Der Stellmotor als Regelorgan der Heizung

Der Stellmotor (auch Stellantrieb oder Mischermotor) ist ein Regelorgan, dass Ventile, Klappen oder Schieber in Heizungs- und Lüftungsanlagen öffnen und schließen kann. Der Motor ist unabdingbar für automatische Regelsysteme und ermöglicht einen bedarfsgerechten und effizienten Betrieb der Technik. Wie ein Stellmotor funktioniert, welche Anwendungsgebiete es gibt und was die Geräte kosten, erklärt der folgende Beitrag.

Aufbau und Funktionsweise der Stellmotoren  

Der Stellmotor ist ein elektrischer Stellantrieb mit Rechts- und Linkslauf. Er arbeitet als Teil einer Steuerung oder einer Regelung und öffnet oder schließt Klappen, Mischer sowie Ventile. Der Motor befindet sich dazu in einem festen Gehäuse, das ein Heizungsfachmann auf der jeweiligen Armatur befestigt. In typischen Hausanlagen kommen Antriebe mit 24 oder 240 Volt zum Einsatz.

Unterscheidung in Steuer- und Regelantriebe  

Geht es um die Fahrweise der Stellmotoren, lassen sich Steuer- und Regelantriebe unterscheiden. Steuerantriebe gehen dabei entweder auf oder zu, wenn sie ein entsprechendes elektrisches Signal bekommen. Regelantriebe können die Ventile hingegen individuell oder stufenweise einstellen. Experten sprechen dabei vom Positionier- und vom Regelbetrieb. Im Positionierbetrieb fährt ein Stellmotor immer vordefinierte Stellungen an. Im Regelbetrieb ändert sich die Stellung häufig. Grund dafür sind die kontinuierlich wechselnden Bedingungen im System.

Damit die Regelgenauigkeit der Bauteile auch über längere Zeiträume nicht nachlässt, müssen Hersteller alle Komponenten der Stellmotoren an die jeweilige Anforderung anpassen. Für welche Betriebsweise die Bauteile geeignet sind, verraten sie in den Produktunterlagen.

Stellmotor in einer Heizungsverteilung
© ronstik / Shutterstock.com

Typische Anwendungsgebiete des Stellmotors  

Ein Stellmotor hat ganz unterschiedliche Anwendungsbereiche. So kommt er immer dann zum Einsatz, wenn die Lage bestimmter Komponenten in einem System verändert werden soll. Neben dem Mischventil in einer Heizungsanlage könnte das auch ein automatisch öffnendes Dachfenster oder das Kurvenlicht in einem Auto sein. Im Folgenden geben wir einige Beispiele für den Einsatz in Heizungs- und Lüftungsanlagen.

Einsatzbereiche in der Heizungstechnik

In der Heizungstechnik bewegt ein Stellmotor in der Regel die Stellung eines Mischventils. So bedient er einen Drei- oder Vier-Wege-Mischer, um die Temperatur des Heizungswassers zu beeinflussen. Zum Einsatz kommt das unter anderem bei einer Bypass-Schaltung. Dabei leitet ein Mischer kühles Wasser aus dem Rücklauf in den heißen Vorlauf, um dessen Temperatur abzusenken. Nötig ist das zum Beispiel dann, wenn Hausbesitzer die hohe Vorlauftemperatur der Heizung mit klassischen Heizkörpern für einen Fußbodenheizkreis herunterregeln müssen.

Darüber hinaus kommt ein Stellmotor auch als Stellantrieb der Fußbodenheizung, in der Rücklauftemperaturanhebung von Festbrennstoffkesseln oder zur optimierten Beladung vom Schichtladespeicher zum Einsatz.

Der Stellmotor in einer Lüftungsanlage  

Auch in der Lüftungstechnik kommen die elektrischen Stellantriebe zum Einsatz. Hier verändern sie meist die Stellung von Klappen im Kanalnetz. Auf diese Weise können sie die Luft umleiten oder drosseln. Typische Anwendungsbereiche sind hier jedoch überwiegend große Anlagen. Eine zentrale Wohnraumlüftung sollte hingegen so ausgelegt sein, dass sie auch ohne Lüftungsklappen optimal funktioniert.

Weitere Anwendungsbereiche im Haus

Nicht nur Heizungs- und Lüftungsanlagen setzen zur Regelung auf die Stellmotoren. Auch in der Smart-Home-Steuerung sind Stellantriebe nicht wegzudenken. Denn hier öffnen und schließen sie neben Fenstern auch Rollläden oder Garagentore.

Die durchschnittlichen Kosten für einen Stellmotor

Die Kosten der Stellantriebe variieren je nach Einsatzgebiet und Leistungsbereich. Während es Drei-Punkt-Stellmotoren für Heizungsanlagen bereits für etwa 50 bis 100 Euro gibt, sind stufenlos regelbare Stellmotoren teurer. Sie kosten etwa 100 bis 200 Euro. Geht es um den Einsatz in größeren industriellen Anlagen, liegen die Stellmotor-Preise in der Regel deutlich darüber.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Der Stellmotor ist ein Regelorgan, das in der Heizungstechnik für die Bewegung von Ventilen verantwortlich ist. Es arbeitet stufenweise oder stufenlos und sorgt für einen bedarfsgerechten sowie effizienten Betrieb. Zum Einsatz kommen die Bauteile unter anderem in Verbindung mit Heizungsmischern, Lüftungsklappen, Fenstern, Rollos oder Garagentoren. Aber auch die Industrie- und KFZ-Technik setzt auf die zuverlässig arbeitenden Motoren. 

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