Mini-Durchlauferhitzer: Einsatz und Kosten

Klein- oder Mini-Durchlauferhitzer sind kompakte Geräte, die Warmwasser am Ort des Bedarfs erwärmen. Sie funktionieren mit Strom und setzen neben einem Kaltwasseranschluss nur eine Steckdose voraus. Ist beides vorhanden, lässt sich die Montage einfach selbst erledigen. Da Mini-Durchlauferhitzer über eine geringe Leistung verfügen, eignen sie sich vor allem für Handwaschbecken. Wir informieren über die Funktionsweise, die verschiedenen Arten sowie die Kosten, die beim Kauf und im laufenden Betrieb anfallen. 

Funktion und technische Daten der Mini-Durchlauferhitzer

Einfach beschrieben funktionieren Kleindurchlauferhitzer wie Wasserkocher. Dazu bestehen sie im Kern aus einem Wärmeübertrager. Dieser wandelt elektrische in thermische Energie um, die er dann auf das Wasser überträgt. Ob Strom fließt oder nicht, hängt dabei vom Wasserverbrauch ab. Zapfen Sie warmes Wasser, detektiert das Gerät den Durchfluss. Es schaltet den elektrischen Wärmeübertrager ein und erwärmt das hindurchströmende Kaltwasser sofort. Aus dem Hahn läuft es dann schon nach wenigen Sekunden mit der gewünschten Temperatur. Schließen Sie den Wasserhahn, strömt kein Wasser mehr durch den Klein- oder Mini-Durchlauferhitzer. Die Geräte registrieren auch das und unterbrechen die Stromversorgung.

Das heißt: Warmwasser bereiten Klein- und Mini-Durchlauferhitzer nur dann, wenn Sie es benötigen. Das mindert die Wärmeverluste, die Betriebskosten und ist zudem besonders hygienisch, da warmes Wasser nie lange in der Anlage stagniert.

Hydraulische oder elektronische Regelung der Mini-Durchlauferhitzer 

Arbeiten die Geräte hydraulisch, erwärmen sie das Wasser in Abhängigkeit von dessen Druck und Durchfluss in zwei oder drei Stufen. Bei Druckschwankungen kann das dazu führen, dass sich die Auslauftemperatur ständig verändert.

Elektronisch gesteuerte Geräte stellen die Heizleistung so ein, dass die Auslauftemperatur immer einen vorher festgelegten Wert erreicht. Sie arbeiten unabhängig vom Druck und verbrauchen in der Regel bis zu 20 Prozent weniger Strom.

Technische Daten: Auslauftemperatur, Wasser- und elektrische Leistung 

Durchlaufwasserwärmer gibt es heute in unterschiedlichsten Größen. Mit einer Leistung von 3,5 bis 6,0 Kilowatt stellen Kleindurchlauferhitzer dabei den Einstieg dar. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die wichtigsten technischen Daten.

Kriterium Eigenschaften der Klein-/Mini-Durchlauferhitzer
Elektrische Leistung3,5 bis 6,5 kW
Anschluss/ MontageG 3/8“ Wasseranschluss; Steckdosen-Anschluss (bis 3,5 kW);
Festanschluss an das Stromnetz über 3,5 kW
Warmwasserleistung 
(bei ca. 35 °C)
2,0 bis 3,7 l/min; je nach Leistung
Zulauftemperatur
(maximal)
70 °C am Eintritt in den Kleindurchlauferhitzer, daher auch zur
Nacherwärmung bei Solaranlagen geeignet
Auslauftemperatur35 °C (optimal) bis 45 °C (maximal)
Baugröße
(Breite x Höhe x Tiefe) 
ca. 20 x 15 x 10 cm
Gewicht 1,5 bis 2,0 kg

Die Eigenschaften in der Tabelle verstehen sich als Richtwerte. Konkrete Angaben können von Hersteller zu Hersteller etwas abweichen, liegen aber etwa in diesem Bereich.

Drucklose oder druckfeste Mini-Durchlauferhitzer: Was ist der Unterschied?

