Der Wasserverbrauch pro Person in Zahlen

Der Wasserverbrauch pro Person ist in Deutschland seit 1991 stetig gesunken. Aktuell beträgt er 121 Liter pro Tag. Wofür die Nutzer das Wasser verwenden und wie man seinen Verbrauch senken kann, um die Umwelt und den Geldbeutel zu schonen, erfahren Sie in den folgenden Abschnitten.

Wasserverbrauch pro Person in Deutschland beträgt 121 Liter

Nach Angaben des Umweltbundesamtes lag der Wasserverbrauch pro Person 1991 noch bei 144 Litern. 2013 waren es bereits 121 Liter. Eine aktuellere Datenerhebung liegt nicht vor. Mit diesem Durchschnitt liegt Deutschland im Vergleich zu anderen Industrieländern wie den USA oder Schweden weit hinten. Ein Grund für den sinkenden Wasserverbrauch pro Person sind unter anderem moderne und effizientere Technologien.

So wird das Trinkwasser verwendet

Die Angaben zum durchschnittlichen Wasserverbrauch pro Person beziehen sich auf das in den meisten Wohnungen und Betrieben verfügbare Trinkwasser. Von den 121 Litern werden lediglich vier Prozent tatsächlich zum Trinken und für die Lebensmittelzubereitung genutzt, der Rest geht für das Wäschewaschen, Geschirrspülen, Körperpflege sowie für die Toilettenspülung auf. Etwa neun Prozent des durchschnittlichen Wasserverbrauchs werden im Kleingewerbe eingesetzt. Dazu zählen zum Beispiel Metzgereien, Bäckereien und Arztpraxen.

Unterschied zwischen Trinkwasser und Nutzwasser

Der Begriff Wasserverbrauch pro Person umfasst allerdings nur die Nutzung des Trinkwassers. Indem der einzelne konsumiert und produziert, verbraucht er aber mehr als nur die in die Statistik einfließenden 121 Liter. Schließlich wird auch für die Herstellung von Produkten, Lebensmitteln und Gütern Wasser benötigt. Das hierfür indirekt genutzte Wasser wird auch als virtuelles Wasser bezeichnet. Anders als das Trinkwasser berücksichtigt das virtuelle Wasser grenzübergreifende Faktoren. Es beinhaltet somit auch die Wassermenge in den Herstellungsregionen und zeigt deutlich, dass sich unser Konsum weltweit auswirkt. Das virtuelle Wasser ist Teil des sogenannten Wasserfußabdrucks, dessen Zahl um einiges höher ist als die der Trinkwassernutzung. Das Umweltbundesamt hat für Deutschland einen Wasserfußabdruck von 117,2 Milliarden Kubikmetern berechnet. Pro Person sind es rund 3,9 m3 oder 3.900 Liter – pro Tag.

Ein Wasserhahn steht für den Wasserverbrauch pro Person.

Warmwasserverbrauch pro Person im Haushalt und Einsparmöglichkeiten

Wie eingangs erwähnt umfasst der durchschnittliche Wasserverbrauch pro Person auch die Nutzung von Wasser für die Körperpflege und Nahrungszubereitung. Vor allem für Erstere wird viel Warmwasser benötigt, das zuvor auf das gewünschte Temperaturniveau erhitzt werden muss. Einer von einem großen Energiedienstleister in Auftrag gegebenen Studie zufolge beträgt der Warmwasserverbrauch im Bundesdurchschnitt 235 Liter pro Quadratmeter. Allerdings gibt es bei den Ergebnissen deutliche regionale Unterschiede. Auch die Größe und die Anzahl der Bewohner haben einen Einfluss auf den Warmwasserverbrauch. Folgende Angaben sind daher nur Richtwerte.

Wasserverbrauch in einem Single-Haushalt

In einem Single-Haushalt werden im Jahresdurchschnitt 870 Kilowattstunden benötigt, um das Warmwasser zuzubereiten. Bei einem Strompreis von aktuell 27 Cent pro Kilowattstunde (Stand: April 2017) bedeutet es im Jahr 208,80 Euro Stromkosten. Wird das Warmwasser mithilfe einer Gasheizung erzeugt, können die Kosten schon deutlich niedriger ausfallen.

Wasserverbrauch in einem Mehrpersonen-Haushalt

Der Jahresdurchschnitt für den Warmwasserverbrauch pro Person verdoppelt sich keineswegs mit der Zunahme um eine weitere Person. Stattdessen liegt er bei einem 2-Personen-Haushalt bei etwa 1.300 Kilowattstunden. Wird das Wasser mit einem elektrischen Durchlauferhitzer erwärmt, muss am Ende des Jahres mit Kosten in Höhe von etwa 351 Euro gerechnet werden. Bei einem 3-Personen-Haushalt wird von einem Jahresverbrauchsdurchschnitt von 1.750 Kilowattstunden ausgegangen. In allen drei Fällen zahlen Bewohner am meisten, wenn sie das Wasser mit Strom erwärmen.

Weitere Tipps zur Senkung des Wasserverbrauchs

Ähnlich wie Öl oder Erdgas ist das Trinkwasser auch nur endlich vorhanden. Die Senkung des Wasserverbrauchs pro Person bedeutet zugleich, die Umwelt zu schonen. Gute Einsparmöglichkeiten bestehen bei der täglichen Körperpflege: Im Vergleich zu einer Dusche benötigt ein Bad um ein Vielfaches mehr an Brauchwasser, das nicht nur bereitgestellt, sondern auch erwärmt werden muss. Daher sollte nach Möglichkeit das Duschen dem Baden vorgezogen werden.

Der Wasserverbrauch pro Person lässt sich darüber hinaus mit folgenden Handgriffen senken:

  • Die Spartaste bei der Toilette benötigt bis zu 50 Prozent weniger Wasser als die normale Taste
  • Moderne Waschmaschinen verbrauchen ebenfalls bis zu 50 Prozent weniger Wasser als ältere Modelle
  • Tropfende Wasserhähne sollten umgehend repariert bzw. ausgetauscht werden
Minh Duc Nguyen

Fazit von Minh Duc Nguyen

Der Wasserverbrauch pro Person sagt aus, wie viel Trinkwasser der einzelne am Tag benötigt. Auch wenn er in den vergangenen Jahren stetig gesunken ist, lohnt es sich, diesen Prozess weiter voranzutreiben. Schließlich bedeutet eine Senkung des Wasserverbrauchs pro Person auch die Schonung der Umwelt – und des Geldbeutels.

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