KfW-Zuschuss für die Heizung im Überblick 

Mit der KfW-Förderung für eine Heizung haben Hausbesitzer die Möglichkeit, die teils sehr hohen Investitionskosten abzufedern. Das Kürzel KfW steht in diesem Fall für die Kreditanstalt für Wiederaufbau, die den Kauf einer neuen Heizungsanlage auf unterschiedliche Art und Weise unterstützt. Im Folgenden erfahren Sie, welche Förderprogramme es gibt und was sie beinhalten.

Gibt es eine KfW-Förderung für die Heizung?

Seit Inkrafttreten des aktuellen Klimapakets gibt es von der KfW nur noch eine indirekte und ergänzende Förderung für die Heizung. Konkret handelt es sich dabei um den Ergänzungskredit aus dem KfW-Programm 167. Wer ein Haus baut oder saniert und dabei einen Effizienzhausstandard erreicht, bekommt zudem Zuschüsse oder Kredite mit hohen Tilgungszuschüssen über die KfW-Programme zum energieeffizienten Bauen und Sanieren. Abgesehen von Ölheizungen, schließen die Fördermittel die Kosten der neuen Heizung mit ein. 

Die KfW-Förderprogramme 151 und 152

Im Mittelpunkt der KfW-Förderprogramme 151 und 152 geht es darum, die energetische Sanierung von Wohngebäuden voranzutreiben. Entscheidend für das Gewähren der Förderanträge ist dabei in jedem Fall, dass der Bauantrag oder die Bauanzeige vor dem 01.02.2002 erfolgt ist. Darüber hinaus sollten Sie bedenken, dass bei einer KfW-Förderung für die Heizung beziehungsweise für eine Sanierung immer ein Energieexperte einzubeziehen ist. 

Wichtiger Hinweis: Ab Juli 2021 geht die Darlehensförderung aus den KfW-Programmen 151 und 152 in die neue Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) über. Kredite mit hohen Tilgungszuschüssen sind dann zu gleichen Konditionen über die BEG-Förderung erhältlich. Die Beantragung ist noch bis Dezember 2022 über die KfW möglich. Ab Januar 2023 soll das BAFA dann alle Förderanträge zum energetischen Sanieren abwickeln. 

Programm 151 bei Vollsanierung zu einem KfW-Effizienzhaus  

Das Programm 151 der KfW-Förderung für Heizung ist für all jene interessant, die ihr bestehendes Haus zu einem sogenannten KfW-Effizienzhaus ausbauen möchten oder den Kauf von saniertem Wohnraum in Betracht ziehen. Ein solches Haus erfüllt nach dem Gebäudeenergiegesetz alle Mindestanforderungen an einen Neubau und gilt als Referenzhaus bzw. als Effizienzhaus 100. Der aktuelle Höchstbetrag für diesen Kredit liegt bei 120.000 Euro. Wie das konkret bezüglich der Effizienzhäuser aussieht, entnehmen Sie der folgenden Übersicht:

KfW-EffizienzhausTilgungszuschussTilgungszuschuss je Wohneinheit
5540 % von max. 120.000 Eurobis 48.000 Euro
7035 % von max. 120.000 Eurobis 42.000 Euro
8530 % von max. 120.000 Eurobis 36.000 Euro
10027,5 % von max. 120.000 Eurobis 33.000 Euro
11525 % von max. 120.000 Eurobis 30.000 Euro
Denkmal25 % von max. 120.000 Eurobis 30.000 Euro

Wichtiger Hinweis: Mit der BEG-Förderung gibt es ab Juli 2021 keine Fördermittel mehr für Sanierer, die den Standard Effizienzhaus 115 erreichen. Mindestvoraussetzung ist dann das Effizienzhaus 100. Dafür gibt es höhere Zuschüsse und günstigere Kredite ab dann auch für die Sanierung zum Effizienzhaus 40.

Programm 152 für energetische Einzelmaßnahmen

Anders als beim Programm 151 erhalten Sanierer beim Programm 152 auch einen Zuschuss, wenn sie ihr Haus nicht vollständig zu einem KfW-Effizienzhaus ausbauen, also nicht unbedingt einen KfW-Effizienz-Standard anstreben. Hier reichen sogenannte Einzelmaßnahmen aus. Dazu gehören:

  • Wärmedämmung von Wänden, Dachflächen, Keller- und Geschossdecken
  • Erneuerung von Fenstern und Außentüren
  • Erstanschluss an Nah- und Fernwärme
  • Optimierungsmaßnahmen für die Heizung
  • Erneuerung sowie Einbau von Lüftungsanlagen

