EEG 2017 – Alle wichtigen Informationen im Überblick

Seit dem 01.01.2017 ist die neue Version des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, kurz EEG 2017 in Kraft. Es soll im Interesse des Klima- und Umweltschutzes eine nachhaltige Entwicklung der Energieversorgung ermöglichen. Im Vergleich zu der alten Version sieht das Gesetz zwei entscheidende Änderungen vor. Welche das sind und was diese konkret beinhalten, erfahren Sie im folgenden Beitrag. 

Hintergrund zum EEG 2017

Das EEG trat 2000 erstmals in Kraft und soll dazu beitragen, dass Deutschland seine Klimaschutzziele erreicht. Im Wesentlichen besteht seine Aufgabe darin, Strom aus erneuerbaren Energienquellen zu fördern und dadurch die Stromversorgung umweltverträglicher zu machen. Die nächste Aktualisierung folgte 2014 mit dem EEG 2014. Das EEG 2017 in der jetzigen Form wurde am 08.07.2016 im Bundestag verabschiedet.

Das EEG 2017 soll den Ausbau der erneuerbaren Energien noch schneller vorantreiben, dafür sind folgende Änderungen notwendig
© Massimo Cavallo / Fotolia

Inhalte des EEG 2017

Inhaltlich unterscheidet sich das neue EEG 2017 nicht viel von seinem Vorgänger. Nach wie vor folgt das Gesetz den beiden Prinzipien. Demnach muss Elektrizität aus regenerativen Quellen von Netzbetreibern abgenommen und die Betreiber der Anlagen für den eingespeisten Strom vergütet werden. Die Zielvorgaben sind ebenfalls gleich geblieben. So soll bis zum Jahr 2050 der Anteil des aus erneuerbaren Energien erzeugten Stroms mindestens 80 Prozent betragen. Die kurz- und mittelfristigen Ziele sehen Folgendes vor:

  • Bis zum Jahr 2025 sollen 40 bis 45 Prozent des Strombedarfs in Deutschland mit regenerativen Energien gedeckt werden.
  • Bis zum Jahr 2035 sollen 55 bis 60 Prozent des Strombedarfs in Deutschland mit regenerativen Energien gedeckt werden.

Wesentliche Änderungen im EEG 2017

2015 machte Strom aus erneuerbaren Energien mit 32 Prozent den größten Anteil am deutschen Stromverbrauch aus. Im Jahr 2010 lag er noch bei 17 Prozent. Aus Sicht des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) sind aus einstigen Nischentechnologien durchsetzungsfähige Marktteilnehmer geworden. Daher bringt das EEG 2017 zwei entscheidende Erneuerungen hervor.

Ausschreibungspflicht

Die Höhe der Förderung für erneuerbaren Strom wurde bislang vom Staat geregelt. Künftig soll dies der Markt übernehmen – und zwar durch Ausschreibungen. Dieser Schritt soll den kontinuierlichen Ausbau der erneuerbaren Energien sichern bzw. vorantreiben. Im Optimalfall können die Förderkosten sogar gesenkt werden.

Das Ausschreibungsmodell verfolgt damit drei zentrale Ziele:
  • Bessere Planbarkeit: Durch die Ausschreibungen soll der zukünftige Ausbau effektiver gesteuert werden.
  • Mehr Wettbewerb: Erneuerbarer Strom soll nur noch in der Höhe vergütet werden, die für einen wirtschaftlichen Betrieb der Anlage erforderlich ist.
  • Hohe Vielfalt: Die Akteursvielfalt soll erhalten bleiben, um allen Teilnehmern eine faire Chance zu gewähren.

Die Ausschreibungspflicht betrifft jedoch nur Anlagen über 750 kW (Kilowatt). Bei Biomasseanlagen sind es 150 kW.

Engere Ausbaugrenzen

Für jede Technologie werden bestimmte Ausbaumengen festgelegt, die auch den verfügbaren Netzkapazitäten angepasst sind. Des Weiteren wird der Ausbau der Windkraft an Land in Gebieten mit Netzengpässen beschränkt. Konkret bedeutet dies, dass nur so viele Anlagen gebaut werden dürfen, wie es die Netzstruktur erlaubt. „Das muss sein, weil es ja keinen Sinn macht, Strom zu produzieren, der anschließend nicht zu den Kunden transportiert werden kann“, heißt es in dem Begleitschreiben zum EEG 2017.

Betreiber kleinerer Anlagen sind von der Ausschreibungspflicht befreit

Für die meisten Hausbesitzer, die ihren eigenen Strom zum Beispiel durch eine Photovoltaikanlage gewinnen, gilt die Ausschreibungspflicht im EEG 2017 nicht. Die Bagatellgrenze liegt hier bei 750 kW. Bei Biomasseanlagen sind es 150 kW. Das bedeutet, dass für sie die gesetzlich festgelegten Vergütungen weiterhin gelten. Von der Ausschreibungspflicht ausgenommen sind auch Wasserkraftanlagen und private Solaranlagen, sofern sie weniger als 750 Kilowatt Leistung haben.

Hinweis zu den genehmigten Anträgen bis Ende 2019

Das EEG 2017 sieht weiterhin Förderungen für Anlagen mit erneuerbaren Energien vor. Für diejenigen, die bis Ende 2018 genehmigt wurden und 2020 installiert werden, gelten bis auf Weiteres immer noch die vom Staat festgesetzten Finanzierungsmöglichkeiten.

Bild unseres Autoren Minh Duc Nguyen
Fazit von Minh Duc Nguyen
Mit dem neuen EEG 2017 soll der Wettbewerb im Bereich Erneuerbare Energie gestärkt werden, indem die Förderungssumme nicht mehr vom Staat festgelegt wird, sondern durch ein Ausschreibungsverfahren. Für die meisten Hausbesitzer haben die Neuregelungen jedoch kaum Auswirkungen, da die Bemessungsgrenze für die Ausschreibungspflicht bei 750 kW liegt.
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