Der Energiebedarfsausweis liefert wertvolle Informationen

Vorgehensweise und Form eines Energiebedarfsausweises werden in der Energieeinsparverordnung (EnEV) festgelegt. Erfassen soll dieser immer die energetische Qualität, wobei die Kriterien hierfür umfassender und realitätsbezogener als beim Energieverbrauchsausweis sind. Dafür ist der Bedarfsausweis teurer. Anfordern kann ihn aber grundsätzlich jeder.

Warum existiert der Energiebedarfsausweis?

Steigende Energiepreise führen dazu, dass auf den zu erwartenden Energiebedarf ein immer größeres Augenmerk gelegt wird. Vor allem Neubauten sind davon betroffen, da an diese einerseits hohe Standards gestellt werden und andererseits historische Daten fehlen. Indem der Energieverbrauchsausweis den reell zu erwartenden Energiebedarf angibt, können sich Mieter und Eigentümer gleichermaßen besser auf ihre Heizkosten einstellen. Da sowohl Gebäudetechnik als auch alle dämmenden Elemente, wie beispielsweise die Fenster, erfasst werden, liefert der Bedarfsausweis den Erfahrungen nach ein ausgesprochen präzises Bild.

Eine Hand hält einen Energiebedarfsausweis in die Höhe
© vege | Fotolia

Welche Daten werden hierfür erfasst?

Ein Termin vor Ort ist zwingend notwendig. Seriöse Dienstleister, die solch einen Ausweis ausstellen, besichtigen die Immobilie daher immer mit eigenen Augen und erfassen alle notwendigen Daten. Normalerweise erstellt der Architekt den Bedarfsausweis noch während der Bauphase, da er selbst am besten weiß, welche Elemente und welche Art von Dämmung verbaut sind. Das trifft vor allem auf die Neubauten zu. Bei Altbauten kann ihn der Architekt selbstredend nicht mehr während der Bauphase erfassen. Hier wird die Immobilie von ausgewiesenen Experten umfassend überprüft. Das Ziel ist immer, den realen Energiebedarf so präzise wie nur möglich zu ermitteln. Sinnvolle Sanierungsmaßnahmen können ebenfalls im Energiebedarfsausweis festgehalten werden.

Der Energiebedarfsausweis liefert ein ganzheitliches Bild

Gebäudetechnik und Wärmedämmung spielen eine tragende Rolle. Unter anderem wird das Heizsystem untersucht, um festzustellen, wie viel bereitgestellte Wärme mit welcher Effizienz tatsächlich genutzt werden kann. Brennwertheizungen verbessern die Effizienz beispielsweise nachhaltig, da die Abgaswärme nicht über den Schornstein nach außen geführt, sondern weiter genutzt wird. Zudem gilt es festzustellen, wie viel Wärme ein Haus speichert und wie viel Wärme nach draußen gelangt. Dem Energiebedarfsausweis geht daher eine Vielzahl gesammelter Daten voraus, anhand dieser dann ein ganzheitliches Bild ermittelt und festgehalten wird.

Wann wird so ein Energiebedarfsausweis notwendig?

Der Gesetzgeber gibt hier ganz klare Richtlinien vor. Verpflichtend ist er lediglich bei Neubauten mit einem Baujahr nach 2008. Die Ausnahme bilden noch Altbauten, in denen sich weniger als fünf Wohneinheiten befinden und die Wärmeschutzverordnung nicht eingehalten wird. Sie benötigen diesen präzisen Energiebedarfsausweis ebenfalls. Die Wärmeschutzverordnung gilt als "nicht eingehalten", wenn der Dämmstandard von 1977 bis heute immer noch nicht erreicht wurde. Altbauten, in denen die Wärmeschutzverordnung eingehalten wird und die über mehr als fünf Wohnungen verfügen, können zum Energieverbrauchsausweis greifen. Eine verbindliche Pflicht existiert bei diesen aber nicht.

Wer stellt den Energiebedarfsausweis aus?

Wie bereits eingangs erwähnt, ist das bei Neubauten meist der Architekt. Ansonsten können diesen aber auch hauptberufliche Energieberater, qualifizierte Handwerker erstellen. Die Kosten für einen seriös erstellten Energiebedarfsausweis beziffern sich bei derartigen Dienstleistern auf mindestens 400 Euro. Sehr günstige Angebote, teilweise ohne Besichtigung vor Ort, gelten hingegen nicht als seriös und sollten daher ignoriert werden. Ohne diese Besichtigung lässt sich kein authentisches Bild des Bedarfs zeichnen.

Heizung.de Autor Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Im Vergleich zu einem Energieverbrauchsausweis liefert der Energiebedarfsausweis genauere Angaben zur energetischen Qualität des Gebäudes. Bei Neubauten erstellt meist der Architekt den Ausweis. Bei Altbauten müssen Experten die genauen Daten durch präzise Überprüfungen vor Ort ermitteln.

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