Wichtig bei der Optimierung der Heizungsanlage ist es, dass diese älter als zwei Jahre ist. Darüber hinaus sollten folgende Aspekte berücksichtigt werden:

  • Durchführung einer Bestandsaufnahme (Ist-Zustand)
  • Verbesserung der Effizienz des gesamten Heizsystems 
  • Beispiele für Maßnahmen: Optimierung der Heizkurve, Anpassung der Vorlauftemperatur, Optimierung der Pumpenleistung oder Einbau von Einzelraumreglern
  • Durchführung eines hydraulischen Abgleichs 

Der aktuelle Höchstbetrag für den Kredit liegt bei 50.000 Euro mit einem Tilgungszuschuss von 20 Prozent. Pro Wohneinheit heißt das konkret ein Tilgungszuschuss von 10.000 Euro.

Eine Frau sucht am Laptop nach dem KfW-Zuschuss für Heizung
© peshkov / Fotolia

Überblick über die förderfähigen Einzelmaßnahmen

Im Folgenden finden Sie einen Überblick über all jene Einzelmaßnahmen, die Sie mit dem Programm 152 durch die KfW fördern lassen können.

  • Bestehende Pumpen durch Hocheffizienzpumpen ersetzen
  • Einbau voreinstellbarer Heizkörperthermostatventile
  • Ersatz sowie erstmaliger Einbau von Pufferspeichern
  • Erstmalige Installation von Flächenheizungen
  • Alte Heizkörper durch Niedertemperaturheizkörper und Heizleisten austauschen
  • Nachträgliche Dämmung von Heizungsrohren
  • Einbau und Ersatz von Mess-, Steuer- und Regelungstechnik sowie Nutzerinterface

Die KfW-Förderprogramme 430 und 433, zusätzlich 431

Auch wenn die beiden Programme der KfW-Förderung für Heizung mit der Zahl „Vier“ anfangen, verfolgen sie zwei unterschiedliche Ziele. Das Programm 430 sieht Zuschüsse für die Sanierung zum KfW-Effizienzhaus vor. Das Programm 433 hingegen ist ausschließlich für die Förderung der Brennstoffzelle da. 

KfW-Programm 430 – Investitionszuschuss  

Wie der Name es bereits verrät, erhalten Hausbesitzer und Sanierer mit dem KfW-Programm 430 den einmaligen Investitionszuschuss für die Sanierung zum KfW-Effizienzhaus. Dieses Programm stellt für alle Privatpersonen eine Alternative zum Kredit dar. Dabei gibt es auch hier Maximalbeträge. Der Investitionszuschuss für die Sanierung zum KfW-Effizienzhaus liegt bei 120.000 Euro. Wie dies im Detail aussieht, entnehmen Sie der nachstehenden Tabelle:

MaßnahmenInvestitionszuschussgeförderte Kosten je Wohneinheit
KfW-Effizienzhaus 5040 % von max. 120.000 Euromax. 48.000 Euro
KfW-Effizienzhaus 7035 % von max. 120.000 Euromax. 42.000 Euro
KfW-Effizienzhaus 85
30 % von max. 120.000 Euromax. 36.000 Euro
KfW-Effizienzhaus 10027,5 % von max. 120.000 Euromax. 33.000 Euro
KfW-Effizienzhaus 11525 % von max. 120.000 Euromax. 30.000 Euro
KfW-Effizienzhaus Denkmal25 % von max. 120.000 Euromax. 30.000 Euro

Auch hier gilt: Die KfW-Förderung 430 ist nur noch bis zum 30. Juni 2021 verfügbar. Ab Juli 2021 bekommen Sanierer Fördermittel zu gleichen Konditionen über die BEG-Förderung. Die Zuschussförderung für Einzelmaßnahmen lief bereits Ende 2020 aus. Seit Januar 2021 sind die Mittel nun über die neue BEG-Förderung beim BAFA erhältlich. 

KfW-Programm 433 – Zuschuss Brennstoffzelle  

Wer sich für den Kauf einer Brennstoffzellen-Heizung entscheidet, für den kommt der Zuschuss für Heizung in Form des Förderprogramms 433 infrage. Konkret erhalten Antragsteller bis zu 28.200 Euro Zuschuss, wobei der Mindestförderbetrag bei 5.700 Euro liegt. Die Förderhöhe richtet sich nach der elektrischen Leistung (brutto) in kW. Förderfähig sind in der Regel Brennstoffzellen-Heizungen mit einer elektrischen Leistung von 0,25 bis 5,0 kW.

