Die Lüftungsanlagen-Wartung und ihre Kosten

Raumlufttechnische Anlagen versorgen ein Haus rund um die Uhr mit frischer Luft. Während sie dabei Außenluft nach innen und Raumluft nach außen führen, können sich mit der Zeit starke Verschmutzungen bilden. Um dabei Gesundheitsgefährdungen, steigende Betriebskosten und technische Störungen ausschließen zu können, sollten Hausbesitzer regelmäßig eine Lüftungsanlagen-Wartung durchführen lassen.

Die Themen im Überblick:

Folgen einer fehlenden Lüftungsanlagen-Wartung

Die Luft in unseren Räumen ist ein kostbares Gut. Sie enthält viel Sauerstoff und bietet die Grundlage für ein behagliches und gesundes Wohnumfeld. So fordert zum Beispiel die DIN EN 13779, dass sie keine Schadstoffe in gefährlichen Konzentrationen enthalten darf. Darüber hinaus sollten Hausbesitzer die Raumluft nicht als muffig, übelriechend oder abgestanden empfinden. All das kann aber passieren, wenn die regelmäßige Lüftungsanlagen-Wartung ausbleibt.

Verstopfte Filter erhöhen die Betriebskosten

Denn dabei setzen sich Verschmutzungen aus der Außenluft oder verschlissenen Einbauteilen auf die Filter. Diese werden dabei dichter und lassen weniger Luft hindurch. Während die Lüftungsanlage das Problem teilweise durch eine höhere Ventilatorleistung ausgleichen kann, verbraucht der Motor deutlich mehr Energie und die Betriebskosten steigen. Gleichzeitig können störende Geräusche wie das Rauschen der Luft in Kanälen oder Auslässen entstehen.

Installateur bei der Lüftungsanlagen-Wartung

Höhere Druckverluste mindern den Luftdurchsatz

In vielen Fällen führen die verstopften Filter in Folge einer fehlenden Lüftungsanlagen-Wartung dazu, dass die Anlage weniger Luft transportieren kann. Sie kommt aus dem Gleichgewicht und stört damit auch die Lufthygiene im Raum. Denn hier lassen sich Feuchtelasten, Gerüche oder Schadstoffe nicht mehr richtig regulieren.

Fehlende Lüftungsanlagen-Wartung senkt die Luftqualität

Steigt die Konzentration der verschiedenen Lasten stark an, kann das Einbußen im Komfort und Gefährdungen der Gesundheit zur Folge haben. So wirkt die Raumluft zum Beispiel abgestanden und muffig, wenn zu viele Gerüche vorhanden sind. Während ein niedriger Sauerstoffgehalt zu einer schlechteren Konzentrationsfähigkeit und Kopfschmerzen führen kann, stören hohe Schadstoffkonzentrationen die Gesundheit. Steigt die Raumluftfeuchte stark an, lässt sich auch die Bildung von Schimmel nicht sicher ausschließen.

Die Wartungsarbeiten im Überblick

Lüftungsanlagen bestehen aus wenigen verschleißenden Bauteilen und sind generell sehr langlebig. Bei der Lüftungsanlagen-Wartung nimmt ein Installateur alle Komponenten der Technik dabei genau unter die Lupe, um ihre Funktionsfähigkeit zu prüfen. Die Wartungs- und Inspektionsarbeiten beziehen sich dabei auf:

  • die Außen- und Fortluftdurchlässe
  • die Lüftungsgeräte und Ventilatoren
  • das Luftverteilsystem
  • die Luftfilter im System
  • den Kondensatablauf

Schritt 1: Lüftungsgerät, Außen- und Fortluftdurchlässe

Im ersten Schritt der Lüftungsanlagen-Wartung untersucht der Fachmann den Zustand der Außen- und Fortluftdurchlässe. Diese finden sich in der Regel an der Fassade oder am Dach und sollten sich im Vergleich zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme kaum verändert haben. Darüber hinaus wird auch das Lüftungsgerät selbst inspiziert. Hier kommt es vor allem darauf an, dass alle Teile dicht, sauber und nicht korrodiert sind. Außerdem dürfen keine Schleif- oder Lagergeräusche zu hören sein. Des Weiteren müssen die Luftfilter im Gerät der vorgeschriebenen Klasse entsprechen und sauber sein.

Schritt 2: Lüftungsanlagen-Wartung am Verteilsystem

Ist das Lüftungsgerät selbst in gutem Zustand, geht die Inspektion auf das Luftverteilsystem über. Hier prüfen Experten vor allem, ob sich starke Verschmutzungen angesammelt haben sowie ob Teile beschädigt oder korrodiert sind. Auch der Zustand der Wärmedämmung wird in diesem Schritt genauer geprüft. Denn während eine defekte Dämmung an Warmluft führenden Kanälen zu steigenden Wärmeverlusten und Energiekosten beitragen kann, entsteht an defekten Dämmschichten Kaltluft führender Bauteile Kondensat. Das kann wiederum zu Korrosion oder feuchtebedingten Schäden wie Schimmel führen.

