Edelstahlkamin: Arten, Einsatz und Kosten

Der Edelstahlkamin ist ein System, das die Abgase einer Verbrennung sicher nach außen führt. Er lässt sich in den alten Schornstein einziehen, im Haus oder außen an der Fassade über das Dach führen. Durch die vergleichsweise einfache Montage kommen Edelstahlkamine in der Regel als Nachrüstsysteme zum Einsatz. Wie sie aufgebaut sind, welche Arten sich unterscheiden lassen und was ein Kamin aus Edelstahl kostet, erklären wir in den folgenden Abschnitten.  

Arten und Einsatzbereiche der Edelstahlkamine

Der Edelstahlkamin ist die moderne Variante gemauerter Schlote. Er führt Abgase als Verlängerung von Kaminen und Öfen über Dach und ist in zwei Arten erhältlich:

  • Einwandiger Edelstahlkamin
  • Doppelwandiger Kamin aus Edelstahl
Edelstahlkamin vor einem Haus mit Holzverkleidung
© maho / Fotolia

Einwandige Edelstahlkamine für die Sanierung alter Schornsteine

Sprechen Experten von einem einwandigen Edelstahlkamin, besteht dieser in der Regel aus dem blanken Rohr. Dieses hat eine dünne Wandung und lässt sich besonders leicht installieren. Zum Einsatz kommt es immer dann, wenn der alte Schlot bereits unter Versottung leidet. Er ist dabei von Feuchtigkeit, sauren Chemikalien und teerähnlichen Stoffen durchzogen, die bei der Kondensation von Abgasen im Schornsteinzug entstehen. Ein einwandiges Edelstahlsystem lässt sich in solch einem Fall einfach in den alten Schlot einführen. Es schützt die gemauerte Konstruktion nach einer Schornsteinsanierung vor Feuchtigkeit und leitet die Abgase sicher nach außen. Ein weiterer Vorteil: Der geringere Durchmesser und die glatten Wandungen der Nachrüstsysteme begünstigen auch den Zug. Die Verbrennungsabgase strömen also besser nach außen.

Doppelwandige Systeme zum Nachrüsten eines Schornsteins  

Ein doppelwandiger Edelstahlkamin besteht aus zwei Rohren mit unterschiedlichem Durchmesser. Der Zwischenraum ist dabei mit einer Dämmschicht gefüllt, die etwa 25 bis 50 mm stark sein kann. Der spezielle Aufbau dreischaliger Schornsteine schützt nicht nur vor Feuchtigkeit. Er verhindert auch, dass sich die Abgase stark abkühlen und so den Zug schwächen. Außerdem schützt er umliegende Bauteile vor zu hohen Temperaturen. Zum Einsatz kommen die dreischaligen oder doppelwandigen Kamine aus Edelstahl vor allem bei der nachträglichen Installation von Abgassystemen. Also immer dann, wenn Hausbesitzer einen neuen Kamin oder einen neuen Kessel installieren möchten, obwohl kein freier Schornstein vorhanden ist.

Edelstahlschornstein: Fachgerechte Planung und einfache Montage  

Ob zum Einsetzen in alte Schlote oder zur Aufstellung neuer Schornsteine: Die Installation eines Edelstahlkamins bedarf immer einer fachgerechten Planung. Nur so strömen die Abgase unter allen Umständen zuverlässig nach außen. Entscheidend sind dabei folgende Werte:

  • Art und Leistung des Wärmeerzeugers
  • Temperatur der Abgase
  • Höhe des Schlotes im oder vor dem Haus

Abgestimmt auf diese Eingangsgrößen kann ein Experte bei einer Querschnittsberechnung den optimalen Durchmesser der Kaminrohre bestimmen.

Verschiedenste Formteile für eine einfache Montage  

Vom einfachen Rohrelement über Bögen mit verschiedenen Winkeln bis hin zu Konsolen und Wandhalterungen bieten Hersteller von Edelstahlkaminen heute vielfältige Bauteile. Wie in einem Baukastensystem lassen sich diese individuell zusammenstecken. Selbst flexible Rohre, die eine einfache Verlegung in bestehenden Systemen mit Versätzen ermöglichen, sind dabei erhältlich.

Montage ist auch in Eigenleistung möglich  

Wer über handwerkliches Geschick und das nötige Werkzeug verfügt, kann einen Edelstahlkamin auch selbst einbauen. Wichtig ist in diesem Fall die entsprechende Eignung des Systems. Neben der Auslegung kommt es dabei auch auf die CE-Kennzeichnung des Kamins aus Edelstahl an. Ist diese nicht vorhanden, kann es bei der Abnahme durch einen Schornsteinfeger zu Problemen kommen. Wir empfehlen, die Planung und Montage mit einem Heizungsfachmann durchzuführen. Auf diese Weise arbeitet der Kamin zuverlässig und böse Überraschungen bei der Abnahme bleiben aus.

Edelstahlkamin: Kosten für Material und Montage  

Wie viel ein Edelstahlkamin kosten kann, hängt stark von den örtlichen Gegebenheiten ab. Neben der Art und der Einbaulage des Abgassystems kommt es dabei auch auf die Gebäudegröße an. Während einwandige Rohre für bestehende Schornsteine zwischen 100 und 200 Euro pro Meter kosten, zahlen Verbraucher für doppelwandige System im Haus 200 bis 300 Euro pro Meter. Hinzu kommen Ausgaben für Decken- und Dachdurchführungen, die unter Umständen über 500 Euro kosten können. Entscheidend ist hier die Statik vor Ort, durch die individuelle und aufwendige Lösungen nötig sein können. Ein neuer Schornstein vor dem Haus kostet 100 bis 300 Euro pro Meter.

Soll ein Handwerker den Kamin aus Metall fachgerecht montieren, können außerdem Kosten von 50 bis 100 Euro pro Meter anfallen. Sicherheit bringt hier jedoch nur ein individuelles Angebot. Ein Experte prüft dabei die Voraussetzungen vor Ort und ermittelt einen verbindlichen Preis.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Ein Edelstahlkamin führt die Abgase der Heizung zuverlässig nach außen. Er ist unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit und gewährleistet einen stabilen Zug. Während einwandige Systeme zur Schornsteinsanierung infrage kommen, sind doppelwandige und gedämmte Kamine aus Edelstahl für die Neumontage in oder vor dem Haus geeignet. Auch wenn Hausbesitzer die Schornsteine selbst aufstellen können, empfehlen wir die Unterstützung durch einen Experten für Planung und Montage. Die Kosten kalkuliert dieser in einem individuellen Angebot.
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