Kleindurchlauferhitzer sind in unterschiedlichen Ausführungen erhältlich. So gibt es drucklose und druckfeste Geräte. Die folgende Übersicht zeigt, was beide voneinander unterscheidet:

  • Drucklose Kleindurchlauferhitzer sind über die Auslaufarmatur (den Wasserhahn) mit dem Kaltwassernetz verbunden. Dazu führt ein Schlauch vom Kaltwasseranschluss zur Armatur. Von dieser führen zwei Schläuche zum Warmwasserbereiter. Der erste leitet kaltes Wasser hin, der andere warmes zurück. Das Wasser fließt nur dann durch den Kleindurchlauferhitzer, wenn der Wasserhahn geöffnet ist und auf „warm“ steht. In der übrigen Zeit ist das Gerät drucklos. Wichtig zu wissen: Kaufen Sie einen solchen Durchlauferhitzer (mini oder groß), ist immer auch eine spezielle Auslaufarmatur erforderlich.
  • Druckfeste Mini-Durchlauferhitzer sind direkt mit dem Kaltwasseranschluss vom Netz und dem Warmwasseranschluss der Auslaufarmatur verbunden. Ganz gleich, ob Letztere geöffnet ist oder nicht, stehen die Geräte immer unter Leitungsdruck. Kaufen Sie einen druckfesten Kleindurchlauferhitzer, ist keine besondere Auslaufarmatur erforderlich. Hier können Sie jeden konventionellen Wasserhahn anschließen.

Während drucklose Geräte meist günstiger sind, benötigen sie eine spezielle Niederdruck-Armatur. Druckfeste Geräte (die sich oft auch drucklos betreiben lassen) sind in der Anschaffung etwas teurer, dafür aber sicherer und komfortabler. Außerdem strömt hier kein Wasser mehr aus, wenn Sie die Auslaufarmatur schließen. Die Geräte arbeiten daher wassersparender.

Einfache Montage der Klein- und Mini-Durchlauferhitzer

Haben Sie einen Kleindurchlauferhitzer gekauft, ist die Montage meist kein Problem. Dazu befestigen Sie das Gerät zunächst an der Wand über oder unter dem entsprechenden Waschtisch. Im nächsten Schritt schließen Sie den Strom an. Während das bei Geräten mit bis zu 3,5 kW einfach über die Steckdose funktioniert, müssen Elektriker größere Durchlauferhitzer fest an das Stromnetz anschließen. Ist das erledigt, können Sie auch die Wasserschläuche anschließen.

Bei druckfesten Geräten führt ein Anschlussschlauch vom Kaltwasseranschluss zum Erhitzer und ein weiterer vom Erhitzer zum Warmwasseranschluss an der Mischbatterie. Bei drucklosen Geräten verbinden Sie den Warm- und den Kaltwasseranschluss des Durchlauferhitzers mit der Niederdruck-Armatur. Skizzen, die die Montage erleichtern, finden Sie in den Produktunterlagen der Klein- und Mini-Durchlauferhitzer. Bei Fragen steht Ihnen ein Installateur aus Ihrer Region mit Rat und Tat zur Seite.

Einsatz: Warmwasserbereitung bei geringem Bedarf 

Sind Mini-Durchlauferhitzer nur für Handwaschbecken im Gäste-WC geeignet? Auch wenn es sich dabei um einen typischen Einsatzfall handelt, ist es nicht der einzige. Weitere Bereiche sind Handwaschbecken in öffentlichen Gebäuden oder zum Beispiel Teeküchen. Darüber hinaus eignen sich die Geräte auch zur Nacherwärmung von Trinkwasser aus Solaranlagen.

Grundsätzlich kommen Kleindurchlauferhitzer für alle Entnahmestellen mit kleinem Warmwasserbedarf infrage. Denn durch die geringe elektrische Leistung liefern Klein- und Durchlauferhitzer vergleichsweise wenig Warmwasser. Eine zusätzliche Warmwasserleitung vom Kessel zu den Entnahmestellen ist dabei nicht erforderlich. Das spart Kosten bei der Anschaffung sowie im laufenden Betrieb und ist zudem auch hygienischer.

Übrigens: Ist der Platz unter dem Handwaschbecken oder der Teeküche zu knapp für Untertischgeräte? Kein Problem: Denn viele Hersteller bieten auch Geräte an, die für die Übertischmontage geeignet sind.

Mini-Durchlauferhitzer für entlegene Waschbecken
© contrastwerkstatt / Fotolia

Dezentrale Warmwasserbereitung: Durchlauferhitzer oder Speicher?

