Druckwächter für Sicherheit beim Heizen 

Ein Druckwächter sorgt für Sicherheit, wenn Hausbesitzer Ofen und Lüftung gleichzeitig betreiben. Denn er überwacht den Druck im Haus und schaltet die Technik bei gefährlichen Zuständen ab. Diese könnten eintreten, wenn ein Unterdruck Abgase aus dem Heizgerät in den Aufenthaltsraum saugt. Aber wie funktioniert ein Druckwächter und wann ist er sogar gesetzlich vorgeschrieben?  

Druckwächter: Funktion und Aufbau im Überblick  

Druckwächter haben die Aufgabe, die Druckverhältnisse zwischen Raum und Umgebung zu messen. Sie kommen immer dann zum Einsatz, wenn raumluftabhängige Heizgeräte wie Kamine oder Kachelöfen zusammen mit einer Lüftung arbeiten. Registriert der Sensor einen Unterdruck im Wohnbereich, schaltet er die Lüftung sofort ab. Auf diese Weise verhindert er, dass Abgase der Verbrennung in den Wohnraum gelangen. Der Wächter schützt somit vor lebensbedrohlichen Zuständen und sorgt für einen sicheren Betrieb von Lüftung und Heizung.

Druckmessung an unterschiedlichen Messpunkten möglich           

An welchen Stellen das Gerät die Druckwerte bestimmt, kann sich dabei je nach Bauart unterscheiden. Möglich ist unter anderem die Anordnung von Sensoren im Raum und im Verbindungsstück zum Schornstein. Auch das Messen der Druckdifferenz zwischen Raum und Außenluft bietet die nötige Sicherheit.

Gründe für gefährliche Unterdrücke im Wohnbereich  

Unterdrücke können immer dann entstehen, wenn Lüftungsanlagen durch einen Defekt oder Verschmutzungen nicht mehr richtig arbeiten. Und zwar genau dann, wenn sie verbrauchte Luft aus dem Haus befördern, gleichzeitig aber nicht genug frische nach innen leiten. Verstärkend wirkt dabei die dichte Bauweise neuer oder sanierter Gebäude. Denn durch diese gelangt auch durch Undichtigkeiten in der Gebäudehülle kaum Luft ungewollt nach innen.

Druckwächter für den gemeinsamen Betrieb von Kamin und Lüftung
© Britta Laser | Fotolia

Sicherheitstechnik ist Pflicht bei Öfen und Lüftung  

Um Gesundheit und Leben zu schützen, ist der Druckwächter unter gewissen Umständen vorgeschrieben. So zum Beispiel dann, wenn Hausbesitzer einen raumluftabhängigen Ofen gemeinsam mit einer zentralen oder dezentralen Wohnraumlüftung betreiben. Gleiches gilt für die Kombination von Öfen und Dunstabzugshauben mit Außenluftanschluss. Da Umlufthauben in der Küche die Luft nur umwälzen, sind diese von der Pflicht ausgenommen.

Was viele nicht wissen: Der Druckwächter ist auch dann nötig, wenn Hausbesitzer eine raumluftunabhängige Heizung mit einer Abzugshaube mit Abluftanschluss betreiben. Das gilt zumindest dann, wenn die Anlage nicht mit der Lüftungstechnik kombiniert ist. Grund dafür sind die hohen Abluftvolumenströme, die ohne entsprechende Sicherheitstechnik bedrohliche Zustände hervorrufen können.

Alternative: Raumluftunabhängige Heizgeräte installieren  

Wer auf den Druckwächter verzichten möchte, kann sich auch für eine absolut raumluftunabhängige Feuerstelle entscheiden. Die Öfen sind dabei mit einem eigenen Außenluftabschluss und dicht schließenden Türen ausgestattet. Das heißt, dass Verbrennungsluft und Abgase durch ein dichtes System strömen und selbst bei einem Unterduck nicht in die Aufenthaltsbereiche gelangen. Dass ein Kamin für den raumluftunabhängigen Betrieb geeignet ist, erkennen Hausbesitzer an der Zulassung des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBT).

Wer raumluftunabhängige Heizgeräte und eine Dunstabzugshaube mit Außenluftanschluss gemeinsam betreiben möchte, kann sich anstelle des Druckwächters auch für einen Fensterkontaktschalter entscheiden. Dieser gibt die Lüftung nur frei, wenn das Fenster gekippt ist und ausreichend Außenluft nachströmen kann.

Kaminkehrer muss die Technik überprüfen und abnehmen

Ob im Neubau oder bei einer Sanierung: Wer sich für einen neuen Kamin entscheidet, muss diesen von einem Schornsteinfeger abnehmen lassen. Dieser prüft dabei auch, ob ein Druckwächter vorhanden und die nötige Sicherheit gewährleistet ist. Um böse Überraschungen zu vermeiden, können Hausbesitzer den Schornsteinfeger bereits in der Planungsphase in das Vorhaben einbeziehen.

Die Kosten für einen Druckwächter im eigenen Haus  

Der Wächter sorgt für Sicherheit beim Heizen und kann im Ernstfall sogar Leben retten. Inklusive Regelungstechnik zahlen Hausbesitzer dabei heute rund 400 bis 800 Euro für die nötige Technik. Im Anbetracht des potenziellen Risikos ist das wohl ein vergleichsweise geringer Preis.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Druckwächter überwachen den Differenzdruck zwischen Raum und Schornstein. Sie sind Pflicht, wenn Hausbesitzer raumluftabhängige Öfen und Lüftungsanlagen gemeinsam betreiben und können im Ernstfall Leben retten. Denn sie schalten die Lüftung ab, bevor Abgase durch einen Unterdruck in den Raum gelangen. Eine Alternative ist die Installation raumluftabhängiger Heizgeräte.

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