Die Wohnraumlüftung im Altbau

Im Zuge einer Teil- oder Kernsanierung nimmt die Bedeutung der Wohnraumlüftung im Altbau immer weiter zu. Was die Gründe dafür sind, welche Arten der Wohnraumlüftung es gibt und wie Hausbesitzer die passende Lüftungsanlage finden können, darum geht es in diesem Artikel.

Warum ist Wohnraumlüftung im Altbau notwendig?

Ältere Bauten sind relativ luftdurchlässig. Frische Luft strömt demnach durch undichte Türspalten und Fensterfugen ins Hausinnere und sorgt so für einen regelmäßigen Luftwechsel. Dafür haben solche Bauten energetisch gesehen einen sehr niedrigen Wert. Das bedeutet, dass der Wärmebedarf im Vergleich zu Neubauten deutlich höher ist. Um die Heizkosten dauerhaft zu senken und die Umwelt zu entlasten, sind Neubauten deshalb nahezu luftdicht gebaut. Auch bei einer Altbausanierung streben Hausbesitzer nach einer energetischen Verbesserung. Das Ergebnis senkt zwar den Heizbedarf, führt aber gleichzeitig zu einem unzureichenden Luftaustausch innerhalb der Räume.

Aus gesundheitlicher Sicht

Verbrauchte Luft enthält nur wenig Sauerstoff, dafür aber andere Stoffe wie Kohlenstoffdioxid und Wasserdampf. Bei fehlender Belüftung nimmt die Luftqualität stetig ab und die Schadstoffbelastung zu. Dabei hat die Luftqualität einen entscheidenden Einfluss auf das menschliche Wohlbefinden und sollte aus diesem Grund immer möglichst hoch sein. Wurde das Gebäude saniert, darf die Wohnraumlüftung im Altbau allein aus gesundheitlichen Gründen nicht fehlen.

Aus baulicher Sicht

Die Wohnraumlüftung im Altbau dient darüber hinaus auch dem Schutz des Gebäudes. Denn bei unzureichender Belüftung kann sich Feuchtigkeit an kalten Wandoberflächen absetzen und die Schimmelbildung begünstigen. Im schlimmsten Fall wird die Bausubstanz dauerhaft beschädigt, was zu einer kostspieligen Kernsanierung führen kann. Nicht zuletzt verlangt die Energieeinsparverordnung (EnEV), dass Hausbesitzer ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 vorlegen müssen, sofern sie bei der Sanierung:

  • eines Mehrfamilienhauses mehr als ein Drittel der Fenster austauschen
  • eines Einfamilienhauses mehr als ein Drittel der Fenster austauschen oder mehr als ein   Drittel des Daches abdichten
Eine Nahaufnahme eines Ventilators als Symbol für die Wohnraumlüftung im Altbau

Arten der Wohnraumlüftung im Altbau

Wohnraumlüftungssysteme werden in zentrale und dezentrale Lüftungsgeräte aufgeteilt. Theoretisch lassen sich beide Systeme im Altbau einsetzen. In der Praxis kommt aber die dezentrale Wohnraumlüftung im Altbau häufiger zum Einsatz.

Dezentrale Wohnraumlüftung und ihre Besonderheiten

Eine dezentrale Lüftungsanlage zeichnet sich durch ihre Bauweise aus. Sie besteht aus einem einzigen Gerät, das sich gezielt in die Wand installieren lässt. Hierfür ist in vielen Fällen nur ein Mauerdurchbruch bzw. eine Kernbohrung durch die Außenwand des jeweiligen Zimmers notwendig. Anders als ihr zentrales Pendant arbeitet die dezentrale Lüftungsanlage nur raumweise. Vor allem ihr verhältnismäßig einfacher Einbau und ihre geringen Anschaffungskosten haben dazu beigetragen, dass die dezentrale Wohnraumlüftung im Altbau so oft eingesetzt wird.

Die passende Wohnraumlüftung für den Altbau finden

Auch wenn die dezentrale Lüftungsanlage bei einer Sanierung häufig Verwendung findet, bedeutet es nicht, dass es keine Alternativen gibt. Je nach Sanierungsaufwand lässt sich eine zentrale Lüftungsanlage ebenso gut installieren. Diese kann in der Regel einen viel höheren Luftvolumenstrom bewegen und lässt sich optional auch zum Kühlen umrüsten. In einigen Fällen ist auch eine Kombination aus beiden Lüftungssystemen sinnvoll.

Planen Hausbesitzer den Einsatz einer Wohnraumlüftung im Altbau, sollten sie auch die Technik der Wärmerückgewinnung in Betracht ziehen. Wie der Name es bereits vermuten lässt, sind einige Lüftungsgeräte in der Lage, der Abluft Wärme zu entziehen, um sie anschließend auf die hereinströmende kalte Außenluft zu übertragen.

Auf den Bedarf achten

Ähnlich wie bei einem Heizkessel sollten Hausbesitzer beim Kauf einer Wohnraumlüftung auch auf ihren Bedarf achten. In dem Fall muss die Luftmenge berechnet werden, die anschließend als Grundlage für die Auslegung aller Komponenten wie die Luftleitungen dient. Wie das funktioniert, zeigt der Beitrag Wohnraumlüftungs-Luftmenge berechnen. Unterstützung finden Hausbesitzer auch von einem erfahrenen Installateur oder Planer.

Bild unseres Autoren Minh Duc Nguyen

Fazit von Minh Duc Nguyen

Luftqualität und Bauschutz sind zwei von vielen Gründen für den Einsatz einer Wohnraumlüftung im Altbau. Das ist vor allem nach einer Sanierung notwendig, da ein ausreichender Luftaustausch im Zuger solcher Maßnahmen kaum noch erreicht wird.

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