Die Wohnraumlüftung: Förderung im Überblick

Mit der Wohnraumlüftungs-Förderung unterstützt der Staat Sie bei dem Einbau einer Lüftungsanlage. Ihnen stehen günstige Darlehen oder Zuschüsse zur Verfügung. Dabei können Sie sich die Lüftung unter anderem als Einzelmaßnahme fördern lassen. Ebenso möglich ist der Einbau einer solchen Anlage bei einer Komplettsanierung oder als eine Maßnahmen unter vielen bei dem Bau eines Effizienzhauses. Für welche Anlagen die Förderung infrage kommt und auf welche technischen Voraussetzungen Sie achten sollten, lesen Sie im folgenden Beitrag. 

Wohnraumlüftung: Förderung für die Sanierung

Zusätzliche Förderung in öffentlichen Gebäuden:

Die Bundesregierung fördert 2020 und 2021 die Verbesserung von Lüftungsanlagen in öffentlichen Gebäuden. Neben CO2-Meldern und Lüftungskonzepten gehören auch andere Maßnahmen dazu. Dies tritt am 20.10.2020 in Kraft und gilt nur für das Auf- und Umrüsten. Private Gebäude sind zunächst ausgeschlossen. 

Geht es um Fördermittel für Lüftungsanlagen haben Sie zum einen die Möglichkeit, diese über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zu beantragen. So bekommen Sie einen Kredit für Einzelmaßnahmen zur Durchführung einer energetischen Sanierung über das Programm 151/152. Darüber hinaus können Lüftungsanlagen nur berücksichtigt werden, wenn Sie Teil einer Komplettsanierung sind. Alle Maßnahmen müssen dazu dienen, einen KfW-Effizienzhaus-Standard zu erreichen. In diesem Falle gibt es auch eine Zuschuss-Förderung über das Programm 430. Voraussetzung ist immer, dass der Bauantrag oder die Bauanzeige für das Haus bereits vor dem 01.02.2002 gestellt wurde. Während Kredite all denjenigen zur Verfügung stehen, die ein altes Haus energetisch sanieren möchten, gibt es Zuschüsse nicht für jeden. Denn diese stehen nur Eigentümern oder Käufern von Ein- und Zweifamilienhäusern sowie Eigentümergemeinschaften aus Privatpersonen zur Verfügung.

Aktueller Hinweis zu den KfW-Förderprogrammen: Die genannten Programme wie 151/152 und 430 laufen zum 30.06.2021 aus und gehen in die Richtlinie zur Bundesförderung effizienter Gebäude – kurz: BEG – über. Danach können Sie eine Kredit-Förderung nur noch im Rahmen dieser Richtlinie beantragen. Der Tilgungszuschuss wird dann voraussichtlich 20 Prozent umfassen. Bauantrag oder Bauanzeige des Wohngebäudes müssen dann mindestens fünf Jahre zurückliegen. Ebenfalls werden sich dann die Effizienzhaus-Standards nochmal anpassen.

Energieberater klärt Paar über die Möglichkeiten der Wohnraumlüftungs-Förderung auf
© VadimGuzhva / Fotolia

Für welche Lüftungsanlagen gibt es Fördermittel?

Die Wohnraumlüftungsförderung gibt es für eine zentrale Abluftanlage, sofern diese automatisch auf die Feuchte-, Kohlendioxid- oder Mischgaskonzentrationen im Haus reagiert. Darüber hinaus bekommen Hausbesitzer das Geld vom Staat auch für zentrale und dezentrale Lüftungstechnik mit Wärmerückgewinnung sowie Kompaktgeräte auf Wärmepumpenbasis.

Voraussetzungen für die Förderung einer Wohnraumlüftung

Neben dem Alter des Gebäudes stellen die Fördergeber hohe Anforderungen auch an dessen Dichtheit und die Effizienz der Lüftungstechnik. 

Dichtheit des Gebäudes ist wichtig für die Funktion

Damit eine Lüftungsanlage richtig funktioniert, muss das Gebäude dicht sein. In diesem Zusammenhang empfehlen Fördergeber mit der Luftdichtheitsmessung einen Nachweis für die Einhaltung der Grenzwerte. Möglich ist dabei ein sogenannter Blower-Door-Test, bei dem Experten das Haus mit einem Ventilator unter Druck setzen und den dabei entstehenden Luftwechsel messen. Erreicht die Messung einen Wert von 3,0 oder besser, können Hausbesitzer für die Wohnraumlüftung eine entsprechende KFW-Förderung beantragen. Übrigens: Die Mittel der Kreditanstalt schließen die Kosten der sogenannten Luftdichtheitsmessung ein.

Hohe Effizienz der Technik ist Voraussetzung für Förderung der Wohnraumlüftung

Neben dem Gebäude müssen auch die Komponenten der Wohnraumlüftung hohe Anforderungen erfüllen. Diese beziehen sich vor allem auf die Effizienz des Ventilators und den Grad der Wärmerückgewinnung. Die nachfolgende Liste stellt die wichtigsten Werte zusammen:

