Die Wohnraumlüftung einbauen: So funktioniert es 

Wer ein Haus saniert und dabei die Fenster tauscht oder das Dach abdichtet, muss oft auch eine Wohnraumlüftung einbauen. Denn diese sorgt trotz dichter Gebäudehülle für den nötigen Luftwechsel und schützt wirksam vor Schimmel. Geht es um die Art der Technik, stehen Sanierern heute unterschiedliche Arten zur Auswahl. Wir zeigen, was die Wohnraumlüftung auszeichnet und wie der Einbau funktioniert.

Wohnraumlüftung: Gründe für den Einbau

Besitzer alter Häuser klagen häufig über Zugluft an Fenstern und Türen. Diese mindert den Wohnkomfort und sorgt durch hohe Wärmeverluste für unnötige Heizkosten. Gleichzeitig wirkt die natürlich zirkulierende Luft aber der Feuchtigkeit in der Luft entgegen. Tauschen Sanierer die alten Fenster dann aus, strömt keine Luft mehr unkontrolliert herein. Die relative Feuchtigkeit kann ansteigen und Schimmel in der Wohnung kann entstehen. Um das zu verhindern, muss der Luftwechsel nach einer energetischen Sanierung auf andere Art und Weise sichergestellt werden. Von hohem Komfort profitieren Hausbesitzer dabei, wenn sie eine Wohnraumlüftung einbauen. Diese sorgt automatisch für frische Luft, schützt wirksam vor Schimmel und kann darüber hinaus auch die Heizkosten senken. Zumindest dann, wenn sie mit einer Einrichtung zur Wärmerückgewinnung ausgestattet ist. 

Wohnraumlüftung einbauen und Lüftungsgitter installieren
© Lina | Fotolia

Dezentrale Wohnraumlüftung einbauen

Möchten Hausbesitzer eine Lüftung nachrüsten, funktioniert das mit dezentralen Anlagen vergleichsweise einfach. Denn diese bestehen aus einzelnen Ventilatoren, die sich in Wände, Dächer oder Fenster integrieren lassen. Je nach Funktion der Geräte kommen dabei Abluft- oder Zu-/Abluftanlagen zum Einsatz. Eine Abluftanlage saugt verbrauchte Luft aus dem Haus. Der dabei entstehende Unterdruck führt dann dazu, dass frische Luft über Gitter in der Außenwand nachströmt. Zu- und Abluftanlagen leiten Luft hingegen nach innen und nach außen. Sie lassen sich mit einer Einrichtung zur Wärmerückgewinnung ausstatten, wodurch die frische Luft bereits vortemperiert in den Raum einströmt. Das sorgt für einen hohen Komfort und sinkende Heizkosten.

Möchten Hausbesitzer die Wohnraumlüftung einbauen, müssen sie dazu Kernbohrungen in der Außenwand vornehmen. In diese werden anschließend die Lüfter eingebaut und entsprechend abgedichtet. Arbeiten mehrere Geräte im Haus zusammen, sind auch die Innentüren anzupassen. Überströmgitter stellen dabei sicher, dass die Luftmassen von einem zum anderen Raum strömen können. 

Zentrale Wohnraumlüftung einbauen

Zentrale Lüftungsanlagen bestehen aus einem Gerät, das alle Luftbewegungen im Haus organisiert. Es lässt sich oft versteckt installieren und ist mit einem verzweigten Luftverteilsystem verbunden. Dieses leitet frische Luft zu den Räumen und verbrauchte über das Lüftungsgerät nach außen. Während sich die Lüftungstechnik im Neubau von Anfang an in der Planung berücksichtigen lässt, müssen Sanierer mit der vorhandenen Architektur zurechtkommen. Aber auch hier ermöglichen spezielle Systeme den Einbau der Wohnraumlüftung. Zur Auswahl stehen Anlagen zur Integration in Decken oder Böden, Systeme zur Verlegung im Bereich abgehängter Decken oder Ringleitungen für die versteckte Verlegung in den Raumecken.

Luftverteilsystem in Decken oder Böden integrieren

Möchten Hausbesitzer eine Wohnraumlüftung einbauen, funktioniert das bei einer Kernsanierung vergleichsweise einfach. Zumindest dann, wenn sie auch die Böden und Decken im Haus durch neue ersetzen. Denn in diesem Fall können sie flache Kanäle direkt in diese integrieren. Aussparungen in den Wänden nehmen dann die Luftdurchlässe auf, die frische Luft in die Räume blasen und verbrauchte absaugen. Die Leitungen verbinden die Durchlässe mit einem versteckt installierten Verteiler und diesen mit dem Lüftungsgerät. Ein Vorteil: Die Variante ist fast unsichtbar.

Wohnraumlüftung einbauen mit abgehängten Decken

Ohne Kernsanierung lässt sich das Luftverteilsystem auch in einer abgehängten Decke verstecken. Zum Einsatz kommen dabei flache Kanäle sowie Wickelfalz- und Flexrohre. Damit Hausbesitzer diese Art der Wohnraumlüftung einbauen können, müssen die Räume jedoch hoch genug sein. Ist das nicht der Fall, können sie die Kanäle auch einzeln mit Trockenbauelementen verkleiden. Diese sind jedoch aufwendig herzustellen und passen optisch nicht in jedes Haus. Die Luftdurchlässe lassen sich in der Decke oder den verkleideten Trockenschächten installieren.

Ringleitung für die Montage bei der Sanierung

Eine interessante Alternative bieten spezielle Ringleitungssysteme für die Sanierung. Diese bestehen aus dünnen Leitungen, die in Ecken von Fluren verlegt werden. Während sie die Luft über Durchlässe in der Wand austauschen, sind die Kanäle mit vorgefertigten Verblendsystemen ausgestattet. Diese verstecken das Luftverteilsystem und ermöglichen einen optisch ansprechenden Einbau. Damit Hausbesitzer diese Art der Wohnraumlüftung einbauen können, müssen die Räume im Haus in der Regel über einen gemeinsamen Flur erreichbar sein.  

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Wer ein Haus energetisch modernisiert, muss oft auch eine Wohnraumlüftung einbauen. Die Technik sorgt dabei für einen kontinuierlichen Luftwechsel und schützt wirksam vor Schimmel. Während der Einbau dezentraler Anlagen vergleichsweise einfach vonstattengeht, lässt sich eine zentrale Lüftungsanlage im Altbau nur mit höherem Aufwand einbauen. Das Luftverteilsystem können Sanierer dabei in Böden, Decken oder Raumecken integrieren.

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