EEG-Umlage – das Wichtigste im Überblick

Mithilfe der EEG-Umlage möchte die Bundesregierung den Ausbau der Erneuerbaren Energien finanzieren. Wie das im Detail funktioniert und warum jeder Verbraucher davon betroffen ist, darum geht es in den folgenden Abschnitten. 

Was ist die EEG-Umlage?

Um den Verbrauch von fossilen Energieträgern wie Gas und Öl langfristig zu reduzieren, hat die Bundesregierung im Jahre 2000 das Erneuerbare-Energie-Gesetz, kurz EEG, verabschiedet. Ihr Ziel: Bis 2050 soll der Stromverbrauch in Deutschland mindestens zu 80 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen kommen. Die dabei entstehenden Kosten sollen von allen Stromverbrauchern getragen werden. Der zu zahlende Betrag heißt: EEG-Umlage.

So funktioniert die EEG-Umlage

Das EEG sieht vor, dass Anlagenbetreiber (um Beispiel einer Photovoltaik-Anlage) eine Vergütung bekommen, wenn sie den selbst erzeugten, sauberen Strom in das öffentliche Stromnetz einspeisen. Die sogenannte Einspeisevergütung erhalten sie vom zuständigen Netzbetreiber. Ihre Höhe hängt von der Größe und vor allem vom Zeitpunkt der Inbetriebnahme ab und bleibt genau 20 Jahre unverändert. Im Gegenzug sind Netzbetreiber dazu verpflichtet:

  • den sauberen Strom von Anlagenbesitzern abzunehmen.
  • ihnen 20 Jahre lang zu dem staatlich festgelegten Preis pro Kilowattstunde zu zahlen.

Die Netzbetreiber wiederum können den eingespeisten und abgekauften Strom an der Strombörse verkaufen. Das Problem hier: Die an der Strombörse erzielten Einnahmen liegen teils deutlich unter den festgelegten Vergütungssätzen. Um die Differenz auszugleichen, wird aus dem EEG-Topf geschöpft. Anders formuliert werden die Kosten auf die Stromverbraucher umgelegt, die sie über den Strompreis bezahlen.

PV-Anlage auf dem Dach als Symbol für die EEG-Umlage
©Diyana Dimitrova / shutterstock

Wie hoch ist die EEG-Umlage 2019?

Für das Jahr 2019 beträgt die EEG-Umlage 6,405 Cent pro Kilowattstunde. Im Vergleich dazu mussten Stromverbraucher zum Einführungsjahr 2000 gerade mal 0,41 Cent zahlen. Das ist eine Steigerung um das 15-Fache. Schuld daran ist vor allem der stetig wachsende Anteil an sauberem Ökostrom. Lag er im Jahre 2000 noch bei sechs Prozent, waren es 2018 bereits 38 Prozent - Tendenz steigend.

Daneben gibt es noch weitere Faktoren, die die Höhe der EEG-Umlage beeinflussen. Dazu gehören:

  • der erwartete Börsen-Strompreis
  • die Höhe des Letztverbrauchs
  • der Zubau an EEG-geförderten Anlagen
  • der aktuelle EEG-Kontostand
  • die Liquiditätsreserve*

*Die Liquiditätsreserve dient als Absicherung für unerwartet hohe Vergütungszahlungen.

Höhe der EEG-Umlage tendenziell gleichbleibend

Seit 2014 bewegt sich die EEG-Umlage auf einem konstant hohen Niveau. Experten gehen davon aus, dass es vorerst dabei bleiben wird. Die Gründe dafür sind zum einen der gestiegene Strompreis an der Börse und zum anderen die hohen Rücklagen der Übertragungsnetzbetreiber auf ihrem sogenannten EEG-Konto.

Zustimmungen und Kritiken

Die EEG-Umlage ist und bleibt weiterhin umstritten. Befürworter sehen darin die richtige Maßnahme, um die Umwelt langfristig zu entlasten. Kritiker hingegen bemängeln die unfaire Lastenverteilung: Prinzipiell sollten die Kosten für den Ausbau der Erneuerbaren Energien von allen Stromverbrauchern getragen werden.

De facto gibt es jedoch Sonderregelungen für „stromkostenintensive Unternehmen“. Diese können einen Antrag auf Ermäßigung der EEG-Umlage stellen, wenn ihr Strombezug eine Gigawattstunde pro Jahr übersteigt. Einige Industrieunternehmen sind sogar gänzlich von der Umlage befreit.

Keine Ausnahmen für Verbraucher

Nach Berechnung des Bundesverbands Wärmepumpe e.V. beträgt das durch diese Ausnahmen entstandene Kostenvolumen etwa fünf Milliarden Euro – allein für das Jahr 2016. Dieses treibt letztlich die EEG-Umlage in die Höhe. Den Preis zahlen am Ende private Verbraucher, die keine Möglichkeit haben, die Umlage zu umgehen.  

Bild unseres Autoren Minh Duc Nguyen

Fazit von Minh Duc Nguyen

Mit der EEG-Umlage möchte die Bundesregierung den Ausbau erneuerbarer Energien finanzieren. Aus ökologischer Sicht ist das ein voller Erfolg, denn der Anteil an sauberem Strom wächst seit Jahren stetig. Aus ökonomischer Sicht ist die EEG-Umlage jedoch umstritten, da die Kosten vor allem von Verbrauchern getragen werden, die keinen Anspruch auf eine Ermäßigung oder sogar Befreiung der Umlage haben.

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