  • Abluftanlagen dürfen nicht mehr als 0,2 Watt je Kubikmeter pro Stunde (W/(m³/h)) verbrauchen
  • Anlagen mit Wärmerückgewinnung (WRG) müssen einen Wärmerückgewinnungsgrad von mindestens 75 Prozent erreichen. Ihre Ventilatoren dürfen dabei nicht mehr als 0,35 W/(m³/h) verbrauchen. Liegt der Wärmerückgewinnungsgrad bei über 80 Prozent ist auch ein Verbrauch von 0,45 W/(m³/h) zulässig.
  • Kompaktgeräte mit Luft/Luft-Wärmeübertrager und Abluftwärmepumpe müssen mindestens 75 Prozent der Wärme rückgewinnen, wobei die Jahresarbeitszahl mindestens 3,5 und der Stromverbrauch der Ventilatoren maximal 45 W/(m³/h) betragen darf. Für die Bundesförderung für effiziente Gebäude ist anstelle der Jahresarbeitszahl eine jahreszeitbedingten Raumheizungseffizienz von ≥ 140 % bei 35 °C vorgeschrieben.
  • Kompaktgeräte mit Luft/Luft oder Luft-Wasser-Wärmepumpe ohne Wärmeübertrager müssen eine Jahresarbeitszahl von mindestens 3,5 erreichen, während die Ventilatoren nicht mehr als 0,35 W/(m³/h) verbrauchen dürfen. Für die Bundesförderung für effiziente Gebäude ist anstelle der Jahresarbeitszahl eine jahreszeitbedingten Raumheizungseffizienz von ≥ 140 % bei 35 °C vorgeschrieben.

Konditionen der Förderprogramme

Entscheiden sich Hausbesitzer bei der Wohnraumlüftung-Förderung für ein zinsgünstiges Darlehen, bekommen sie einen Kredit über 100 Prozent der anrechenbaren Kosten. Während der Zinssatz dabei 0,75 Prozent beträgt, reduziert ein Tilgungszuschuss von 20 Prozent die zurückzuzahlende Summe (Programm 151/152). Einen Zuschuss von 20 bis 25 Prozent gibt es außerdem über den Programmteil "Einzelmaßnahmen" der BEG-Förderung. 

Im Rahmen effizienter Neubauten oder ganzheitlicher Sanierungsvorhaben zum Effizienzhaus sind teils höhere Zuschüsse und Tilgungszuschüsse über die KfW-Programme 151, 153 und 430 erhältlich. Die Konditionen hängen dabei immer vom erreichten Effizienzhaus-Standard ab.

Wichtig: Die Fördermittel sind in jedem Falle noch vor dem Beginn der Bauarbeiten mit einem Energieberater zu beantragen. Während sich Hausbesitzer für einen Kredit an die Hausbank wenden müssen, sind Zuschussanträge über das KfW-Onlineportal zu stellen.

Wer den Antragszeitpunkt verpasst hat, bekommt alternativ auch eine steuerliche Förderung für die Lüftung. Dabei haben Sie die Möglichkeit, 20 Prozent der Sanierungskosten verteilt über drei Jahre von der Steuer abzusetzen.

Wohnraumlüftung als Einzelmaßnahme bezuschussen lassen

Neben den aufgeführten KfW-Programmen gibt es seit 2021 ebenfalls eine Förderung für die Wohnraumlüftung als BEG EM (Einzelmaßnahme). Doch was bedeutet das? Über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) stellen Sie einen Antrag auf eine Zuschussförderung. Es können bis zu 25 Prozent der förderfähigen Kosten gefördert werden. Der Basis-Fördersatz liegt bei 20 Prozent. Sollte die Maßnahme einen Teil eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) umsetzen, können Sie mit weiteren fünf Prozent rechnen. Die Richtlinie umfasst den Einbau, Austausch und die Optimierung raumlufttechnischer Anlagen, inklusive Wärme- beziehungsweise Kälterückgewinnung. 

Diese Arten der Wohnraumlüftung werden gefördert

Die folgende Übersicht gibt einen Überblick zu den Anlagen, die über die BEG EM förderfähig sind. Enthalten sind die entsprechenden technischen Werte, die zu berücksichtigen sind:

  • bedarfsgeregelte zentrale Abluftsysteme – max. spezifische elektrische Leistungsaufnahme 0,20 W/(m³/h) 
  • zentrale, dezentral oder raumweise Anlagen mit einem Wärmeübertrager – Wärmebereitstellungsgrad von mind. 80 Prozent bzw. 75 Prozent bei max. spezifischer elektrischer Leistungsaufnahme von 0,45 W/(m³/h) bzw.  0,35 W/(m³/h)
  • Kompaktgeräte mit Luft-/ Luft-Wärmeübertrager und Abluftwärmepumpe – Wärmebereitstellungsgrad von mind. 75 Prozent, jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz von mind. 140 Prozent (bei 35 Grad Celsius), max. spezifische elektrische Leistungsaufnahme 0,45 W/(m³/h)
  • Kompaktgeräte ohne Luft-/ Luft-Wärmeübertrager aber mit Abluftwärmepumpe – jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz von mind. 140 Prozent (bei 35 Grad Celsius), max. spezifische elektrische Leistungsaufnahme 0,35 W/(m³/h)

Was zählt zu den förderfähigen Kosten?

Neben der eigentlichen Anlage, also den Materialkosten, gehören weitere Faktoren zu den sogenannten förderfähigen Kosten, die Sie bei der Antragstellung und dem Einreichen der Unterlagen entsprechend berücksichtigen sollten. Dazu zählen die folgenden Kosten:

  • fachgerechter Einbau 
  • Inbetriebnahme
  • erforderliche Umfeldmaßnahmen
  • Deinstallation und Entsorgung der Altanlagen

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Mit der Wohnraumlüftungsförderung unterstützt der Staat Hausbesitzer bei der Anschaffung einer Lüftungsanlage. Während Verbraucher dabei zwischen Krediten und Zuschüssen wählen können, muss die Technik hohe Anforderungen erfüllen. Diese betreffen vor allem die Effizienz der Ventilatoren und der Wärmerückgewinnung.
Beratung durch Ihren Heizungsinstallateur vor Ort

Sie benötigen eine individuelle Beratung oder ein Angebot für Ihre neue Heizung?

news-icon
Neueste Artikel
news-icon
Artikelbewertung