Der KfW-Zuschuss für die Heizung im Überblick 

Mit dem KfW-Zuschuss für eine Heizung haben Hausbesitzer die Möglichkeit, die teils sehr hohen Investitionskosten abzufedern. Das Kürzel KfW steht in diesem Fall für die Kreditanstalt für Wiederaufbau, die den Kauf einer neuen Heizungsanlage auf unterschiedliche Art und Weise unterstützt. Im Folgenden erfahren Sie, welche Förderprogramme es gibt und was sie beinhalten.

Der KfW-Zuschuss für die Heizung 

Geht es um den KfW-Zuschuss für Heizung, darf der Oberbegriff „Energieeffizient Sanieren“ nicht fehlen. Dahinter verbergen sich mehrere Förderprogramme, die unterschiedliche Ziele verfolgen. Und weil es bei der Anschaffung einer neuen Heizungsanlage zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten gibt, hat die KfW konkrete Vorgaben festgelegt. Im Kern geht es darum, welches Förderprogramm bei welcher Maßnahme infrage kommt.

Übersicht Maßnahme und mögliche Förderprogramme

Bei der neuen Heizung handelt es sich um KfW-Förderprogramme 
Eine Heizungsanlage auf Basis
erneuerbarer Energien z.B. Wärmepumpe
- KfW-Effizienzhaus 151 oder 430
- Einzelmaßnahme 167
Eine kombinierte Heizungsanlage auf Basis
erneuerbarer und fossiler Energieträger z.B.
Gas/Öl kombiniert mit Solarthermie
- KfW-Effizienzhaus 151 oder 430
- Einzelmaßnahme 152 oder 430
- Einzelmaßnahme 176
Eine Heizungsanlage auf Basis fossiler Energien
z.B. Öl/Gas-Brennwertkessel
- KfW-Effizienzhaus 151 oder 430
- Einzelmaßnahme 152 oder 430

Die KfW-Programme 151 und 152

Beim KfW-Zuschuss für eine Heizung kommt es manchmal zur Verwechslung zwischen den beiden Programmen 151 und 152. Dabei unterscheiden sie sich grundlegend.

Programm 151 bei Vollsanierung zu einem KfW-Effizienzhaus  

Das Programm 151 des KfW-Zuschusses für Heizung ist für all jene interessant, die ihr bestehendes Haus zu einem sogenannten KfW-Effizienzhaus ausbauen. Ein solches Haus erfüllt nach der Energieeinsparverordnung EnEV alle Mindestanforderungen an einen Neubau und gilt als Referenzhaus bzw. als KfW-Effizienzhaus 100. Daneben gibt es noch die KfW-Effizienzhäuser 115, 85, 70 und 55. Wie die Sanierung im Detail aussehen muss, erklären wir anhand des Beispiels KfW-Effizienzhaus 70. Konkret erhalten Sanierer hierbei zinsgünstige Kredite (ab 0,75 Prozent) in Höhe von bis zu 100.000 Euro. Hinzu kommt ein Tilgungszuschuss, dessen Höhe sich nach dem KfW-Standard richtet. Im Falle einer Sanierung zum KfW-Effizienzhaus 55 sind das bis zu 27.500 Euro.

Die Eckdaten zum Förderprogramm 151 zusammengefasst:

  • Zinsgünstiger Kredit in Höhe von max. 100.000 Euro je Wohneinheit
  • Zinssatz von 0,75 Prozent
  • Zinsbindung von zehn Jahren
  • Tilgungszuschuss von bis zu 27,5 Prozent (bis max. 27.500 Euro) 

Programm 152 bei Einzelmaßnahmen und mehr  

Anders als das Programm 151 erhalten Sanierer beim Programm 152 auch den Zuschuss für die Heizung, wenn sie ihr Haus nicht vollständig zu einem KfW-Effizienzhaus ausbauen. Hier reichen sogenannte Einzelmaßnahmen aus. Als Einzelmaßnahme gilt unter anderem die Erneuerung oder Optimierung der Heizungsanlage. Auch die Wärmedämmung von Wänden, Dachflächen und Geschossdecken fällt unter diese Kriterien. Eine ausführliche Auflistung förderfähiger Einzelmaßnahmen finden Sie am Ende des Artikels. Die maximale Kredithöhe beträgt hier allerdings nur 50.000 Euro. Auch der Tilgungszuschuss ist im Vergleich zum Programm 151 deutlich geringer.

