Die Warmluftheizungen heizen mit Luft

Viele Heizungsanlagen transportieren die Wärme über Heizungswasser durch das Haus. Das zirkulierende Medium nimmt dabei Energie vom Kessel auf und führt diese zu den angebundenen Heizflächen. Eine Alternative dazu sind Warmluftheizungen. Diese heizen mit Luft, die durch Kanäle zu den einzelnen Räumen strömt. Wie die Technik funktioniert und welche Vor- und Nachteile das Heizen mit Luft hat, erklären wir hier.

Wie funktioniert das Heizen mit Luft?

Eine Luftheizung bringt thermische Energie über warme Luft in das Haus. Sie funktioniert wie die Heizung im Auto und kommt ohne Heizkörper oder Verteilleitungen für das Heizungswasser aus. Während das Heizen mit Luft heute nur wenigen Verbrauchern bekannt ist, war es vor etwa 2.000 Jahren üblicher Standard. Denn damals erfand ein römischer Kaufmann ein System, bei dem warme Luft durch Zwischenräume von Decken und Wänden strömte, um diese zu erwärmen.

Moderne Warmluftheizungen schicken warme Luft in einem verzweigten Kanalnetz durch das gesamte Haus. Sie strömt über spezielle Durchlässe in die Wohnräume, während verbrauchte Luft aus Bädern oder Küchen abgesaugt wird.

Monteur installiert Kanäle zum Heizen mit Luft
© kuchina | Fotolia

Wärmeerzeuger für die Luftheizung

Genau wie bei einer konventionellen Warmwasserheizung kommen auch für das Heizen mit Luft zahlreiche Wärmeerzeuger infrage. Wichtig ist, dass diese auch bei Systemtemperaturen von über 50 Grad Celsius effizient und zuverlässig arbeiten. Neben der Gasheizung mit Brennwert und Solarthermie ist dabei zum Beispiel auch eine Holzheizung möglich.

Übrigens: Warmluftheizungen können die Luft nicht nur erhitzen, sondern auch kühlen sowie be- oder entfeuchten.

Erdwärmeübertrager für höhere Effizienz

Besonders effizient ist das Heizen mit Luft, wenn die Anlagen frische Außenluft über einen sogenannten Erdwärmeübertrager ansaugen. Dieser besteht aus einem unterirdisch verlegten Rohr. Strömen die Luftmassen hindurch, nehmen sie Energie aus dem Erdreich auf und erwärmen sich. Das entlastet den Wärmeerzeuger und sorgt für sinkende Heizkosten. Im Sommer kühlt der Erdwärmeübertrager die Außenluft und trägt ohne zusätzliche Ausgaben zu angenehmen Innentemperaturen bei.

Voraussetzungen für das Heizen mit Luft

Vergleicht man die Wärmeträger Luft und Wasser miteinander, kann die Luft nur wenig Energie transportieren. Für ein Gebäude in schlechtem energetischen Zustand wären dabei besonders hohe Temperaturen oder große Luftvolumenströme nötig. Da zu hohe Temperaturen aber unangenehm sind und große Volumenströme entsprechend teurere Kanalnetze benötigen, nutzt man das Heizen mit Luft nur in energiesparenden Gebäuden. Als Grenze gilt dabei eine Heizlast von rund zehn Watt pro Quadratmeter. Zum besseren Verständnis: Um einen fünf Quadratmeter großen Raum mit einer Heizlast von zehn Watt pro Quadratmeter zu beheizen, genügt bereits die Abwärme einer Glühlampe. Typische Einsatzgebiete sind daher Passivhäuser vom Passivhaus Institut sowie Niedrigst-, Null- oder Plusenergiehäuser.

Optimale Planung sorgt für Effizienz und Komfort

Damit eine Luftheizung komfortabel und effizient funktioniert, kommt es auf die optimale Planung aller Komponenten an. Dabei sind zunächst alle Luftvolumenströme so zu wählen, dass neben der Wärme auch genügend Sauerstoff in das Gebäude kommt. Darüber hinaus muss ein Installateur die Kanäle der Anlage so planen, dass die Luft ohne störende Geräusche strömt. Üblich sind dabei Geschwindigkeiten von zwei bis drei Metern pro Sekunde.

Geht es um die Luftführung, sollte frische und unverbrauchte Luft immer zuerst in Aufenthaltsräume wie Wohn- oder Kinderzimmer gelangen. Verbrauchte Abluft ist hingegen aus stark belasteten Räumen wie Küchen oder Bädern abzusaugen. Das verhindert, dass Gerüche aus diesen Zimmern in die übrige Wohnung gelangen, und sorgt für einen hohen Komfort. Die Luftauslässe in den sogenannten Zulufträumen sind außerdem so einzustellen, dass die frische Luft möglichst alle Bereiche der Zimmer erreicht. Das verhindert kalte Zonen im Winter und Zugluft im Sommer, wenn Verbraucher die Technik zum Kühlen nutzen.

Vor- und Nachteile einer Warmluftheizung

Das Heizen mit Luft hat Vor- und Nachteile. Während vor allem Anlagen mit Wärmerückgewinnung besonders energiesparend arbeiten und ein gesundes Raumklima schaffen, schränken platzraubende Installationen und hohe Gebäudeanforderungen ihre Nutzung ein. In der folgenden Tabelle haben wir die Vor- und Nachteile der Luftheizung einmal zusammengestellt.

Vorteile für das Heizen mit Luft Nachteile für das Heizen mit Luft
Anlagen mit Wärmerückgewinnung können die Restwärme verbrauchter Abluft auf die Zuluft übertragen Installation der Luftleitungen und Kanäle ist aufwendig, platzraubend und bei einer Sanierung nicht immer möglich
Räume heizen sich in Betrieb schnell auf Warmluftheizungen lassen sich nur in energiesparenden Gebäuden sinnvoll einsetzen
Luftheizungen können auch kühlen – mit der sogenannten Sommernachtskühlung sogar ganz ohne teure Technik Staubaufwirbelung der einströmenden Luft kann für Allergiker unangenehm sein
Technik sorgt für frische Luft im ganzen Haus und schafft ein gesundes und behagliches Raumklima Bei ungünstiger Planung können hörbare Geräusche und trockene Luft die Folge sein
Viele Wärmeerzeuger sind möglich, darunter auch Holz- oder Umweltheizungen, die auf regenerative Energieträger setzen
Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Vor allem in energiesparenden Gebäuden ist das Heizen mit Luft komfortabel und günstig. Verbraucht ein Haus jedoch zu viel Wärme, steigen die Kosten der Technik schnell. Grund dafür sind vor allem die höheren Volumenströme. Vergleicht man die Vor- und Nachteile, bestechen Warmluftheizungen neben den Energieeinsparungen vor allem durch einen hohen Komfort und optimale Luftverhältnisse.
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