Die Rücklauftemperatur der Heizung

Die Rücklauftemperatur einer Heizung ist die Temperatur, mit der das Heizungswasser von den Verbrauchern zurück zum Kessel strömt. Sie ist geringer als die Vorlauftemperatur und sollte abhängig vom Heizsystem bestimmte Werte erreichen. So soll der Rücklauf einer Heizung mit Brennwerttechnik möglichst kühl sein. Die Rücklaufwassertemperatur einer Holzheizung muss hingegen höhere Werte erreichen. Warum das so ist, erklären wir in den folgenden Abschnitten. 

Vorlauf- und Rücklauftemperatur einer Heizungsanlage

Wärmeerzeuger einer wassergeführten Heizungsanlage haben eine Aufgabe: Sie erwärmen das Wasser im Heizkreis auf eine bestimmte Temperatur, um das Haus mit ausreichend Energie versorgen zu können. Strömt das Heizungswasser vom Kessel zu den Heizflächen, hat es eine vergleichsweise hohe Temperatur. Experten sprechen dabei vom Vorlauf oder von der Vorlauftemperatur. Strömt das Medium über Heizflächen wie Heizkörper oder eine Fußbodenheizung, gibt es thermische Energie ab. Während das passiert, kühlt sich das Heizungswasser ab und es fließt als Rücklauf mit der sogenannten Rücklauftemperatur zurück. Die Differenz zwischen der Vor- und Rücklaufwassertemperatur ist die Spreizung. Sie lässt sich in Kelvin angeben und beträgt bei Heizkörperheizungen in der Regel 15 Grad Celsius beziehungsweise 15 Kelvin. Eine Flächenheizung nutzt viel größere Flächen zur Wärmeübertragung und kommt daher mit einer kleineren Spreizung aus. Das Rücklaufwasser ist dabei meist nur fünf Kelvin kühler als das Heizungswasser im Vorlauf.

Die Rücklauftemperatur ist eine Mischtemperatur

In der Praxis strömt das Heizungswasser aus dem Kessel über verschiedene Heizflächen. Abhängig von deren Auslegung und der Einstellung am Thermostat nimmt der Rücklauf der Heizung bei gleicher Vorlauftemperatur dabei unterschiedliche Werte ein. Auf dem Weg zum Kessel fließen die Teilströme dann zusammen, wodurch sich eine Misch-Rücklauftemperatur ergibt. Wichtig zu wissen ist, dass sich diese nie statisch einstellen lässt. Gründe dafür sind unterschiedliche Temperaturanforderungen sowie unterschiedliche Einstellungen an den einzelnen Heizflächen. 

Vor- und Rücklauftemperatur der Heizung am Thermometer ablesbar
© MATTHIAS BUEHNER – stock.adobe.com

Brennwertheizungen arbeiten mit niedrigem Rücklauf effizienter 

Dass die Rücklauftemperatur der Heizung auch deren Effizienz beeinflussen kann, zeigt die Brennwertheizung. Denn diese nutzt das Wasser aus dem Rücklauf, um die Abgase der Verbrennung zu kühlen. Während das passiert, kondensiert das enthaltene Wasser. Es gibt verborgene Wärme ab, die das Heizungswasser erwärmt und den Brenner entlastet. Je kühler der Heizungsrücklauf ist, umso mehr Wasser kondensiert in der Brennwertheizung. Diese gewinnt mehr Wärme aus dem Abgas zurück und verbraucht dadurch umso weniger. Eine niedrigere Temperatur im Heizungsrücklauf geht dabei also mit einer höheren Effizienz und niedrigeren Heizkosten einher.

Verschiedene Möglichkeiten zum Absenken der Temperatur im Rücklauf

Um eine niedrige Temperatur im Heizwasserrücklauf sicherstellen zu können, muss die Heizungsanlage hydraulisch abgeglichen sein. Alle Komponenten müssen optimal in das System passen und die Heizflächen sollten möglichst groß sein. Günstig sind groß ausgelegte Kompaktheizkörper, spezielle Niedertemperaturheizkörper mit Gebläseunterstützung oder Flächenheizsysteme wie die Fußbodenheizung. Letztere nutzt besonders große Flächen zur Wärmeübertragung, wodurch sich Vorlauf- und Rücklauf gleichermaßen reduzieren lassen.

Hohe Rücklauftemperaturen bei Standard- und Holzheizkessel 

Bestimmte Heizkessel arbeiten bei einem kühleren Rücklauf der Heizung weniger sauber. Das trifft zum Beispiel auf Holzheizungen zu. Laufen diese mit niedrigen Temperaturen, verbrennen die Festbrennstoffe nicht richtig und der Schadstoffgehalt im Abgas steigt. Aber auch ältere Gas- und Ölheizkessel setzen hohe Rücklauftemperaturen voraus. Denn diese sind oft so konstruiert, dass die Kondensation von Wasser aus dem Abgas zur Korrosion führen könnte. Da die Wärmeerzeuger die eingesetzten Brennstoffe dabei nicht vollständig ausnutzen, lohnt sich häufig ein Austausch der alten Technik.

Rücklauftemperaturanhebung sorgt für optimale Betriebsbedingungen 

Um eine hohe Temperatur im Rücklaufwasser gewährleisten zu können, setzen Experten die sogenannte Rücklaufanhebung ein. Zum Einsatz kommen dabei entweder separate Pumpen oder spezielle Dreiwegeventile, die bei Bedarf heißes Wasser aus dem Vorlauf in den zu kühlen Rücklauf leiten. Letzterer erwärmt sich dabei und die benötigten Temperaturwerte lassen sich sicherstellen.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Die Rücklauftemperatur beschreibt die Temperatur, mit der das Heizungswasser aus der Hausanlage zum Wärmeerzeuger zurückströmt. Sie ist niedriger als die Vorlauftemperatur. Die Temperaturdifferenz zwischen Vor- und Rücklaufwasser der Heizung ist die sogenannte Spreizung. Während die Temperatur im Heizungsrücklauf einer Brennwertanlage möglichst niedrig sein sollte, benötigen Konstanttemperaturkessel und Holzheizungen wärmeres Wasser im Rücklauf.
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