Die Eckdaten zum Förderprogramm 152 zusammengefasst:

  • Zinsgünstiger Kredit in Höhe von max. 50.000 Euro je Wohneinheit
  • Zinssatz von 0,75 Prozent
  • Zinsbindung von zehn Jahren
  • Tilgungszuschuss von 7,5 Prozent (bis max. 3.750 Euro)
  • Heizungspaket: 12,5 Prozent (bis max. 6.250 Euro)
Eine Frau sucht am Laptop nach dem KfW-Zuschuss für Heizung
© peshkov | Fotolia

Seit April 2018 bestehen ein paar Änderungen bei der KfW: So gibt es keine kostenfreien Sondertilgungen mehr für die Programme 151/152. Zudem wurde die provisionsfreie Bereitstellungszeit auf sechs Monate verkürzt.

Die KfW-Programme 430 und 433

Auch wenn die beiden Programme des KfW-Zuschusses für Heizung mit der Zahl „Vier“ anfangen, verfolgen sie zwei unterschiedliche Ziele. Das Programm 430 sieht Zuschüsse für die Heizungsmodernisierung vor, unabhängig davon, welchen Energieträger die Heizungsanlage nutzt. Das Programm 433 hingegen ist ausschließlich für die Förderung der Brennstoffzelle da. 

KfW-Programm 430 - Investitionszuschuss  

Wie der Name es bereits verrät, erhalten Hausbesitzer und Sanierer mit dem KfW-Programm 430 den einmaligen Investitionszuschuss für die Sanierung zum KfW-Effizienzhaus oder für Einzelmaßnahmen. Bei der Sanierung zum KfW-Effizienzhaus 55 beispielsweise gibt es 30 Prozent Zuschuss, maximal jedoch 30.000 Euro. Bei der Durchführung von Einzelmaßnahmen beträgt der Zuschuss allerdings nur zehn Prozent der förderfähigen Kosten, wobei die maximale Grenze bei 5.000 Euro pro Wohneinheit liegt.

Greifen Hausbesitzer und Sanierer hingegen zu einem sogenannten Heizungs-/Lüftungspaket, steigt die Zuschusshöhe auf 15 Prozent. Unter einem Heizungspaket ist der Austausch einer ineffizienten durch eine effiziente Anlage in Verbindung mit einer optimierten Einstellung zu verstehen Z.B. ein Hochtemperaturkessel wird durch ein Brennstoffzelle ausgetauscht. Das Lüftungspaket beschreibt die Kombination des Einbaus von Lüftungsanlagen mit mindestens einer weiteren förderfähigen Maßnahme an der Gebäudehülle.

Die Eckdaten zum Förderprogramm 430 zusammengefasst:

  • Einmaliger Zuschuss
  • Zehn Prozent der förderfähigen Kosten
  • Max. bis zu 5.000 Euro je Wohneinheit
  • Auszahlung erst ab 300 Euro
  • Heizungspaket: 15 Prozent und max. 7.500 Euro pro Wohneinheit

KfW-Programm 433 – Zuschuss Brennstoffzelle  

Wer sich für den Kauf einer Brennstoffzellen-Heizung entscheidet, für den kommt der Zuschuss für Heizung in Form des Förderprogramms 433 infrage. Konkret erhalten Antragsteller bis zu 28.200 Euro Zuschuss, wobei der Mindestförderbetrag bei 5.700 Euro liegt. Die Förderhöhe richtet sich nach der elektrischen Leistung (brutto) in kW. Förderfähig sind in der Regel Brennstoffzellen-Heizungen mit einer elektrischen Leistung von 0,25 bis 5,0 kW.

Die Eckdaten zum Förderprogramm 433 zusammengefasst:

  • Einmaliger Zuschuss bestehend aus Basisförderung und Bonusförderung
  • Bis zu 40 Prozent der förderfähigen Kosten
  • Die Basisförderung beträgt 5.7000 Euro
  • Der leistungsabhängige Teil beträgt 450 Euro je 100 Watt elektrische Leistung
  • Gesamtwirkungsgrad bei Inbetriebnahme höher als 82 Prozent
  • Vollwartungsvertrag über zehn Jahre ist Voraussetzung

Ausführliche Informationen hierzu liefert der Beitrag Förderung Brennstoffzelle.

Das KfW-Förderprogramm 167 - Ergänzungskredit

Wenn Hausbesitzer und Sanierer nach dem KfW-Zuschuss für Heizung suchen, dann sollten sie sich das KfW Programm 167 nicht außer Acht lassen. Das Besondere an diesem Förderprogramm ist, dass es sich mit den Zuschüssen vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) kombinieren lässt. Konkret erhalten alle Antragsteller Fördermittel, wenn sie ihre Heizungsanlage in Wohngebäuden auf erneuerbare Energien umstellen. Dazu gehören Solarthermie-Anlagen mit bis zu 40 Quadratmetern Bruttokollektorfläche, Wärmepumpen und Biomasseheizungen wie zum Beispiel Pelletheizung, Holzvergaser oder Hackschnitzelheizung. Wichtig ist, dass die Systeme die Fördervoraussetzungen des BAFA erfüllen. Trifft Letzteres zu, erhalten Antragsteller bis zu 50.000 Euro Ergänzungskredit pro Wohneinheit zu günstigen Konditionen (ab 1,25 Prozent Effektivzins, 4-10 Jahre Laufzeit und 10 Jahre Zinsbindung).

