Die Heizkörperbefestigung: Stabil und sicher 

Die Heizkörperbefestigung muss unter allen Umständen einen stabilen Halt der Heizflächen gewährleisten. Neben den Heizkörpern trägt sie dabei oft auch das Gewicht von Menschen, die sich darauf setzen oder stellen. Wir erklären, von welchen Faktoren die Bemessung der Heizkörperbefestigung abhängt und geben einen Überblick über aktuelle Systeme. 

Faktoren bei der Wahl der Heizkörperbefestigung

Eine Heizkörperbefestigung hat die Aufgabe, kompakte Heizflächen sicher und zuverlässig zu tragen. Geht es um die Bemessung der Systeme, müssen Hausbesitzer verschiedenste Einflussfaktoren berücksichtigen. Neben dem Einsatzbereich geht es dabei vor allem auch um die Beschaffenheit der Wand sowie die Art und Größe der Heizkörper selbst.

Der Einsatzbereich definiert Anforderungen an die Halterungen  

Bei der Auswahl und Bemessung passender Halterungen kommt es vor allem auf den Einsatzbereich an. Denn wie stabil und sicher eine Heizkörperbefestigung sein muss, hängt grundsätzlich von der Nutzung am Einsatzort an. Die VDI 6036 definiert in diesem Zusammenhang vier verschiedene Anwendungsklassen (AWK):

  • AWK 1: Die Anwendungsklasse 1 genügt für Bereiche mit normalen Anforderungen. Das bezieht sich zum Beispiel auf Eigenheime oder den Wohnbereich von Mietshäusern.
  • AWK 2: Bei der Anwendungsklasse 2 sind die Anforderungen an die Heizkörperbefestigung erhöht. Das trifft zum Beispiel auf Kindergärten, Praxen, öffentliche Verkaufsräume sowie Gemeinschaftsbereichen und Treppenbereichen von Mietshäusern zu.
  • AWK 3: In der Anwendungsklasse 3 müssen die Haltesysteme für Heizkörper hohe Anforderungen erfüllen. Wichtig ist das zum Beispiel in Schulen, Jugendzentren, Kasernen, Bahnhöfen und Fluchtwegen aus Gebäuden.
  • AWK 4: In Bereichen der Anwendungsklasse 4 müssen Heizkörperbefestigungen besonders hohe Anforderungen erfüllen. Das trifft zum Beispiel auf Justizvollzugsanstalten oder psychiatrische Einrichtungen zu.

Mit den Anwendungsklassen sind unterschiedlich hohe Anforderungen an die Ausführung der Heizkörperbefestigung verbunden. So müssen Heizfläche für die Anwendungsklasse 4 so fest installiert sein, dass sie auch bei Gewalteinwirkung sicher halten. Neben dem Schutz der Anlage dient das auch dem Schutz der Personen in den entsprechenden Bereichen.

Wandmaterial ist wichtig für die Art der Heizkörperbefestigung  

Während die Anwendungsklassen Anforderungen an die Stabilität der Befestigungssysteme stellen, ist das Wandmaterial ausschlaggebend dafür, wie sich die Anforderungen erfüllen lassen. Dabei ist es ein großer Unterschied, ob Handwerker die Heizkörperbefestigung in eine Kalksandstein- oder eine Trockenbauwand dübeln.

Vor allem bei Wänden aus Porenbeton oder Gipskarton sind besondere Systeme einzusetzen. Während Hersteller für Porenbeton spezielle Dübel (Anker oder Injektionsdübel) anbieten, sollte eine Gipskartonwand vor der Montage eines Heizkörpers verstärkt werden. Da das bei bestehenden Wänden kaum möglich ist, eignen sich diese in der Praxis selten zur Heizkörpermontage. Experten empfehlen in diesem Fall Standkonsolen, die auf dem Boden zu befestigen sind.

Art und Ausführung der Heizkörper sind wichtig für die Montage  

Einen großen Einfluss auf die Heizkörperbefestigung haben auch die Heizkörper selbst. Denn je größer diese sind und je mehr Wasser sie enthalten, umso mehr Eigengewicht bringen sie mit. Die Befestigungssysteme benötigen dann unter Umständen eine größere Anzahl an Haltern oder Schienen, um für eine ausreichend hohe Stabilität zu sorgen.

Entscheidend ist darüber hinaus auch die Art der Heizflächen. So können Ventil-Kompaktheizkörper zum Beispiel mit speziellen Haltelaschen ausgeführt sein. Sind dies nicht vorhanden, lassen sich Plattenheizkörper zuverlässig in Klemmkonsolen befestigen. Röhrenheizkörper (auch Badheizkörper) werden hingegen oft in kleine Träger vor der Wand eingehängt. 

Herstellerangaben geben Hinweise zur Heizkörperbefestigung  

In der Regel bieten die Hersteller der Heizkörper passende Befestigungssysteme an. Dabei informieren sie auch darüber, wie viele Halter in Abhängigkeit der Anwendungsklasse, des Wandmaterials und der Heizkörpergröße erforderlich sind.

Heizkörperbefestigung bei einem Gliederheizkörper
Bei einem Gliederheizkörper besteht die Heizkörperbefestigung aus Haken zwischen den einzelnen Gliedern. / © Tom Bayer – stock.adobe.com

Stand- und Wandkonsolen zur Heizkörperbefestigung 

In den meisten Fällen lassen sich die Befestigungssysteme für Heizkörper sicher an der Wand montieren. Ist diese dafür ungeeignet, kommen auch spezielle Standfüße oder Standkonsolen zum Einsatz. Die Heizkörperbefestigungen werden dabei mit einer ausreichend großen Fußplatte auf dem Boden verschraubt. Nötig ist das zum Beispiel vor Trockenbauwänden oder dann, wenn Hausbesitzer eine Heizkörpernische gedämmt haben.

Übliche Preise für ein sicheres Befestigungssystem 

Die Preise der Befestigungssysteme hängen stark von der Art der Halter ab. Während es viele Wandkonsolen im Set bereits für zehn bis 20 Euro gibt, kosten Standkonsolen häufig mehr. Für diese müssen Verbraucher mit Ausgaben von 20 bis 50 Euro rechnen. Hinzu kommen Kosten für die fachgerechte Montage durch einen erfahrenen Installateur.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Die Heizkörperbefestigung muss zu jeder Zeit für einen sicheren und stabilen Halt der Heizkörper sorgen. Bei der Auswahl passender Systeme sind dabei die Einsatzbereiche, die Wandmaterialien und die Beschaffenheiten der Heizkörper selbst zu berücksichtigen. Sind die Wände für die Heizkörpermontage ungeeignet, bieten Standfüße oder -konsolen eine interessante Alternative. 
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