Die eigene Ladestation für das Elektroauto

Unabhängig, umweltfreundlich und kostenlos mit dem Elektroauto fahren? Wer eine Photovoltaikanlage auf dem Dach hat, kann sich diesen Traum erfüllen. Nötig ist dazu lediglich eine eigene Ladestation für das Elektroauto. Diese lässt sich unter dem Carport oder in der Garage installieren und jederzeit selbst nutzen. Aber worauf kommt es an, wenn Hausbesitzer eine Ladestation für ihr Elektroauto kaufen möchten? Welche Features sollte sie besitzen und was kostet die Technik eigentlich? 

Ladestation für Zuhause: Was spricht dafür? 

Elektroautos sind eine praktische Erfindung. Sie fahren leise, erreichen ganz passable Reichweiten und stoßen selbst keine Schadstoffe aus. Geht es um das Aufladen der Batterien, müssen Fahrer allerdings länger nach einer freien und geeigneten Ladesäule suchen. Denn während es deutschlandweit über 14.000 Tankstellen für konventionelle Kraftstoffe gibt, sind Ladestationen für Elektroautos noch eher spärlich gesät. So verzeichnete die Bundesnetzagentur im Mai 2019 gerade 8.736 öffentliche E-Tankstellen. Bedenkt man, dass eine vollständige Ladung gut ein bis zwei Stunden dauern kann, ist das nicht besonders viel. Einfacher und komfortabler ist es hingegen, das eigene Elektroauto zuhause zu laden. Möchten Hausbesitzer dabei Kosten sparen und die Umwelt schonen, nutzen sie dazu den Strom aus der Photovoltaikanlage vom eigenen Dach.

Ladestation für das Elektroauto: Tipps zum Kauf

Auch wenn der Strom aus der Steckdose kommt, sollten Hausbesitzer für ihr Elektroauto doch lieber eine richtige Ladestation verwenden. Denn die sogenannten Wallboxen sind sicherer. Sie stellen außerdem eine deutlich höhere Leistung zur Verfügung und beschleunigen den Ladevorgang erheblich. Ein Beispiel: Mit 2,3 Kilowatt Leistung aus der Steckdose dauert es etwa 15 bis 20 Stunden ein Mittelklasse-Elektroauto zu laden. Liefern Ladestationen 22 kW, ist die Batterie sogar schon nach 1,5 bis zwei Stunden voll.

Möchten Hausbesitzer eine Ladestation für ihr Elektroauto kaufen, müssen sie jedoch einiges beachten. So kommt es zum Beispiel auf folgende Punkte an:
  • Leistung: Kapazität des Netzanschlusses und Ausgangsleistung der Stromspeicher
  • Stecker: die passende Verbindungstechnik zwischen Ladestation und Elektroauto
  • Features: die richtigen Funktionen, um das Elektroauto zuhause laden zu können
  • Testberichte: hochwertige Qualität der Ladestation für Elektrofahrzeuge

Hausanschluss und Stromspeicher limitieren die Leistung der Ladestationen 

Moderne Wallboxen erreichen eine Ausgangsleistung von bis zu 22 kW und können die Batterien der Elektroautos sehr schnell komplett aufladen. Das gilt zumindest in der Theorie. Denn wie viel Strom wirklich zur Verfügung steht, hängt von der installierten Haustechnik ab. Diese kann ein Elektroinstallateur vor der Anschaffung prüfen und eventuell optimieren. Wer die Elektroauto-Ladestation an den Stromspeicher der Photovoltaik anschließen möchte, muss auch dessen Ausgangsleistung prüfen. Oft ist diese nicht sehr hoch, sodass die Autos bei starken Ladeleistungen trotzdem viel Strom aus dem öffentlichen Netz beziehen.

Der richtige Stecker für Ladestation und Elektroauto 

Elektro-Ladestationen gibt es heute mit Steckdose (Typ 2) oder eigenem Kabel (Typ 1). Variante eins ist inzwischen Standard. Dabei befindet sich ein Kabel im Auto, das Verbraucher zum Aufladen in die kompatible Wallbox einstecken. Alternativ verbinden sie das Elektroauto zum Laden über ein separates Kabel mit der Station. Die Wahl für einen Typ-2-Stecker verspricht also volle Flexibilität. Da es für Typ-1-Kabel keine Adapter gibt, lassen sich mit einer solchen Ladestation nur passende Elektroautos beladen.

