Der Energieverbrauch im Vergleich

Um zu ermitteln, ob der eigene Energieverbrauch besonders hoch, durchschnittlich oder niedrig ausfällt, kann dieser mit dem Energieverbrauch des im Folgenden dargestellten Einfamilienhauses verglichen werden. Ausgegangen wird von einem klassischen, alleinstehenden Einfamilienhaus, dessen Strom- und Wärmeverbrauch aufgezeigt wird.

In einem Einfamilienhaus, das mit vier Personen bewohnt wird, kann von einem durchschnittlichen Energieverbrauch von etwas mehr als 30.000 Kilowattstunden pro Jahr ausgegangen werden. Der mit Abstand größte Teil entfällt auf die Bereitstellung von Wärme und Warmwasser. Rund 25.000 Kilowattstunden werden Jahr für Jahr dafür aufgewendet, dass es innerhalb der eigenen vier Wände warm genug ist und stets warmes Wasser zur Verfügung steht. Auf den Strom entfallen rund 5.200 Kilowattstunden.

Was können Verbraucher überhaupt mit einer Kilowattstunde anfangen? Um ein Gefühl dafür zu vermitteln, sollen die folgenden Beispiele herangezogen werden: Eine Kilowattstunde reicht beispielsweise dazu aus, um 5 Stunden ununterbrochen am PC zu arbeiten. Mit einer kWh lässt sich zudem eine Energiesparlampe mit 20 Watt 50 Stunden lang betreiben. Außerdem können mit einer Kilowattstunde bis zu 9 Liter Tee aufgebrüht werden.

Die Stromkosten im Energieverbrauch Vergleich

Zeichnung eines Hauses zur Darstellung des Energieverbrauch

Der Stromverbrauch unterliegt natürlich entsprechenden Schwankungen, die davon abhängig sind, wie viele Personen in einem Haushalt leben. Wie oft sie sich im Haus aufhalten und welche elektronischen Geräte sie dort nutzen, spielen auch eine wichtige Rolle. In einem Ein-Personen-Haushalt sollte der Verbrauch maximal 1.900 kWh pro Jahr betragen, um noch im Landesdurchschnitt zu liegen. Deutlich zu hoch wäre er bei 2.300 kWh pro Jahr. In einem Zwei-Personen-Haushalt liegt der Energieverbrauch beim Strom meist zwischen 2.600 und 3.300 kWh pro Jahr. Übersteigt er 4.000 kWh pro Jahr, ist von einem überdurchschnittlich hohen Verbrauch auszugehen. Es sollte dann über Einsparmöglichkeiten nachgedacht werden.

Über den Stromverbrauch lassen sich auch schnell Rückschlüsse hinsichtlich der damit verbundenen Kosten ermitteln. Im Jahr 2016 lag der Strompreis im Schnitt bei 28,69 Cent pro Kilowattstunde. Bei den oben erwähnten 1.900 Kilowattstunden in einem Ein-Personen-Haushalt ergäben sich somit Kosten in Höhe von rund 545 Euro pro Jahr. In einem Vier-Personen-Haushalt mit 5.500 kWh pro Jahr würden die Kosten auf 1.577 Euro ansteigen.

Die Heizkosten im Energieverbrauch Vergleich

Einen weit größeren Posten machen die jährlichen Heizkosten aus. Etwa 70 Prozent des jährlichen Energiebedarfs werden für die Bereitstellung von Wärme und Warmwasser aufgewendet. Verbraucher, die Kosten einsparen möchten, sollten daher diesen Bereich bevorzugt betrachten, denn hier sind die Einsparpotenziale in der Regel am größten.

Der mit Abstand beliebteste Brennstoff, der in Deutschland aktuell zum Beheizen der eigenen vier Wände eingesetzt wird, ist Erdgas. Der durchschnittliche Brennstoff- bzw. Energieverbrauch liegt bei etwa 16 m³ pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr. Dieser Wert entspricht ziemlich genau 160 kWh. Der Verbrauch pro Quadratmeter wird höher, je älter das betreffende Haus ist. Das hängt in der Regel mit der schlechteren Dämmung zusammen.

Gemäß der Energieeinsparverordnung (EnEV) liegt der Energieverbrauch eines Gebäudes mit 140 m², welches bis zum Jahr 1977 gebaut wurde, bei rund 28.000 kWh pro Jahr. Bei Gebäuden, deren Baujahr bis hin zum Jahr 2002 reicht, lässt sich mit 14.000 kWh pro Jahr schon ein deutlich geringerer Wert feststellen. Ein KfW-Effizienzhaus lässt den Verbrauch noch weiter absinken, nämlich auf beachtliche 8.400 kWh pro Jahr. Spitzenreiter ist jedoch das Passivhaus mit einem Energieverbrauch von nur noch 2.100 kWh für denselben Zeitraum und einer Fläche von 140 m². Im Jahr 2016 lag der durchschnittliche Gaspreis bei 7,02 Cent je Kilowattstunde. In einem alten Haus, das bis 1977 gebaut wurde, entstünden demnach Kosten in Höhe von rund 1.966 Euro. Zum Vergleich: In einem KfW-Effizienzhaus käme jährlich noch ein Betrag von knapp 590 Euro zusammen. Im Passivhaus würden die jährlichen Heizkosten schon auf unter 150 Euro sinken.

Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Was tun bei einem zu hohen Energieverbrauch? Sind die Heizkosten zu hoch, empfiehlt sich in den meisten Fällen die Investition in eine neue Heizung. Anhand der oben dargestellten Beispiele zeigt sich, wie viel Geld sich sparen lässt. Hier gilt der Grundsatz: Je älter das bestehende System, desto höher das Einsparpotenzial durch ein modernes Heizsystem.

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