Die Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung

Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sorgt sparsam für eine hohe Luftqualität. Sie tauscht die verbrauchte Luft in den eigenen vier Wänden gegen Frische und kann einen hohen Teil der vorhandenen Wärme erhalten. Aber wie funktioniert die Wohnraumlüftung? Eine Antwort auf diese Frage und die wichtigsten Informationen zu Arten, Kosten und Vorteilen geben wir in diesem Beitrag.

Funktion der Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung

Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sorgt für einen optimalen Luftwechsel in Häusern und Wohnungen. Sie transportiert alte, verbrauchte und schadstoffreiche Luft aus den eigenen vier Wänden und tauscht sie gegen frische und sauerstoffreiche Luft von außen.

Wärmerückgewinnung erwärmt Raumluft ohne Heizkosten

Und das besonders energiesparend. Denn die Anlage fängt einen großen Teil der Wärme der alten Luft (Abluft) auf und überträgt diese auf die frische Außenluft. Ohne zusätzliche Heizkosten lässt sich die Temperatur der kalten Außenluft von -14 Grad Celsius auf bis zu + 14 Grad Celsius erwärmen.

Lüften Hausbesitzer regelmäßig mit dem Fenster, strömt die Luft mit kalten Temperaturen herein. Das Aufwärmen funktioniert dabei über die Heizung und verursacht zusätzliche Heizkosten.

Auslass einer zentralen Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung

Luftführung ist entscheidend für Komfort und Behaglichkeit

Damit die Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung richtig funktioniert, kommt es auf eine passende Luftführung an. Frische Luft gelangt zuerst in Zulufträume wie Wohnzimmern, Kinderzimmern oder Schlafzimmern eingeblasen. Die alte und verbrauchte Luft wird aus Küchen, Toiletten oder Badezimmern abgesaugt. Schadstoffe und Gerüche der sogenannten Ablufträume gelangen auf diese Weise nicht in andere Zimmer und es entsteht eine hohe Behaglichkeit.
Flure zwischen Zu- und Ablufträumen heißen Überströmräume. Durch sie strömt die Luft zwischen Zu- und Abluftraum.

Zentrale oder dezentrale Lüftung

Bei der Art der Lüftung mit Wärmerückgewinnung kann man zwischen zentralen und dezentralen Anlagen unterscheiden.

Zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung

In einer zentralen Wohnraumlüftung werden alle Luftbewegungen von einem Gerät organisiert. Dieses wird zum Beispiel auf dem Dach oder im Keller aufgestellt. Über ein verzweigtes Kanalnetz transportiert es die Luftmassen von außen und innen zu jedem angeschlossenen Raum. Je nach Größe des Gebäudes können die Leitungen dabei schon einmal 15 bis 20 Zentimeter stark sein. Geht es um eine energetische Sanierung, kann der Einbau zur Herausforderung werden.

Trotz des hohen Aufwands haben zentrale Lüftungsanlagen mehrere Vorteile. So erreichen sie hohe Wärmerückgewinnungsgrade und bieten einen guten Schallschutz. Das sorgt für Komfort, Effizienz und sinkende Heizkosten. Darüber hinaus lassen sich über die zentrale Luftbehandlung auch weitere Funktionen realisieren. So ist es möglich, die Luft zu heizen, zu kühlen sowie zu be- oder entfeuchten.

Dezentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung

Die dezentrale Wohnraumlüftung besteht dagegen aus mehreren kleinen Geräten. Diese lassen sich meist direkt in der Außenwand montieren und fördern Luft wechselweise in und aus dem Raum. Ein spezielles Speichermedium (der Wärmerückgewinner) nimmt Wärme auf, wenn die Raumluft nach außen strömt. Saugt das Lüftungsgerät daraufhin Außenluft nach innen, erwärmt sich diese durch die Energie des Speichers. Dabei steigt der Komfort und die Heizung wird entlastet.

Im Vergleich zu einer zentralen Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung gewinnen dezentralen Geräte weniger Wärme zurück. Sie bieten einen geringeren Schallschutz, sind aber vor allem im Altbau deutlich einfacher zu installieren.

Filterwechsel und Wartung sind wichtig für Komfort

Damit zentrale und dezentrale Lüftungsanlagen auch nach einiger Zeit im Betrieb nicht an Effizienz verlieren, sollten die Geräte regelmäßig gewartet werden. In diesem Zuge ist es sinnvoll, auch die Filter zu wechseln. Denn diese fangen zum Beispiel Pollen, Staub oder Schmutzpartikel aus der Luft und setzen sich mit der Zeit zu.

Auf die Dichtheit im Gebäude achten

Damit die Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung optimal arbeiten kann, kommt es auf eine hohe Dichtheit des Gebäudes an. Auf diese Weise wird verhindert, dass Luft unkontrolliert durch die Hüllflächen strömt und Energie vergeudet wird. Prüfen lässt sich das zum Beispiel mit einem Blower-Door-Test, der auch Voraussetzung für die Förderung der Technik ist.

Lüftungskonzept im Neubau und nach Sanierungen

Wird ein neues Gebäude errichtet oder ein altes modernisiert, kann die Luft meist nicht mehr von selbst durch das Haus zirkulieren. Grund dafür sind dichte Dächer und Fenster. Soll bei einem Einfamilienhaus mehr als ein Drittel der Fenster getauscht oder mehr als ein Drittel der Dachfläche abgedichtet werden, schreibt der Gesetzgeber die Erstellung eines sogenannten Lüftungskonzepts vor. Dabei wird geprüft, ob auch nach einer Sanierung noch ausreichend Luft durch das Gebäude strömt, um anfallende Feuchtigkeit zu entfernen. Ist das nicht der Fall, besteht die Gefahr von Bauschäden und Lüftungstechnische Maßnahmen können nötig werden.

Kosten der Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung

Die Kosten einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung unterscheiden sich je nach Art und Gebäudegröße. Während es dezentrale Anlagen bereits für 2.000 bis 3.000 Euro gibt, fallen die Investitionen einer zentralen Anlage durch Kanalnetz und Einbaugegenstände höher aus. Übliche Werte liegen hier zwischen 6.000 bis 8.000 Euro. Je nach Gebäudegröße, Architektur und Region können die Werte abweichen.

KfW-Zuschüsse unterstützen bei der Anschaffung der Technik

Fördermittel für eine zentrale oder dezentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung bekommen Hausbesitzer von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Über das Programm 430 „Energieeffizient Sanieren – Investitionszuschuss“ gibt es dabei einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 10 Prozent der förderfähigen Kosten (maximal 5.000 Euro). Voraussetzung dafür ist, dass die Mittel vor dem Beginn der Arbeiten zusammen mit einem Energieberater beantragt werden.

Darüber hinaus muss eine Dichtheitsmessung des Gebäudes erstellt werden. Die Lüftungsgeräte selbst müssen außerdem:

  • den Anforderungen der Ökodesign-Richtlinie entsprechen
  • mit einem effizienten Ventilator ausgestattet sein
  • einen hohen Wärmerückgewinnungsgrad erreichen

Wird bei einer Sanierung nicht nur die Lüftung neu installiert, sondern auch eine Dämmung angebracht, steigt der Zuschuss auf 15 Prozent der förderfähigen Kosten oder maximal 7.500 Euro.

Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Die Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sorgt für Komfort und Effizienz. Die wichtigsten Infos zu Funktion, Arten, Kosten und Förderung.

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