Die Heizung per App steuern – das sind die Vor- und Nachteile

Wollen Hausbesitzer und Mieter ihre Heizung per App steuern, müssen sie häufig nur ein wenig Geld in die Hand nehmen. Denn die Digitalisierung der Heizung ist nicht sehr kostenintensiv. Sie verspricht sogar großes Einsparpotenzial beim Heizen. Ganz frei von Nachteilen ist die Digitalisierung aber nicht, wie dieser Artikel zeigt.

Heizung per App steuern ist nicht unbedingt teuer

Mittlerweile lässt sich so einiges über eine App steuern. Sei es die Beleuchtung, die Stereoanlage oder eben die Heizung. In einem Smart Home muss kaum noch am Knauf, dem sogenannten Thermostat, gedreht werden, um die Temperatur auf das gewünschte Niveau zu bringen. Stattdessen genügt ein Wisch auf dem Smartphone, und schon führt die Heizung den Wunsch aus. Zu einem Smart Home gehört aber mehr als nur die Tatsache, dass sich die Heizung per App steuern lässt. Denn Letztere lässt sich auch per App bedienen, ohne dass das ganze Haus „smart“ ist.

Einfache Geräte gibt es unter 20 Euro zu kaufen

Schließlich lassen sich Heizungsanlagen sehr schnell „digitalisieren“. Die einfachste Lösung, die Heizung per App steuern zu lassen, ist ein neues, WLAN bzw. funkfähiges Thermostat, das bereits unter 40 Euro erhältlich ist. Dieses lässt sich schnell anbringen und ist schon kurz nach der Installation über eine Applikation, kurz App, steuerbar. In der einfachsten Version funktionieren diese Thermostate ähnlich wie Zeitschalter für Steckdosen. Die Bewohner können festlegen, wann, wie lange und auf welche Temperatur die Heizung die Räume erwärmen soll.

Heizung per App steuern geht auch von unterwegs.

Programmierbare Thermostate bieten mehr Funktionen

Je kostenintensiver die Geräte, desto mehr Funktionen bieten sie – zumindest in der Regel. Neben grundlegenden Einstellmöglichkeiten wie Temperaturregelung und Schaltzeiten gibt es noch Zusatzfunktionen, die ein großes Sparpotenzial versprechen. Dazu gehören automatische Temperaturabsenkung beim Lüften, die Urlaubsfunktion, die Boost-Funktion für schnelles und kurzzeitiges Aufheizen oder eine Frostschutz-Funktion. Wollen Hausbesitzer auch von unterwegs aus ihre Heizung per App steuern, können sie die App mit ihren Smartphone-Daten verknüpfen. Diese erkennt anhand der Standortermittlungsfunktion im Smartphone, wo sich die Bewohner gerade befinden und kann die Heizung noch vor dem Eintreffen einschalten.

Das sind die Vorteile

Lassen Hausbesitzer und Bewohner ihre Heizung per App steuern, haben sie in erster Linie einen Komfortgewinn. Schließlich müssen sie sich nicht mehr um die Temperaturregelung kümmern und können ihre Zeit für andere Zwecke nutzen. Der zweite Vorteil ist das Einsparpotenzial. Viele Hersteller geben Ersparnisse von bis zu 30 Prozent an. Aus Sicht von Experten wird das in der Realität aber selten erreicht. Wahrscheinlicher ist die Senkung des Wärmebedarfs um die fünf bis acht Prozent.

Die hier genannten Zahlen beziehen sich allerdings auf die einfachste Art, die Heizung per App steuern zu lassen. Hierfür muss lediglich der Thermostat ausgetauscht werden. Dieser Schritt ist also auch für Mieter geeignet, die beim Umzug die Technik mitnehmen können.

Hausbesitzer hingegen können die komplette Regelung für Heizungsanlage digitalisieren. Das ist zwar kostenintensiver, dafür ist das Einsparpotenzial um einiges größer als bei der oben genannten Lösung.

Das sind die Nachteile

Der Einstieg in die Digitalisierung mag für ein einzelnes digitales Thermostat kostengünstig sein. Bei mehreren Zimmern kann es aber schnell zu einer beachtlichen Summe kommen. Auch in puncto Sicherheit gibt es nach wie vor viele Bedenken. Vor allem dann, wenn Hausbesitzer von unterwegs aus ihre Heizung per App steuern, besteht die Gefahr, ausspioniert zu werden. Wie groß das Risiko wirklich ist, hängt aus Expertensicht stark vom Thermostathersteller und seinen Schutzmaßnahmen ab.

Wann lohnt es sich, die Heizung per App steuern zu lassen?

Grundsätzlich bietet die Digitalisierung der Heizung eine gute Möglichkeit, die Heizkosten zu senken. Vor allem der Komfortgewinn stellt sich schon nach kürzester Zeit ein. In einigen Fällen ist das Nachrüsten aber wenig sinnvoll, wenn die gesamte Anlage sehr alt ist und nicht mehr effizient arbeitet. An dieser Stelle empfiehlt sich ein hydraulischer Abgleich oder eine Heizungsmodernisierung.

Minh Duc Nguyen

Fazit von Minh Duc Nguyen

Möchten Hausbesitzer und Bewohner ihre Heizung per App steuern, müssen sie für den Anfang nur wenig Geld in die Hand nehmen. Kostenersparnisse von bis zu 30 Prozent, wie das viele Hersteller schreiben, lassen sich in der Praxis kaum erzielen. Dafür ist der Komfortgewinn groß und der Aufwand gering.

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