EEWärmeG - Die Folgen für Hauseigentümer

Seit dem 1. Januar 2009 ist das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) in Kraft. Es schreibt Eigentümern von Neubauten vor, ihren Wärmebedarf zum Teil mit regenerativen Energien zu decken. Was es bei der Planung der Heizanlage konkret zu beachten gibt und ob Förderungen in Anspruch genommen werden können, lesen Sie im folgenden Abschnitt. 

Was ist das EEWärmeG und wen betrifft es?

Nach wie vor arbeiten Heizsysteme in deutschen Haushalten überwiegend mit fossilen Brennstoffen - und das hat beträchtliche Klimafolgen: Etwa 30 Prozent der jährlichen CO2-Emissionen gehen auf die Heizung und Warmwasserbereitung von Wohngebäuden zurück. Erneuerbare Energieträger, die klimaneutral sind, fristen derzeit noch ein Randdasein. Im Jahr 2014 belief sich ihr Anteil an der Wärmeerzeugung auf nur etwa zehn Prozent, der überwiegende Teil davon entfiel auf Holz. Mit dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz hat sich die Bundesregierung das Ziel gesetzt, den Anteil der erneuerbaren Energieträger bis zum Jahr 2020 auf zumindest 14 Prozent zu erhöhen. Für das Jahr 2017 hat das Bundes Umweltamt einen Anteil von 12,9 Prozent beziffert.

Das EEWärmeG gilt für private und öffentliche Gebäude 

Aus diesem Grund werden Eigentümer von Gebäuden verpflichtet, bei ihrer Wärmeversorgung zum Teil auf erneuerbare Energieträger zurückzugreifen oder Ersatzmaßnahmen zu setzen. Unter das EEWärmeG fallen neu errichtete Gebäude mit einer Nutzfläche von zumindest 50 Quadratmeter, die unter Energieeinsatz beheizt oder gekühlt werden. Die Regelung gilt unabhängig davon, ob es sich um private oder öffentliche Gebäude handelt. Ausgenommen sind bestimmte Gebäudearten wie unterirdische Bauten, Ställe oder mobile und provisorische Einrichtungen. Das Gesetz gilt für alle Bauvorhaben, für die ab dem 1. Januar 2009 der Bauantrag oder die Bauanzeige erstattet wurde sowie für nicht verfahrenspflichtige Vorhaben, die ab dem 1. Januar 2009 den Behörden zur Kenntnis gegeben wurden.

Bild symbolisiert die erneuerbaren Energien mit einer Glühbirne neben einer Pflanze in der Erde. 
© chawalit khamsuk / Shutterstock.com

Diese Maßnahmen verlangt das Gesetz

Das EEWärmeG lässt dem Gebäudeeigentümer weitgehend freie Hand darüber, welche Maßnahmen er zur CO2-Reduktion ergreifen will. Dadurch sollen individuelle und maßgeschneiderte Lösungen ermöglicht werden. Als erneuerbare Energien nach dem EEWärmeG gelten Sonnenenergie, Geothermie (Erdwärme), Biomasse und Umweltwärme. Der Mindestanteil an der Wärme- und Kälteerzeugung des Gebäudes ist abhängig davon, welcher Energieträger gewählt wurde. Folgende Maßnahmen kommen infrage, um die Anforderungen des EEWärmeGs zu erfüllen:

  • Bei Solarthermie beträgt der Mindestanteil 15 Prozent. Vereinfachend gilt: Der Sonnenkollektor muss in seiner Fläche mindestens vier Prozent der beheizten Nutzfläche entsprechen.
  • Gasförmige Biomasse (Biogas) kann mit einem Mindestanteil von 30 Prozent in einer Kraft-Wärme-Kopplungsanlage genutzt werden.
  • Bei fester oder flüssiger Biomasse beträgt der Mindestanteil 50 Prozent. Darunter fallen Bioöl, Scheitholz, Holzpellets sowie Holzhackschnitzel.
  • Geothermie oder Umweltwärme können mittels Wärmepumpen genutzt werden, der Mindestanteil beträgt hier ebenfalls 50 Prozent.

Ersatzmaßnahmen sind zulässig

Falls der Gebäudeeigentümer keine erneuerbaren Energieträger nutzen möchte, sind nach dem EEWärmeG auch sogenannte Ersatzmaßnahmen zulässig, mit denen ebenfalls ein CO2-Einsparungseffekt erzielt wird. Folgende Maßnahmen fallen darunter:

  • Nutzung technischer Abwärme zu mindestens 50 Prozent
  • Nutzung hocheffizienter Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen zu mindestens 50 Prozent
  • Verbesserte Energieeffizienz des Gebäudes, welche die gesetzlichen Vorgaben um mindestens 15 Prozent übertrifft (beispielsweise durch Dämmung)
  • Unmittelbarer Anschluss an ein Nah- oder Fernwärmenetz, das selbst teilweise mit erneuerbaren Energien oder Kraft-Wärme-Kopplung betrieben wird

Umfangreiche Nachweispflichten

Wenn Gebäudeeigentümer die Vorgaben nach dem EEWärmeG nicht erfüllen oder keinen Nachweis darüber erbringen können, drohen Bußgelder. Die erforderlichen Nachweise erhalten Verbraucher von allen Personen, die auch Energieausweise ausstellen dürfen. Dazu zählen etwa Bauingenieure, Gebäudetechniker oder Handwerksmeister. In vielen Fällen sorgen bereits die Anlagenhersteller oder die Unternehmen, die die Anlage einbauen, für die erforderlichen Nachweise. Grundsätzlich sieht das EEWärmeG vor, dass Gebäudeinhaber den Nachweis der zuständigen Baurechtsbehörde innerhalb von drei Monaten ab dem Jahr der Inbetriebnahme vorlegen müssen. Anschließend sind diese Nachweise mindestens fünf Jahre aufzubewahren und auf Verlangen vorzuweisen.

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Für den Umstieg winken Förderungen

Das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz sieht auch ein Marktanreizprogramm (MAP) vor, in dessen Rahmen erneuerbare Energien staatlich gefördert werden. Dieses Marktanreizprogramm existiert zwar bereits seit dem Jahr 2000, durch das EEWärmeG erhält es jedoch erstmals eine gesetzliche Grundlage. Für kleinere Anlagen in Privathaushalten erteilt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) Zuschüsse, die je nach konkreter Maßnahme in ihrer Höhe variieren. Seit 1. Januar 2016 wurden die Fördermittel aufgestockt. Ausführliche Informationen dazu finden Sie im Beitrag "Das Marktanreizprogramm verständlich erklärt". 

Heizung.de Autor Philipp Hermann
Fazit von Philipp Hermann
Wie Gebäudeeigentümer vom EEWärmeG betroffen sind. Das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz soll den Anteil regenerativer Energieträger bei der Wärmeerzeugung langfristig erhöhen. Das Gesetz verpflichtet daher Gebäudeeigentümer, erneuerbare Energieträger anteilig zu verwenden oder sogenannte Ersatzmaßnahmen zu treffen. Um die Investitionskosten zu senken, können staatliche Förderungen in Anspruch genommen werden.
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