Die Eckdaten zum Förderprogramm 433 zusammengefasst:

  • Einmaliger Zuschuss bestehend aus Grundförderung und Zusatzförderung
  • maximal 40 Prozent der förderfähigen Kosten
  • Die Basisförderung beträgt 5.700 Euro
  • Der leistungsabhängige Teil beträgt 450 Euro je 100 Watt elektrische Leistung
  • Gesamtwirkungsgrad bei Inbetriebnahme höher als 82 Prozent
  • Vollwartungsvertrag über zehn Jahre ist Voraussetzung

Ausführliche Informationen hierzu liefert der Beitrag zur Förderung der Brennstoffzelle.

KfW-Förderprogramm 431 für die professionelle Baubegleitung

Hausbesitzer, die eine KfW-Förderung aus den Programmen 151, 152 oder 430 in Anspruch nehmen, können die Arbeiten von einem Energieberater überwachen lassen. Da dieser die Wirksamkeit der Sanierung verbessert und Folgeschäden minimiert, gibt es auch dafür eine KfW-Förderung. Die Konditionen im Überblick:

  • Zuschusshöhe: maximal 50 Prozent der Kosten (bis zu 4.000 Euro pro Vorhaben)
  • Mindestförderung: 300 Euro 
Während die Mittel für die Kombination mit den KfW-Programmen 151, 152 und 430 noch bis 30.06.2021 über das KfW-Programm 431 erhältlich sind, gibt es attraktivere Zuschüsse für Einzelmaßnahmen bereits heute über die BEG-Förderung. Die Beantragung erfolgt dabei mit der Antragstellung für die übrigen Mittel. Ab Juli 2021 geht die KfW-431-Förderung dann komplett in die BEG-Förderung über.

Das KfW-Förderprogramm 167 – Ergänzungskredit

Wenn Hausbesitzer und Sanierer nach dem KfW-Zuschuss für Heizung suchen, dann sollten sie das KfW Programm 167 nicht außer Acht lassen. Das Besondere an diesem Förderprogramm ist, dass es sich mit den Zuschüssen vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) kombinieren lässt. Konkret erhalten alle Antragsteller Fördermittel, wenn sie ihre Heizungsanlage in Wohngebäuden auf erneuerbare Energien umstellen. Dazu gehören Hybridheizungen, Solarthermie-Anlagen, Wärmepumpen und Biomasseheizungen wie zum Beispiel Pelletheizung und Holzvergaser. Wichtig ist, dass die Systeme die Fördervoraussetzungen der BEG-Richtlinie erfüllen. Trifft Letzteres zu, erhalten Antragsteller bis zu 50.000 Euro Ergänzungskredit pro Wohneinheit zu günstigen Konditionen:

  • Effektivzins: 0,78 Prozent
  • Laufzeit: 4 bis 10 Jahre
  • Tilgungsfreie Anlaufzeit: 1 bis 2 Jahre
  • Zinsbindung: 10 Jahr
Achtung: Auch das KfW-Programm 167 läuft zum 30.06.2021 aus. Ab Juli 2021 gibt es Zuschüsse sowie Darlehen mit Tilgungszuschüssen dann nur noch über die BEG-Förderung.

KfW-Zuschuss für Heizung richtig beantragen

Beim KfW-Zuschuss für Heizung gibt es eine grundsätzliche Unterscheidung zwischen Kredit und Zuschuss. Die Kredite sind nicht direkt bei der KfW, sondern über die eigene Hausbank zu beantragen. Letztere gibt den eigentlichen Antrag an die KfW und leitet nach dessen Bewilligung den Kredit an den Hausbesitzer bzw. Antragsteller weiter. Für die Zuschüsse hat die KfW hingegen ein eigenes Zuschussportal eingerichtet.

Wichtig: Für beide Fördervarianten setzt die KfW voraus, dass die Anträge immer zusammen mit einem zugelassenen Energieberater zu beantragen sind. Dieser muss in der Liste der Energieeffizienz-Experten des Bundes eingetragen sein. Außerdem sind die Anträge immer vor dem Vorhabenbeginn zu stellen. 

Infografik zum Thema KfW-Fördermittel für Heizung beantragen
©heizung.de
Bild unseres Autoren Minh Duc Nguyen
Fazit von Minh Duc Nguyen
Neben dem BAFA können Hausbesitzer mit dem KfW-Zuschuss für Heizung die Investitionskosten teils stark abfedern. Bis auf das Förderprogramm 167 sind die meisten Fördermittel nicht mit anderen kombinierbar. Ab Juli 2021 gehen die meisten Förderangebote dann in die neue Bundesförderung für effiziente Gebäude über. Die Konditionen sollen dabei weitestgehend gleich bleiben. 
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