Schritt 3: Luftfilter prüfen und reinigen oder tauschen

Anschließend untersucht der Fachmann die Qualität der Filter in der Anlage. Er prüft dabei, ob diese richtig eingesetzt und bereits zu stark verschmutzt sind. Ist das der Fall, reinigt er die Elemente oder tauscht sie durch neue aus. Übrigens: Unabhängig von der regelmäßigen Lüftungsanlagen-Wartung können Hausbesitzer das Reinigen oder Tauschen der Filter auch selbst übernehmen. Wichtig dabei ist, dass sie sich zu Beginn von einem Handwerker einweisen lassen.

Schritt 4: Lüftungsanlagen-Wartung am Kondensatablauf

Sind alle anderen Arbeiten erledigt, untersucht der Installateur abschließend auch den Kondensatablauf am Lüftungsgerät sowie am eventuell vorhandenen Erdreich-Wärmeübertrager. Wichtig ist hier, dass das anfallende Wasser ohne Probleme ablaufen kann und sich kein Schimmel im System gebildet hat.

Optional: Luftmengenmessung und Desinfektion der Verteilung

Entscheiden sich Hausbesitzer für eine besonders umfangreiche Lüftungsanlagen-Wartung, können sie anschließend auch eine Luftmengenmessung durchführen lassen. Neben den Volumenströmen der Zu- und der Abluft messen Experten dabei auch die Leistungsaufnahme des Ventilators. Außerdem prüfen sie die Funktion von Sensoren sowie Regelung und stellen sicher, dass die Lüftungstechnik optimal läuft. Abhängig von den Ergebnissen der Inspektion können Hausbesitzer darüber hinaus auch das Luftverteilsystem reinigen und desinfizieren lassen.

Zeitpunkt und Intervall der Lüftungsanlagen-Wartung

Während Hausbesitzer bei den Wartungsarbeiten in erster Linie die Herstellerangaben der Technik beachten müssen, empfehlen Experten einen zweijährigen Wartungsturnus. Wichtig zu wissen ist jedoch, dass die Filter im Lüftungsgerät und im Verteilsystem meist öfter zu tauschen sind. Je nach Raum und Luftqualität empfiehlt sich dabei ein Turnus von ein bis zwölf Monaten. Der Zeitpunkt der Lüftungsanlagen-Wartung richtet sich dabei nach dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme.

Kosten der Lüftungsanlagen-Wartung

Die Höhe der Wartungskosten richtet sich nach dem vereinbarten Umfang der Arbeiten und kann von Anlage zu Anlage sehr unterschiedlich ausfallen. Eine zuverlässige Aussage erhalten Hausbesitzer hier von einem Installateur aus der eigenen Region. Am besten wählen sie dazu den, der die Anlage auch eingebaut hat. Überschlägig können Verbraucher mit Ausgaben von 100 bis 200 Euro im Jahr rechnen.

Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Die regelmäßige Lüftungsanlagen-Wartung ermöglicht einen zuverlässigen und sicheren Betrieb der Technik und gewährleistet damit eine hohe Luftqualität im Haus. Bei der Durchführung nehmen speziell geschulte Experten die Lüftungsanlagen Schritt für Schritt unter die Lupe. Sie prüfen die Funktion aller Bauteile und beseitigen eventuell vorhandene Verschmutzungen. Die Kosten können sich dabei abhängig vom Umfang der Arbeiten unterscheiden.

Beratung durch Ihren Heizungsinstallateur vor Ort

Sie benötigen eine individuelle Beratung oder ein Angebot für Ihre neue Heizung?

  • Geprüfte Fachbetriebe in Ihrer Region
  • Unverbindliche und kostenlose Vermittlung
Neueste Artikel
Ratgeber | Heizung
Vom 23. August 2017

Reinheit ist ein menschliches Bedürfnis und Tipps zum Wäsche waschen gibt es viele. Doch wie dabei effizient Energie und damit Kosten gespart werden können, erfahren Sie in der heizung.de Topliste. weiterlesen

Ratgeber | Heizung
Vom 22. August 2017

Ist jeder Nachtspeicherofen mit Asbest belastet? Falls ja, ist ein Austausch dringend notwendig? Lesen Sie die Antworten von unseren heizung.de-Experten auf diese Fragen, die uns ein Leser gestellt hat. weiterlesen

Ratgeber | Heizung
Vom 19. August 2017

Das von der Bundesregierung verabschiedete Netzentgeltmodernisierungsgesetz soll für faire und transparente Marktbedingungen sorgen. Zwei wichtige Punkte geben hierbei den Takt vor, die sogar Vorteile für Verbraucher mit sich bringen. weiterlesen

Ratgeber | Heizung
Vom 19. August 2017

Ökostrom ist grün und nachhaltig. So zumindest die landläufige Meinung. Denn nicht jeder Ökostromvertrag liefert wirklich grüne Energie. Für Transparenz sorgen Siegel. Die wichtigsten stellen wir hier vor. weiterlesen

Jetzt Installateur finden!