Möchten Sie eine Zapfstelle dezentral mit Warmwasser versorgen, können Sie sich neben den Kleindurchlauferhitzern auch für Speicher entscheiden. Letztere erwärmen Wasser auf Vorrat. Sie ermöglichen höhere Auslauftemperaturen und kurzzeitig höhere Warmwasserleistungen. Dafür benötigen Untertischspeicher mehr Platz. Sie halten das Warmwasser immer auf der voreingestellten Temperatur und verlieren trotz guter Isolierung ständig Wärme. Da der Stromverbrauch dadurch höher ist, lohnen sich Speichersysteme nur dann, wenn Sie regelmäßig warmes Wasser zapfen.

Mini-Durchlauferhitzer: Vorteile und Nachteile im Vergleich

Kleindurchlauferhitzer ermöglichen es, auch Entnahmestellen mit Warmwasser zu versorgen, die weit vom Kessel entfernt liegen. Die Geräte sind platzsparend und arbeiten nur dann, wenn Sie Warmwasser benötigen. Das ist effizient, sparsam und besonders hygienisch. Denn warmes Wasser stagniert dabei nicht in der Leitung. Sie benötigen keine Zirkulationsleitung und müssen sich nicht vor Legionellen oder anderen Keimen fürchten.

Nachteilig sind hingegen die höheren Verbrauchskosten. Diese kommen jedoch nur dann zum Tragen, wenn Sie viel Warmwasser benötigen und Strom aus dem Netz und nicht aus einer Photovoltaikanlage beziehen. Die folgende Tabelle zeigt typische Vorteile und Nachteile der Mini-Durchlauferhitzer im Vergleich.

Vorteile der Mini-Durchlauferhitzer Nachteile der Mini-Durchlauferhitzer
effizient und energiesparend höhere Verbrauchskosten bei hohem Bedarf
Warmwasser schnell verfügbar geringe Warmwasserleistung (auf geeigneten Einsatzbereich achten)
Versorgung entfernter Zapfstellen begrenzte Auslauftemperatur (bei geeigneten Einsatzbereichen ausreichend)
keine Zirkulation erforderlich
hygienische Warmwasserbereitung
niedrige Kosten bei geringem Bedarf

Klein- und Mini-Durchlauferhitzer: Kosten der Geräte 

Wie viel Kleindurchlauferhitzer kosten, hängt von ihrer Ausführung und ihrer Leistung ab. Drucklose Geräte sind bereits für 50 bis 100 Euro zu haben. Möchten Sie einen komfortableren druckfesten Mini-Durchlauferhitzer kaufen, können Sie hingegen mit Kosten von 100 bis 200 Euro rechnen.

Hinzu kommen Ausgaben für spezielles Zubehör wie Niederdruck-Armaturen (30 bis 100 Euro) sowie für den Anschluss (50 bis 100 Euro). Geräte mit einer Leistung von bis zu 3,5 kW lassen sich meist einfach an die Steckdose anschließen. Hier fallen in der Regel keine weiteren Montagekosten an.

Kosten im Betrieb hängen vom eigenen Bedarf ab

Der Stromverbrauch von Kleindurchlauferhitzern hängt direkt von Ihrem Bedarf ab. Je öfter die Geräte in Betrieb sind, umso mehr Strom benötigen sie. Um die Kosten abschätzen und verschiedene Geräte vergleichen zu können, sollten Sie einen Blick auf das Energielabel werfen. Denn das verrät neben der Energieeffizienzklasse auch den durchschnittlichen Stromverbrauch, basierend auf Standart-Nutzerdaten. Multiplizieren Sie die Angaben (Kilowattstunden pro Jahr) mit dem aktuellen Strompreis, erfahren Sie die zu erwartenden Verbrauchskosten.

Ein Beispiel: Ein Mini-Durchlauferhitzer mit einer Leistung von 3,5 kW benötigt laut Energielabel 450 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Multipliziert mit dem Strompreis (30 Cent pro Kilowattstunde) ergibt das Kosten von 135 Euro im Jahr. 

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Klein- und Mini-Durchlauferhitzer sind platzsparend und verbrauchen nur wenig Strom. Sie eignen sich durch ihre geringe Leistung für Zapfstellen, an denen Sie nur wenig warmes Wasser benötigen. Typische Einsatzbereiche sind Handwaschbecken oder Teeküchen. Neben geringe Anschaffungskosten profitieren Sie hier von einer besonders hygienischen Warmwasserbereitung.
Beratung durch Ihren Heizungsinstallateur vor Ort

Sie benötigen eine individuelle Beratung oder ein Angebot für Ihre neue Heizung?

news-icon
Neueste Artikel
Artikelbewertung