Der optimale Wohnraumlüftungs-Luftwechsel

Der Wohnraumlüftungs-Luftwechsel beschreibt das Luftvolumen in einem Haus, das eine Lüftungsanlage stündlich austauscht. Dabei saugt die Technik alte und verbrauchte Luft aus dem Gebäude, während sie dieses mit frischer und sauerstoffreicher Außenluft versorgt. Im Folgenden erklären wir, wie man den optimalen Wohnraumlüftungs-Luftwechsel findet.

Die Aufgaben der Wohnraumlüftung in Haus und Wohnung

Lüftungsanlagen führen verbrauchte Luft aus dem Haus und versorgen dieses zeitgleich mit frischer Außenluft. Dabei entziehen sie einem Haus oder einer Wohnung auch Feuchte, Schadstoffe und Gerüche, die alltäglich entstehen und die Wohnqualität mindern können. So steigt zum Beispiel das Schimmelrisiko, wenn sich zu viel Wasser in der Luft befindet. Ist der Sauerstoffgehalt niedrig, riecht es oft muffig. Darüber hinaus lässt die Konzentration vieler Hausbesitzer nach und sogar Kopfschmerzen können die Folge sein. Auf die Gesundheit wirkt sich auch eine zu hohe Schadstoffbelastung aus. So machen Pollen sowie Emissionen von Baustoffen oder Möbeln das Leben vieler Allergiker zu einer echten Herausforderung.

Ein optimaler Luftvolumenstrom mindert all diese Beschwerden und sorgt für ein gesundes und wohltuendes Raumklima.

Architektin ermittelt den Wohnraumlüftungs-Luftwechsel anhand der Baupläne eines Hauses

Den optimalen Wohnraumlüftungs-Luftwechsel bestimmen

Geht es um die Planung der Lüftungstechnik, kommt es zunächst auf den passenden Luftwechsel an. Dieser beschreibt, wie viel Luft aus einem Raum oder Haus stündlich durch frische ersetzt wird und hat die Maßeinheit „1/h“. Bei einer Luftwechselrate von 0,5 1/h tauscht eine zentrale oder dezentrale Lüftungsanlage dabei die Hälfte der Luft in einem Raum in einer Stunde aus. Ein Wohnzimmer mit einer Fläche von 20 Quadratmetern und einer Raumhöhe von 2,5 Metern hätte dabei einen Luftvolumenstrom von 25 Kubikmeter pro Stunde.

Einflussgrößen auf die optimale Luftwechselrate

Wie hoch der optimale Wohnraumlüftungs-Luftwechsel ist, hängt in der Praxis von vielen Faktoren ab. Generell sollte er aber so hoch sein, dass er vorhandene Feuchte- und Schadstofflasten ausreichend regulieren kann. Hat die Lüftung eine Heiz- oder Kühlfunktion, muss so viel Luft in den Raum gelangen, dass sich die benötigte Energie hinein oder hinaus transportieren lässt.

Die Berechnung der Luftwechselrate kann dabei zum Beispiel anhand der Heiz- oder Kühllast, der Feuchtelast, des Sauerstoffgehaltes, der Schadstoffbelastung oder der auftretenden Gerüche erfolgen. Mit der Ermittlung über typische Luftwechselzahlen und personenabhängige Luftvolumenströme stellen wir im Folgenden zwei einfache Methoden genauer vor.

Erfahrungswerte zur Bestimmung des nötigen Luftvolumenstroms

Eine einfache und schnelle Möglichkeit zum Berechnen des Wohnraumlüftungs-Luftwechsels ermöglichen typische Luftwechselraten. Diese stehen für das stündlich auszutauschende Luftvolumen und hängen von der Art und der Größe eines Raumes ab. Soll ein Wohnzimmer zum Beispiel einen dreifachen Luftwechsel erhalten, tauscht die Wohnraumlüftung das gesamte Luftvolumen im Raum dreimal in einer Stunde aus. Bei einem Raum mit einer Fläche von 20 Quadratmetern und einer Höhe von 2,5 Metern muss die Technik dabei einen Volumenstrom von 150 Kubikmeter pro Stunde gewährleisten. Typische Luftwechselraten zeigt die folgende Liste:

  • Bäder in Wohnhäusern: 4 – 5 1/h
  • Küchen in Wohnhäusern: 15 – 25 1/h
  • Wohn- und Aufenthaltsräume: 3 – 6 1/h

Die Luftwechselraten müssen dabei lediglich im Bedarfsfall, also beim Baden, Duschen oder Kochen, zur Verfügung stehen. In den übrigen Zeiten ist auch ein reduzierter Betrieb möglich.

Wohnraumlüftungs-Luftwechsel mit Personenwerten bestimmen

Auch über personenabhängige Luftvolumenströme lässt sich die optimale Luftwechselrate bestimmen. Die Werte hängen dabei von der Aktivität der Nutzer ab und haben die Einheit Kubikmeter pro Stunde und Person (m³/h x Person). Zur Berechnung des benötigten Volumenstroms sind die Personenwerte einfach mit der Anzahl der Personen in Haus oder Wohnung zu multiplizieren. In einem Drei-Personen-Haushalt und einem Wert von 30 Kubikmetern pro Stunde und Person muss die Anlage also 120 Kubikmeter pro Stunde leisten.

Einen Überblick über typische Werte gibt die folgende Liste:

  • 70 Kubikmeter pro Stunde und Person für eine sehr hohe Luftqualität
  • 30 – 40 Kubikmeter pro Stunde und Person für eine gute Luftqualität
  • ca. 20 Kubikmeter pro Stunde und Person als Mindestanforderungen

Ein Installateur ermittelt den Wohnraumlüftungs-Luftwechsel

Planen Haus- oder Wohnungsbesitzer den Einbau einer Lüftungsanlage, müssen sie deren Leistung jedoch nicht selbst bestimmen. Denn in diesem Fall übernimmt ein erfahrener Installateur die Aufgaben. Dieser untersucht die Grundvoraussetzungen und kann dann den richtigen Wohnraumlüftungs-Luftwechsel zuverlässig bestimmen.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Der optimale Wohnraumlüftungs-Luftwechsel sorgt für ein gesundes Wohnklima. Denn dadurch reguliert die Lüftungsanlage Feuchtelasten, Schadstoffe und Gerüche so, dass Beeinträchtigungen im Haus oder in der Wohnung ausbleiben. Bestimmen lässt sich die Luftleistung zum Beispiel über raumabhängige Luftwechselzahlen oder personenabhängige Volumenströme.

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