EEG-Umlage – das Wichtigste im Überblick

Mithilfe der EEG-Umlage möchte die Bundesregierung den Ausbau der Erneuerbaren Energien finanzieren. Wie das im Detail funktioniert und warum jeder Verbraucher davon betroffen ist, darum geht es in den folgenden Abschnitten. 

Was ist die EEG-Umlage?

Um den Verbrauch von fossilen Energieträgern wie Gas und Öl langfristig zu reduzieren, hat die Bundesregierung im Jahre 2000 das Erneuerbare-Energie-Gesetz, kurz EEG, verabschiedet. Ihr Ziel: Bis 2050 soll der Stromverbrauch in Deutschland mindestens zu 80 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen kommen. Die dabei entstehenden Kosten sollen von allen Stromverbrauchern getragen werden. Der zu zahlende Betrag heißt: EEG-Umlage.

So funktioniert die EEG-Umlage

Das EEG sieht vor, dass Anlagenbetreiber (um Beispiel einer Photovoltaik-Anlage) eine Vergütung bekommen, wenn sie den selbst erzeugten, sauberen Strom in das öffentliche Stromnetz einspeisen. Die sogenannte Einspeisevergütung erhalten sie vom zuständigen Netzbetreiber. Ihre Höhe hängt von der Größe und vor allem vom Zeitpunkt der Inbetriebnahme ab und bleibt genau 20 Jahre unverändert. Im Gegenzug sind Netzbetreiber dazu verpflichtet:

  • den sauberen Strom von Anlagenbesitzern abzunehmen.
  • ihnen 20 Jahre lang zu dem staatlich festgelegten Preis pro Kilowattstunde zu zahlen.

Die Netzbetreiber wiederum können den eingespeisten und abgekauften Strom an der Strombörse verkaufen. Das Problem hier: Die an der Strombörse erzielten Einnahmen liegen teils deutlich unter den festgelegten Vergütungssätzen. Um die Differenz auszugleichen, wird aus dem EEG-Topf geschöpft. Anders formuliert werden die Kosten auf die Stromverbraucher umgelegt, die sie über den Strompreis bezahlen.

Die Infografik zeigt, wie die EEG-Umlage funktioniert. 
© heizung.de

Wie hoch ist die EEG-Umlage 2020?

Aktuell - für das Jahr 2020 - liegt die EEG-Umlage bei 6,756 Cent je Kilowattstunde. Im Vergleich dazu mussten Stromverbraucher zum Einführungsjahr 2000 gerade mal 0,41 Cent zahlen. Das ist eine Steigerung um das 15-Fache. Schuld daran ist vor allem der stetig wachsende Anteil an sauberem Ökostrom. Lag er im Jahre 2000 noch bei sechs Prozent, waren es 2018 bereits 38 Prozent - Tendenz steigend.

Daneben gibt es noch weitere Faktoren, die die Höhe der EEG-Umlage beeinflussen. Dazu gehören:

  • der erwartete Börsen-Strompreis
  • die Höhe des Letztverbrauchs
  • der Zubau an EEG-geförderten Anlagen
  • der aktuelle EEG-Kontostand
  • die Liquiditätsreserve*

*Die Liquiditätsreserve dient als Absicherung für unerwartet hohe Vergütungszahlungen.

Höhe der EEG-Umlage seit 2014 gleichbleibend

Seit 2014 bewegte sich die EEG-Umlage auf einem konstant hohen Niveau. Bis vor Kurzem gingen die Experten  davon aus, dass es bei dieser Entwicklung bleiben würde. Mit der geplanten Novellierung des EEG wird sich dies voraussichtlich ändern. Denn durch die im Klimaschutzpaket beschlossenen höheren CO2-Preise stehen Mehreinnahmen zur Verfügung, die wahrscheinlich in den ersten drei Jahren dazu genutzt werden, die EEG-Umlage zu senken. So sinkt die Umlage 2021 voraussichtlich um 1,75 Cent je Kilowattstunde und bis 2025 sogar um 2,9 Cent. 

Wer zahlt die EEG-Umlage?

Alle Stromverbraucher müssen die EEG-Umlage zahlen. Sie ist fester Bestandteil des Strompreises. Die Höhe der EEG-Umlage wird jedes Jahr von den ÜNB neu festgelegt und bis zum 15. Oktober des Jahres im Internet veröffentlicht. Allerdings müssen nicht alle Stromverbraucher die gleiche EEG-Umlage bezahlen. Eigenversorger zahlen für selbst genutzten Strom die Umlage nur unter bestimmten Voraussetzungen. Stromkostenintensive Unternehmen bestimmter Branchen, die jährlich mehr als eine Gigawattstunde Strom verbrauchen, können einen Antrag auf Ermäßigung stellen. Das gilt auch für den Schienenverkehr, wenn der Stromverbrauch zwei Gigawattstunden im Jahr übersteigt. Als Folge müssen private Haushalte und andere nichtprivilegierte Verbraucher einen erhöhten Teil der gesamten EEG-Umlage tragen. Private Haushalte müssen darüber hinaus auf die EEG-Umlage auch Mehrwertsteuer entrichten.

Zustimmungen und Kritiken

PV-Anlage auf dem Dach als Symbol für die EEG-Umlage
©Diyana Dimitrova / shutterstock

Die EEG-Umlage ist und bleibt weiterhin umstritten. Befürworter sehen darin die richtige Maßnahme, um die Umwelt langfristig zu entlasten. Kritiker hingegen bemängeln die unfaire Lastenverteilung: Prinzipiell sollten die Kosten für den Ausbau der Erneuerbaren Energien von allen Stromverbrauchern getragen werden.

De facto gibt es jedoch Sonderregelungen für „stromkostenintensive Unternehmen“. Diese können einen Antrag auf Ermäßigung der EEG-Umlage stellen, wenn ihr Strombezug eine Gigawattstunde pro Jahr übersteigt. Einige Industrieunternehmen sind sogar gänzlich von der Umlage befreit.

Bild unseres Autoren Minh Duc Nguyen
Fazit von Minh Duc Nguyen
Mit der EEG-Umlage möchte die Bundesregierung den Ausbau erneuerbarer Energien finanzieren. Aus ökologischer Sicht ist das ein voller Erfolg, denn der Anteil an sauberem Strom wächst seit Jahren stetig. Aus ökonomischer Sicht ist die EEG-Umlage jedoch umstritten, da die Kosten vor allem von Verbrauchern getragen werden, die keinen Anspruch auf eine Ermäßigung oder sogar Befreiung der Umlage haben.
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