Der Stromverbrauch im Einfamilienhaus

Wie hoch ist der durchschnittliche Stromverbrauch im Einfamilienhaus? Diese auf den ersten Blick einfache Frage lässt sich nicht in ein paar Sätzen erklären. Schließlich spielen bei der Ermittlung viele Faktoren eine Rolle. Im Folgenden erfahren Sie, wie Sie in ein paar Schritten Ihren Stromverbrauch berechnen können und ob dieser auch im „grünen“ Bereich liegt.

Wie setzt sich der Stromverbrauch zusammen?

Um den Stromverbrauch in einem Einfamilienhaus berechnen zu können, ist es ratsam, seine Zusammensetzung zu kennen. Nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), der Energieagentur NRW sowie der Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung (HEA) verbraucht die sogenannte Informationstechnik mehr als ein Viertel der Gesamtsumme. Dazu gehören Fernseher, Computer und Co., die in vielen Haushalten dauerhaft genutzt werden.

Mit 17 Prozent belegen Kühl- und Gefrierschränke den zweiten Platz, dicht gefolgt von sonstigen Elektrogeräten. Für die Wäsche und die Essenszubereitung werden etwas mehr als zehn Prozent der Gesamtenergie benötigt. Am wenigsten Strom verbrauchen die Beleuchtung sowie das Spülen von Geschirr und Besteck. Ausführliche Informationen zum Thema Energieverbrauch zeigt der Beitrag „Die 10 größten Energiefresser im Haushalt“.

Entscheidende Faktoren

Neben den oben erwähnten Elektrogeräten haben auch die Personenzahl sowie die Art der Warmwasserbereitung einen entscheidenden Einfluss auf den Stromverbrauch im Einfamilienhaus. Häufig wird das Nutzwasser in einem Haushalt mithilfe eines elektronischen Durchlauferhitzers auf die gewünschte Temperatur gebracht. Je nach Nutzungsverhalten wirkt sich diese Art der Warmwasserbereitung stark auf den Stromverbrauch aus. Letzterer ändert sich übrigens nicht proportional zur Erhöhung der Personenzahl. Anders ausgedrückt ist der Pro-Kopf-Verbrauch in einem großen Haushalt nicht automatisch höher als der in einem kleinen. Eher das Gegenteil ist der Fall, denn Haushaltsgeräte wie Kühlschrank und Waschmaschine werden gemeinsam genutzt.

Eine Person sitzt vor dem Notebook und berechnet den Stromverbrauch im Einfamilienhaus
© everythingpossible / Fotolia

Warum den Stromverbrauch im Einfamilienhaus berechnen?

Den Gesamtstromverbrauch bekommen die meisten Menschen einmal im Jahr von ihrem Stromanbieter. Dieser wird in Kilowattstunden (kWh) angegeben und dient als Berechnungsgrundlage. Anhand von Richtwerten können Hausbesitzer oder Bewohner herausfinden, ob ihr Verbrauch zu hoch ist oder nicht. Bewegt er sich im „roten Bereich“, sollten Einsparmaßnahmen ergriffen werden. Denn Stromsparen, bedeutet nicht nur die Entlastung des eigenen Portemonnaies, sondern auch des Klimas. Schließlich setzt die Stromproduktion auch zum Teil schädliche Emissionen frei.

Richtwerte helfen bei der Berechnung

Wie bereits erwähnt hat die Personenzahl einen entscheidenden Einfluss auf den Verbrauch. So hat ein Single-Haushalt in manchen Fällen einen deutlich geringeren Verbrauch als ein Drei-Personen-Haushalt. Das ist aber nur theoretisch. In der Praxis gibt es durchaus Ausnahmen, in denen das Gegenteil der Fall ist. Aus dem Grund muss zunächst eine Basis geschaffen werden, die den „Normalwert“ abbildet. Eine dieser Berechnungsgrundlagen liefert der sogenannte Stromspiegel Deutschland. Demnach hat der Durchschnittsverbrauch in einem Einfamilienhaus folgende Höhe:

Durchschnittlicher Stromverbrauch im Einfamilienhaus mit strombetriebener Warmwasserbereitung

Verbrauch in Kilowattstunden (kWh) pro Jahr

Personenzahl Geringer Verbrauch Mittlerer Verbrauch Hoher Verbrauch Sehr hoher Verbrauch
1 1.500 bis 2.000 2.000 bis 3.500 3.500 bis 5.000 über 5.000
2 2.500 bis 3.000

 

3.000 bis 4.500 4.500 bis 6.000 über 6.000
3 3.000 bis 3.600

 

3.600 bis 5.800 5.800 bis 7.500 über 7.600
4 3.500 bis 4.200

 

4.200 bis 6.500 6.500 bis 8.100 Über 8.000

Durchschnittlicher Stromverbrauch im Einfamilienhaus ohne strombetriebene Warmwasserbereitung

Verbrauch in Kilowattstunden (kWh) pro Jahr

Personenzahl Geringer Verbrauch Mittlerer Verbrauch Hoher Verbrauch Sehr hoher Verbrauch
1 1.300 bis 1.700

 

1.700 bis 3.000 3.000 bis 4.000 über 4.000
2 2.000 bis 2.500

 

2.500 bis 3.600 3.600 bis 4.400 über 4.400

 

3 2.500 bis 3.000

 

3.000 bis 4.300 4.300 bis 5.300 über 5.300

 

4 2.900 bis 3.500

 

3.500 bis 5.000 5.000 bis 6.000 über 6.000

Alle Angaben beziehen sich auf den Stromspiegel für Deutschland 2019. Erstellt wurde er von einem gesellschaftlichen Bündnis von Verbraucherorganisationen, Wirtschaftsverbänden, Forschungseinrichtungen und Energieagenturen. Die Broschüre steht hier zum kostenlosen Download bereit: Stromspiegel 2019 (PDF)

Stromverbrauch im Einfamilienhaus mit einer Formel berechnen

Wem die Richtwerte für den Stromverbrauch im Einfamilienhaus nicht genau genug sind, kann auch selbst zum Taschenrechner greifen. Der Bund der Energieverbraucher hat eine Formel entwickelt, mit der Verbraucher ihren Stromverbrauch in wenigen Schritten berechnen können. Die Formel lautet:

Stromverbrauch = (Personenzahl * 200 kWh) + (Wohnfläche in Quadratmeter * 9 kWh) + (Anzahl der Geräte im Haushalt * 200 kWh).

Ein Beispiel:

In einem 120 m2 großen Einfamilienhaus wohnen zwei Personen. Neben Herd, Kühlschrank und Waschmaschine benötigen weitere 14 Geräte Strom für ihren Betrieb. Demnach sieht die Rechnung wie folgt aus:

(2 * 200 kWh) + (120 * 9 kWh) + (17 * 200 kWh) = 4480 kWh.

Nach dieser Formel liegt der Stromverbrauch dieses Haushalts im roten Bereich. Die beiden Faktoren Wohnfläche und die Anzahl der Elektrogeräte bieten hierbei die größten Einsparmöglichkeiten.

Bild unseres Autoren Minh Duc Nguyen
Fazit von Minh Duc Nguyen
Der durchschnittliche Stromverbrauch im Einfamilienhaus innerhalb eines Jahres beträgt im Optimalfall 2.100 bis 2.500 kWh, sofern es von zwei Personen bewohnt wird. In der Praxis erreichen aber die wenigsten Zwei-Personen-Haushalte diesen Wert. Das bedeutet gleichzeitig sehr viele Einsparpotenziale, die Hausbesitzer und Bewohner ausschöpfen können und sollten.
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