Die Brennwerttherme als Ergänzung des Heizungssystems

Moderne Gas- und Ölheizungen greifen heutzutage immer auf den Einsatz einer Brennwerttherme zurück. Diese kann im Vergleich zu älteren Kesseln viel Geld sparen, indem der Rohstoff mitsamt seinen Abgasen zur Verbrennung genutzt und dadurch die Effizienz des ganzen Heizungssystems gesteigert wird.

Die Themen im Überblick:

Funktionsweise einer Brennwerttherme

In der Regel werden Brennwertthermen direkt an der Wand (wandhängend oder einfach nur hängend) angebracht, wodurch sie noch nicht einmal viel Fläche benötigen. In ihrer Funktionsweise ähneln sie einem Durchlauferhitzer, welcher warmes Wasser sofort bei Bedarf erzeugen kann. Die Brennwerttherme verzichtet dabei auf den Einsatz von einem zusätzlichen Speicher, was sich positiv auf ihre durchaus kompakten Maße auswirkt. Weitere Vorteile direkt zum Durchlauferhitzer entstehen unter anderem deshalb, weil sowohl Gas als auch Öl im Dauerbetrieb günstiger als elektrischer Strom sind.

Eine Hand gießt ein Pflänzchen in der Erde - Brennwerttherme
© Romolo Tavani | Fotolia

Merkmale der Brennwerttherme

Ihr prägnantes Merkmal zeigt sich in der Verbrennung des Rohstoffes, oder besser gesagt, was mit den Rückständen passiert. Die durch die Verbrennung entstandenen Abgase gehen nämlich nicht einfach verloren, sondern werden durch die Brennwerttechnik aufgegriffen und ebenfalls zur Erzeugung von Energie genutzt. Selbstverständlich ergibt sich durch dieses Verfahren eine höhere Effizienz, als wenn lediglich der Rohstoff selbst genutzt wird. Dadurch lassen sich bei einer Gasheizung oder Ölheizung in Kombination mit der Brennwerttechnik beispielsweise die Verbrauchskosten reduzieren. Nicht indem weniger stark geheizt wird, sondern einfach indem das Potential des Rohstoffes voll ausgenutzt wird. Deshalb gelten andere Lösungen, beispielsweise klassische Hochtemperaturkessel, in diesem Bereich mittlerweile auch als veraltetet. Die Brennwerttechnik stellt hier definitiv die bessere Lösung dar.

Besonderheit der Brennwerttechnik

Um die Funktionsweise besser zu verstehen, lohnt es sich einmal den Begriff selber näher zu betrachten. Als "Brennwert" wird die thermische Energie bezeichnet, die in einem Stoff enthalten ist. Diese wird bei der Brennwerttherme ebenso genutzt, wie der eigentliche "Heizwert", das ist die Energie, die im reinen Rohstoff steckt und bei der Verbrennung freigesetzt wird. Während ältere Heizungssysteme die Abgase und damit auch den Brennwert über den Schornstein an die Umwelt abgeben, wird dieser durch die Brennwerttherme aktiv aufgegriffen und ebenfalls verbrannt. So kann die in den Abgasen enthaltene Wärme genutzt werden, statt diese einfach an die Umwelt zu "verpulvern". Brennwerttechnik kann deshalb fast vollständig das Energiepotential eines Rohstoffes ausnutzen.

Elementar ist zudem, dass die Brennwerttherme einen Teil des Wassers kondensiert, welches in den Abgasen enthalten ist. Dieses wiederum wird im Anschluss zum Aufheizen vom Wasser innerhalb des Rücklaufs der Heizung genutzt. Damit entsteht ein rundes System, welches möglichst viel Energie aus dem Rohstoff zu Tage bringt und nutzt.

Vor- und Nachteile zusammengefasst

Vorteile der Brennwerttherme

Die Vorteile der Brennwerttherme zeigen sich in der Verbrennung. Eine Brennwerttherme für den Rohstoff Gas kann im Vergleich zu Niedertemperaturkesseln um bis zu 11 Prozent effizienter arbeiten - das sind 11 Prozent reine Ersparnis! Bei einer Ölheizung wird die Effizienz immerhin um sechs Prozent gesteigert. Vergleicht man diese Werte mit noch älteren Kesseln, ist die Optimierung der Effizienz sogar noch aussagekräftiger.

Nachteile der Brennwerttherme

Nachteile könnten in den höheren Anschaffungskosten gefunden werden. Sie kostet tendenziell natürlich mehr, als ein veraltetes System. Der Aufpreis hat sich in der Regel aber schnell amortisiert. Auch kommen Brennwertthermen vor allem in Häusern zum Einsatz, wo entsprechend Platz für die wandhängende Installation vorhanden sein muss. Die Brennwerttherme sollte zudem auf den Bedarf eingestellt und in regelmäßigen Abständen gewartet werden, um weiterhin eine hohe Effizienz zu garantieren.

Heizung.de Autor Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Eine Brennwerttherme kann vor allem mit ihrer kompakte Bauweise punkten. Ähnlich wie ein Durchlauferhitzer ist sie wandhängend. Doch im Gegensatz zum diesem strombetriebenen Gerät, nutzt die Brennwerttherme Gas oder Öl. Aufgrund der verwendeten Brennwerttechnik kann sie zudem zusätzliche thermische Energie aus den Abgasen gewinnen. 

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