Die passende Lüftung im Niedrigenergiehaus 

Wer ein Haus baut, setz heute in aller Regel auf besonders hohe Energiestandards. Denn diese sorgen langfristig für niedrige Heizkosten und sind darüber hinaus gesetzlich gefordert. Geht es um die Umsetzung, kommt es dabei auf eine wirksame Dämmung und eine dichte Gebäudehülle an. Damit geht jedoch oft auch der Einbau einer Lüftung im Niedrigenergiehaus einher. Wann diese nötig ist, welche Möglichkeiten Bauherren haben und wie viel sie ausgeben müssen, erklärt der folgende Beitrag. 

Wann ist die Lüftung im Niedrigenergiehaus nötig?

Sind Häuser besonders dicht gebaut, strömt nur noch wenig Luft ungewollt nach innen. Während das den Energiebedarf senkt, sorgt es auch für neue Herausforderungen. Denn Schadstoffe, Gerüche und hohe Feuchtelasten lassen sich dann nur mit aktivem Fensterlüften beseitigen. Passiert das nicht, sinkt die Qualität der Raumluft und Feuchteschäden wie Schimmel werden begünstigt. Die Lüftung im Niedrigenergiehaus sorgt für Abhilfe. Denn sie tauscht die Raumluft automatisch durch frische von außen und schafft ein gesundes Klima in den eigenen vier Wänden.

Lüftungskonzept gibt Aufschluss

Ob die Lüftung im Niedrigenergiehaus nötig ist, verrät ein sogenanntes Lüftungskonzept. Dabei untersuchen Experten, wie viel Luft auf natürlichen Wegen durch das Haus zirkuliert. Reicht der ermittelte Volumenstrom nicht aus, um die anfallende Feuchte auszugleichen, müssen Bauherren eine Lüftung im Niedrigenergiehaus installieren. Neben einfachen freien Lüftungssystemen kommen dabei vor allem ventilatorgestützte Anlagen infrage.

Lüftung im Niedrigenergiehaus installiert
© Traumbild | Fotolia

Wie funktioniert die Lüftung im Niedrigenergiehaus?

Eine mechanische Lüftungsanlage besteht in ihrer einfachsten Form aus Ventilatoren, die Luft von außen nach innen und von innen nach außen leiten. Abhängig von ihrem Aufbau lassen sich dabei zentrale und dezentrale Anlagen unterscheiden.

Zentrale Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung

Die zentrale Lüftungsanlage leitet Luft über ein Luftverteilsystem durch das eigene Haus. Neben den Kanälen besteht sie dabei aus einem Gerät, das alle Luftbehandlungsfunktionen organisiert. Es saugt Außenluft über Wohnraumlüftungs-Filter an und leitet diese weiter zu den jeweiligen Räumen. Gleichzeitig leitet sie die aus diesen abgesaugte Luft nach außen. Ist die Lüftung im Niedrigenergiehaus mit einer Einrichtung zur Wärmerückgewinnung ausgestattet, kann sie die Restwärme der verbrauchten Abluft nutzen, um die frische Außenluft vorzuwärmen. Das entlastet die Heizung und spart Kosten. Neben der hohen Energieeffizienz zählen vor allem die leistungsfähigen Filter und Schalldämpfer zu den Vorteilen der Technik.

Dezentrale Lüftung im Niedrigenergiehaus installieren 

Eine einfache Alternative ist die dezentrale Lüftungstechnik. Hier sorgen einzelne Ventilatoren für den erforderlichen Luftwechsel. Diese lassen sich einfach in der Außenwand, der Decke oder dem Dach einbauen und ebenfalls mit einer Einrichtung zur Wärmerückgewinnung ausstatten. Im Gegensatz zu zentralen Anlagen leisten Wärmerückgewinner, Filter und Schalldämpfer dezentraler Anlagen meist weniger. 

Was kosten Lüftungsanlagen für moderne Neubauten?

Die Kosten der Lüftung im Niedrigenergiehaus hängen stark von individuellen Anforderungen und der Größe des Gebäudes ab. Während einzelne Geräte dezentraler Anlagen hier mit 250 bis 1.000 Euro zu Buche schlagen, kostet die dezentrale Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung rund 2.000 bis 5.000 Euro. Zentrale Lüftungsanlagen sind dagegen preisintensiver. So liegen die Kosten zentraler Anlagen mit Wärmerückgewinnung zwischen 4.000 und 10.000 Euro. Einen genauen Überblick über die Kosten der Lüftungstechnik liefert der Beitrag „Kosten der Wohnraumlüftung”.

Planen Hausbesitzer, die Technik im Rahmen einer energetischen Modernisierung einbauen zu lassen, können sie auch Fördermittel der Kreditanstalt für Wiederaufbau beantragen. Diese stellt mit den Programmen 152 und 430 zinsgünstige Darlehen oder hohe Zuschüsse zur Verfügung. Wie hoch diese sind und welche Voraussetzungen dafür zu erfüllen sind, erklärt der Beitrag „Förderung für die Wohnraumlüftung“.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Die Lüftung im Niedrigenergiehaus sorgt für sinkende Heizkosten und einen steigenden Komfort. Darüber hinaus gleicht sie hohe Feuchtelasten aus und schützt wirksam vor Schimmel. Nötig ist die Technik immer dann, wenn der natürliche Luftwechsel zu klein ist, um den Feuchtegehalt der Raumluft sicher zu begrenzen. Planen Bauherren, eine Lüftungsanlage installieren zu lassen, können sie sich für zentrale und dezentrale Systeme entscheiden. Zentrale punkten dabei vor allem durch ihre Effizienz sowie wirkungsvolle Filter und Schalldämpfer.

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