Ladestation für ein Elektroauto
© Patrick Daxenbichler – stock.adobe.com 

Wallbox für Elektroautos: Welche Funktionen sind wichtig? 

Wer eine Elektroladestation für das eigene Zuhause kaufen möchte, kann diese mit unterschiedlichsten Funktionen wählen. So gibt es zum Beispiel RFID-Zugangsbeschränkungen, bei denen Fahrer die Säule mit einem Chip oder einer Karte freischalten müssen. Sinnvoll ist das vor allem dann, wenn sich die Station in öffentlich zugänglichen Bereichen befindet.

Planen Verbraucher, ab und zu mehrere Fahrzeuge zur gleichen Zeit aufzuladen, sollten sie eine Ladestation mit Lastmanagement wählen. Die intelligente Software verteilt die verfügbare Leistung bedarfsgerecht und ermöglicht eine effiziente Beladung ohne teure Leistungsspitzen.

Auch wenn das Elektroauto Strom von der eigenen Photovoltaikanlage beziehen soll, ist ein integriertes Energiemanagement zu empfehlen. Denn dieses maximiert die Eigenverbrauchsrate und senkt die Energiekosten.

Test: Welche Ladestation für das Elektroauto kaufen? 

Das Angebot an Elektroladestationen ist groß. Bei der Auswahl geeigneter Geräte helfen dabei Testberichte bekannter Institutionen. Wertvolle Informationen liefert unter anderem der ADAC Ladestations-Test aus dem Jahr 2018. Das Interessante daran: Von zwölf verglichenen Geräten schnitten nur drei sehr gut ab. Während drei Geräte die Note „gut“ erhielten, bekamen drei andere Ladestationen das Urteil ausreichend. Drei weitere schnitten sogar mangelhaft ab. Große Abzüge gab es dabei vor allem im Bereich Sicherheit.

Ladestation für Elektroautos: Kosten und Fördermittel 

Was kostet eine eigene Ladestation für Elektroautos? Diese Frage lässt sich nur schwer pauschal beantworten. Denn der Preis für die Technik hängt von zahlreichen Faktoren ab. Entscheidend ist dabei unter anderem die Ladeleistung, der Funktionsumfang sowie der Abstand zum nächsten Elektroanschluss im Haus. Überschlägig können Hausbesitzer dabei mit Kosten von 1.000 bis 2.500 Euro rechnen. Wie sich die Ausgaben im Einzelfall darstellen, verrät das Angebot eines Elektroinstallateurs.

Regionale Fördermittel für private Elektroladestationen 

Wer die Ladetechnik im eigenen Haus installieren lässt, bekommt aktuell keine Förderung vom Staat. Dafür unterstützen einige Bundesländer und Städte die Ausgabe mit hohen Zuschüssen. So gibt es in NRW zum Beispiel 1.000 Euro für die Installation einer Elektroladestation im eigenen Zuhause. In Sachsen gibt es 1.000 Euro für die Ladetechnik plus 200 Euro pro Kilowattstunde Kapazität für einen gleichzeitig installierten Stromspeicher. In München bekommen Verbraucher sogar bis zu 6.000 Euro für die Technik. Da die Mittel regional sehr unterschiedlich ausfallen können, empfehlen wir die Beratung durch einen Energieberater vor Ort. Dieser kennt die verfügbaren Fördermittel und weiß, wie diese zu beantragen sind.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Im öffentlichen Raum sind die Ladestationen für Elektroautos aktuell eher spärlich gesät. Wer trotzdem unbeschwert mit dem eigenen Elektroauto fahren möchte, kann die Technik auch zuhause installieren. Nutzen die sogenannten Wallboxen dabei Strom von der eigenen Photovoltaikanlage, senkt das die Energiekosten und die Umwelt wird geschont. Bei der Auswahl einer Elektroauto Ladestation sollten Verbraucher allerdings auf den Stecker, die mögliche Leistung und die benötigten Funktionen achten. Testberichte bekannter Institutionen helfen außerdem dabei, Anlagen mit einer hohen Qualität zu finden. 
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