verbrauchskosten zu betrachten, die sich aus Kosten für Brennstoffe, Hilfsstoffe und Hilfsenergie zusammensetzen.

Die Heizkostenabrechnung als Symbol für einen Heizkostenvergleich
© Butch / fotolia

Heizen mit Erdgas

Den Anfang macht die Erdgasheizung. Aus gutem Grund, denn die meisten Haushalte (fast jeder zweite) in Deutschland setzen auf diesen Energieträger. Für die Beheizung eines Quadratmeters an Wohnfläche fallen pro Jahr im Schnitt 10,43 Euro an. Im Jahr kommen für jeden Quadratmeter 16 Kubikmeter Erdgas zusammen, was etwa 160 Kilowattstunden entspricht. Damit allein ist es jedoch noch nicht getan. Denn, wie bereits angesprochen, spielen das Alter der Heizung und die Beschaffenheit des Hauses selbst ebenfalls eine große Rolle bei der Berechnung der Heizkosten. Hinzu kommen regionale bzw. lokale Unterschiede bei den Heizkosten und das persönliche Heizverhalten.

Alle Zahlen sind als Richtwerte zu sehen

Die hier durchgeführten Berechnungen dienen nur als Richtwerte. Bei einem angenommenen Durchschnittspreis von 5,93 Cent pro Kilowattstunde (Stand: Okt. 2018) lägen die jährlichen Heizkosten für ein Haus, welches zwischen 1977 und 2002 gebaut wurde, bei 1.186 Euro. Zum Vergleich: Ein modernes Passivhaus würde seinen Besitzer gerade einmal 178 Euro pro Jahr kosten.

Heizen mit Öl

Die nach wie vor weitverbreitete Ölheizung ist der nächste Kandidat in unserem Heizkostenvergleich. Im Schnitt verursacht diese Heizmethode pro Jahr und auf den Quadratmeter heruntergerechnet 10,83 Euro. In Deutschland benötigt jeder Quadratmeter Wohnfläche etwa 13 Liter Heizöl. Die Kosten wurden in diesem Fall 6,71 Cent pro Kilowattstunde angenommen, was dem derzeitigen durchschnittlichen Heizölpreis entspricht (Stand Okt.2018) .

Jährliche Heizkosten von 1.342 Euro möglich

Erneut nehmen wir an, dass unser Haus mit seinen 200 Quadratmetern zwischen 1977 und 2002 gebaut wurde. Es besitzt eine diesem Alter entsprechende Dämmung und kommt damit auf jährliche Heizkosten von 1.342 Euro. In einem Passivhaus wären es nur 201 Euro pro Jahr.

Heizen mit Holzpellets

Mit Pellets schicken wir nun auch einen Brennstoff aus dem Bereich der erneuerbaren Energien ins Rennen. Eine moderne Pelletheizung verursacht Heizkosten pro Quadratmeter Wohnfläche in Höhe von 9,22 Euro. Der Pelletpreis wird mit 5,31 Cent je Kilowattstunde angesetzt. Ein Kilo Holzpellets kommt auf ca. 0,27 Euro. Die Heizkosten pro Jahr belaufen sich nun auf nur noch 1.062 Euro pro Jahr. Auch hier wieder der Vergleich mit dem Passivhaus, das im Heizkostenvergleich wie gewohnt sehr gut abschneidet: Gerade einmal 159 Euro an Heizkosten fallen hier pro Jahr an.

Wann lohnt sich ein Heizkostenvergleich?

Im Schnitt machen die Heizkosten zwischen 70 und 85 Prozent der gesamten Energiekosten eines Haushalts aus. Holzpellets kommen dabei auf die niedrigsten Kosten gefolgt von Gas und Öl. Gerade bei alten Ölheizungen lohnt sich ein Heizungstausch, da der langfristige Trend beim Preis trotz gelegentlicher kurzfristiger Schwankungen deutlich nach oben zeigt. Grundsätzlich aber gilt: Je älter die installierte Heizung ist, desto lohnenswerter der Austausch gegen ein neues Modell.

Der individuelle Heizkostenvergleich mit der Heizkostenabrechnung

Die Heizkostenabrechnung, die die meisten Verbraucher einmal im Jahr von ihrem Wärmelieferanten oder Vermieter bekommen, ist oft sehr kompliziert. So mancher steigt durch die komplexe Analyse nicht durch. Dadurch verpassen viele Verbraucher die Chance, aus dem Wärmeverbrauch des vergangenen Jahres und ihrem Heizverhalten Rückschlüsse zu ziehen, um künftig möglicherweise Wärme und Heizkosten zu sparen.  

Heizung.de Autor Philipp Hermann
Fazit von Philipp Hermann
Ein Heizkostenvergleich zeigt, wie hoch die eigenen Kosten für die Heizung im Vergleich zu bundesdeutschen Durchschnittswerten sind. Er zeigt Einsparpotenziale auf und hilft Verbrauchern, bei einem Heizungstausch auf die beste und günstigste Technik zu setzen.
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