KfW-Zuschuss für Heizung richtig beantragen

Beim KfW-Zuschuss für Heizung gibt es eine grundsätzliche Unterscheidung zwischen Kredit und Zuschuss. Die Kredite sind nicht direkt bei der KfW, sondern über die eigene Hausbank zu beantragen. Letztere gibt den eigentlichen Antrag an die KfW und leitet nach dessen Bewilligung den Kredit an den Hausbesitzer bzw. Antragsteller weiter. Für die Zuschüsse hat die KfW hingegen ein eigenes Zuschussportal eingerichtet.

Wichtig: Für beide Fördervarianten setzt die KfW voraus, dass die Anträge immer zusammen mit einem zugelassenen Energieberater zu beantragen sind. Dieser muss in der Liste der Energieeffizienz-Experten des Bundes eingetragen sein. Außerdem sind die Anträge immer vor dem Vorhabenbeginn zu stellen. 

Weitere staatliche Zuschüsse für Heizung

Wie bereits erwähnt, gibt es neben der KfW auch andere Institutionen. Die bekannteste davon ist das BAFA. Den größten Zuschuss für eine Heizung erhalten Hausbesitzer und Sanierer, wenn sie auf erneuerbare Energieträger setzen. Je nach Maßnahmen sind hier Fördermittel in Höhe von 4.500 Euro und mehr möglich. Wie diese Maßnahmen im Detail aussehen und welche Bedingungen das BAFA stellt, erklärt der Beitrag Förderung für die neue Heizung

Welche Kriterien für die Bewilligung der KfW-Förderung erfüllt werden müssen, erklärt der Artikel "Die KfW Förderung der Heizung und ihre Kriterien".

Überblick über die förderfähigen Einzelmaßnahmen

Im Folgenden finden Sie einen Überblick über all jene Einzelmaßnahmen, die Sie sich im Rahmen der Programme 152 und 430 durch die KfW fördern lassen können.

In Bezug auf den Austausch der Heizung:

  • Ausbau und Einbau eines Gas- oder Öltanks, inklusive Entsorgung des alten Tanks
  • Erstanschluss an eine öffentliche Gasversorgungsleitung
  • Ausbau der alten Heizung, inklusive Entsorgung dieser
  • Austausch des Heizkessels, Pufferspeichers, der Heizflächen
  • Erstmaliger Einbau einer zentralen Anlage
  • Austausch sowie Einbau von Thermostatventilen
  • Einbau einer Fußboden- oder Wandheizung
  • Im Zuge eines Austauschs: hydraulischer Abgleich, Dämmung des Heizungsrohrsystems
  • Einbau von hocheffizienten Umwälz- und Zirkulationspumpen
  • Einbau von Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik
  • Erneuerung des Schornsteins vor allem beim Umstieg auf Brennwerttechnik
  • Einrichtung eines Heizraums oder notwendige bauliche Maßnahmen im Heiz- und Kesselraum
  • Einrichtung von Bevorratungsbehältern für Biomasseanlagen

Bezüglich der Optimierung der Heizung:

  • Durchführung eines hydraulischen Abgleichs, um die Anlage zu optimieren
  • Ist-Zustand im Rahmen eines Heizungs-Checks nach DIN EN 15378 feststellen
  • Bestehende Pumpen durch Hocheffizienzpumpen ersetzen
  • Einbau voreinstellbarer Heizkörperthermostatventile
  • Ersatz sowie erstmaliger Einbau von Pufferspeichern
  • Erstmalige Installation von Flächenheizungen
  • Alte Heizkörper durch Niedertemperaturheizkörper austauschen
  • Nachträgliche Dämmung von Heizungsrohren
  • Aufrüstung von Niedertemperatur- zu Brennwertkesseln: Einbau von zusätzlichen Wärmetauschern und Anpassung des Schornsteins
Bild unseres Autoren Minh Duc Nguyen
Fazit von Minh Duc Nguyen
Neben dem BAFA können Hausbesitzer mit dem KfW-Zuschuss für Heizung die Investitionskosten teils stark abfedern. Bis auf das Förderprogramm 167 sind die meisten Fördermittel nicht mit anderen kombinierbar. Wichtig bei der Antragstellung ist die Zusammenarbeit mit einem zugelassenen Sachverständigen für Energieeffizienz.        
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