Die Wohnraumlüftungs-Förderung im Überblick

Mit der Wohnraumlüftungs-Förderung unterstützt der Staat Verbraucher bei dem Einbau einer Lüftungsanlage. Während die Kosten im Neubau über einen Kredit zum energieeffizienten Bauen finanziert werden, haben Sanierer weitere Möglichkeiten. Ihnen stehen günstige Darlehen oder Zuschüsse der Kreditbank für Wiederaufbau zur Verfügung.

Wohnraumlüftungs-Förderung für die Sanierung

Geht es um Fördermittel für Lüftungsanlagen, muss man zunächst zwischen Neubau- und Sanierungsvorhaben unterscheiden. Während die Kreditbank für Wiederaufbau (KfW) Anlagen im Neubau nur im Rahmen der Effizienzhausförderung finanziert, stehen bei einer Sanierung gleich mehrere Programme zur Auswahl. Neben einem zinsgünstigen Kredit über das Programm 151/152 gibt es dabei auch einmalige Zuschüsse über das Programm 430. Voraussetzung ist, dass der Bauantrag oder die Bauanzeige für das Haus bereits vor dem 01.02.2002 gestellt wurde.

Während Kredite all denjenigen zur Verfügung stehen, die ein altes Haus energetisch sanieren möchten, gibt es Zuschüsse nicht für jeden. Denn diese stehen nur Eigentümern oder Käufern von Ein- und Zweifamilienhäusern sowie Eigentümergemeinschaften aus Privatpersonen zur Verfügung.

Energieberater klärt Paar über die Möglichkeiten der Wohnraumlüftungs-Förderung auf

Für diese Anlagen gibt es Fördermittel

Die Wohnraumlüftungs-Förderung gibt es für eine zentrale Abluftanlage, sofern diese automatisch auf die Feuchte-, Kohlendioxid- oder Mischgaskonzentrationen im Haus reagiert. Darüber hinaus bekommen Hausbesitzer das Geld vom Staat auch für zentrale und dezentrale Lüftungstechnik mit Wärmerückgewinnung sowie Kompaktgeräte auf Wärmepumpenbasis. Wichtig zu wissen ist, dass es die Förderung für Kompaktgeräte nur dann gibt, wenn die Gebäude mindestens die Anforderungen an ein KfW-Effizienzhaus 100 erreichen.

Voraussetzungen für die Wohnraumlüftungs-Förderung

Neben dem Alter des Gebäudes stellt die KfW hohe Anforderungen auch an dessen Dichtheit und die Effizienz der Lüftungstechnik.

Dichtheit des Gebäudes ist wichtig

Damit eine Lüftungsanlage richtig funktioniert, muss das Gebäude dicht sein. In diesem Zusammenhang fordert die KfW mit der Luftdichtheitsmessung einen Nachweis für die Einhaltung der Grenzwerte. Möglich ist dabei ein sogenannter Blower-Door-Test, bei dem Experten das Haus mit einem Ventilator unter Druck setzen und den dabei entstehenden Luftwechsel messen. Erreicht die Messung einen Wert von 3,0 oder besser, können Hausbesitzer die Wohnraumlüftungs-Förderung beantragen.

Übrigens: Die Mittel der KfW schließen die Kosten der Luftdichtheitsmessung ein.

Hohe Effizienz der Lüftungstechnik

Neben dem Gebäude müssen auch die Komponenten der Wohnraumlüftung hohe Anforderungen erfüllen. Diese beziehen sich vor allem auf die Effizienz des Ventilators und den Grad der Wärmerückgewinnung. Die nachfolgende Liste stellt die wichtigsten Werte zusammen:

  • Abluftanlagen dürfen nicht mehr als 0,2 Watt je Kubikmeter pro Stunde (W/(m³/h)) verbrauchen
  • Anlagen mit Wärmerückgewinnung (WRG) müssen einen Wärmerückgewinnungsgrad von mindestens 75 Prozent erreichen. Ihre Ventilatoren dürfen nicht mehr als 0,35 W/(m³/h) (bei WRG < 80 Prozent) bzw. 0,45 W/(m³/h) (bei WRG ab 80 Prozent) verbrauchen.
  • Kompaktgeräte mit Luft/Luft-Wärmeübertrager und Abluftwärmepumpe müssen mindestens 75 Prozent der Wärme rückgewinnen, wobei die Jahresarbeitszahl mindestens 3,5 und der Stromverbrauch der Ventilatoren maximal 45 W/(m³/h) betragen darf.
  • Kompaktgeräte mit Luft/Luft oder Luft-Wasser-Wärmepumpe ohne Wärmeübertrager müssen eine Jahresarbeitszahl von mindestens 3,5 erreichen, während die Ventilatoren nicht mehr als 0,35 W/(m³/h) verbrauchen dürfen.

Konditionen der Förderprogramme

Entscheiden sich Hausbesitzer bei der Wohnraumlüftungs-Förderung für ein zinsgünstiges Darlehen, bekommen sie einen Kredit über 100 Prozent der anrechenbaren Kosten. Während der Zinssatz dabei 0,75 Prozent beträgt, reduziert ein Tilgungszuschuss von 7,5 Prozent die zurückzuzahlende Summe. Zuschüsse gibt es hingegen in Höhe von zehn Prozent der förderfähigen Kosten.

Noch mehr Geld bei der Sanierung im Paket

Bessere Konditionen verspricht die KfW bei einer Sanierung im Paket. So steigt der Tilgungszuschuss bei Krediten auf 12,5 Prozent, wenn Hausbesitzer auch eine Dämmmaßnahme am Gebäude durchführen. Die Zuschusshöhe steigt dabei auf 15 Prozent an.

Wohnraumlüftungs-Förderung beantragen

Die Fördermittel sind noch vor dem Beginn der Bauarbeiten mit einem Energieberater zu beantragen. Während sich Hausbesitzer für einen Kredit an die Hausbank wenden müssen, sind Zuschussanträge über das KfW-Onlineportal zu stellen.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Mit der Wohnraumlüftungs-Förderung unterstützt der Staat Hausbesitzer bei der Anschaffung einer Lüftungsanlage. Während Verbraucher dabei zwischen Krediten und Zuschüssen wählen können, muss die Technik hohe Anforderungen erfüllen. Diese betreffen vor allem die Effizienz der Ventilatoren und der Wärmerückgewinnung.

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