Durchlauferhitzer - Warmwasser nach Bedarf

Ein Durchlauferhitzer ermöglicht es, warmes Wasser in einem Haushalt ganz nach Bedarf zur verfügung zu stellen ohne große Speicher oder dergleichen. Weil sie vergleichsweise klein, kompakt und einfach zu installieren sind, erfreuen sich die Geräte großer Beliebtheit. Zugleich stehen sie jedoch häufig als Stromfresser in der Kritik. Doch was zeichnet diese Geräte aus, welche Arten sind zu unterscheiden und worauf sollten Sie beim Kauf eines Durchlauferhitzers achten?

Durchlauferhitzer: Einsatzbereiche, Arten und Funktionsweise

Es gibt zwei Möglichkeiten, Warmwasser für den Haushaltsbedarf zu bereiten. Entweder wird Wasser in einem Warmwasserspeicher über längere Zeit auf konstanter Temperatur gehalten, oder aber mithilfe eines Durchlauferhitzers erst unmittelbar vor Gebrauch auf die gewünschte Temperatur erwärmt. 

Durchlauferhitzer kommen üblicherweise dann zum Einsatz, wenn die Installation eines Warmwasserspeichers aus Platzgründen ungünstig ist oder wenn so wenig heißes Wasser benötigt wird, dass sich die Speicherung nicht lohnt. Der Pluspunkt der Durchlauferhitzer gegenüber Warmwasserspeichern ist, dass das Wasser bedarfsgerecht erwärmt wird und daher keine Energieverluste durch die Speicherung entstehen. Zudem gibt es weniger Leitungs- und Zirkulationsverluste bei der dezentralen Warmwasserbereitung über einen Durchlauferhitzer als bei einer zentralen Anlage. 

Nachteilig ist, dass das kalte Wasser, das sich in der Leitung befindet, erst ablaufen muss, bevor Warmwasser aus dem Hahn nachströmt. Es kann daher einige Zeit dauern, bis das Wasser in gewünschter Temperatur bereitsteht. 

Durchlauferhitzer arbeiten entweder mit Strom oder Gas

Durchlauferhitzer an der Wand: Ein typisches Beispiel für einen Durchlauferhitzer elektronisch.
© ras-slava / Fotolia

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen elektrisch und gasbetriebenen Durchlauferhitzern. 

  1. Elektrische Durchlauferhitzer: Für den Betrieb eines Elektro-Durchlauferhitzers ist ein Drehstromanschluss erforderlich. Das Gerät verfügt über einen Heizblock, in dem das durchfließende Kaltwasser an Heizwendeln erwärmt wird. Elektrische Geräte sind nahezu wartungsfrei und werden üblicherweise nur dezentral an einer Entnahmestelle montiert. 
  2. Gas-Durchlauferhitzer: Gasbetriebene Geräte erwärmen das Wasser hingegen mithilfe eines Gasbrenners, der durch einen sogenannten Piezozünder eingeschaltet wird. Das Kaltwasser fließt in Röhren mit Lamellen über der Gasflamme und wird auf diese Weise erhitzt. Gasdurchlauferhitzer bedürfen einer regelmäßigen Wartung und Kontrolle durch den Schornsteinfeger, die Brennräume müssen von Zeit zu Zeit gereinigt werden. 

Steuerung: Elektronische oder hydraulische Durchlauferhitzer, wo ist der Unterschied?

Doch nicht nur nach der Art, wie das Wasser in einem Durchlauferhitzer erwärmt wird, kann unterschieden werden; auch nach der Einstellung beziehungsweise der Steuerung. So kann diese sowohl bei gas- als auch bei strombetriebenen Geräten auf hydraulische oder elektronische Weise erfolgen. 

  • Hydraulische Durchlauferhitzer funktionieren abhängig vom Wasserdruck. Für den Betrieb ist daher eine bestimmte Mindestdurchflussmenge erforderlich. Die Leistung wird stufenweise geschaltet, was zu Temperaturschwankungen führen kann. Ebenfalls kann es zu einem plötzlichen Temperaturabfall kommen, wenn ein zweiter Wasserhahn geöffnet wird. 
  • Bei elektronisch gesteuerten Modellen lässt sich die gewünschte Temperatur hingegen am Gerät stufenlos vorab auswählen. Außerdem arbeiten diese Geräte unabhängig vom Wasserdruck, sie halten die Temperatur daher besser und bieten somit einen höheren Komfort.

Kombithermen: Warmwasser und Heizung in einem Gerät vereint

Sogenannte Kombithermen erwärmen sowohl das Wasser, das durch die Rohre der Heizung fließt, als auch jenes für den Haushaltsbedarf. An den Durchlauferhitzer ist daher ein Heizkreislauf angeschlossen. Oft hängt die Kombitherme dort, wo am meisten warmes Wasser benötigt wird, etwa im Badezimmer oder in der Küche. Das Warmwasser kann jedoch auch in weiter entfernten Räumen entnommen werden. Üblicherweise werden Kombithermen mit Erdgas, manchmal auch mit Flüssiggas betrieben. Für den Betrieb mit anderen Energieträgern wie Heizöl oder Fernwärme eignen sie sich nicht. 

Höherer Wasserverbrauch möglich

Der Vorteil von Kombithermen ist der etwas geringere Platzbedarf sowie der verringerte Gas- und Wasserverbrauch im Vergleich zu getrennten Anlagen. Verglichen mit einem dezentral montierten elektrischen Durchlauferhitzer kann es jedoch etwas länger dauern, bis warmes Wasser an der jeweiligen Zapfstelle zur Verfügung steht. Das führt in der Folge zu einem höheren Wasserverbrauch. Das lässt sich unter anderem mit gut isolierten Leitungen etwas abmildern.

Kosten für den Durchlauferhitzer

Elektrische Durchlauferhitzer sind in der Anschaffung meist günstiger als die gasbetriebenen Varianten. Die Preise fangen bei etwa 130 Euro an und erreichen so gut wie nie die Grenze von 1.000 Euro. Aber dafür schlagen die Betriebskosten ordentlich zu Buche. Denn der Strompreis liegt weitaus höher als der Gaspreis. Und elektrische Durchlauferhitzer gelten als Stromfresser. Tatsächlich benötigen die Geräte viel Strom - jedoch nur dann, wenn sie in Betrieb sind. Wird aber nur wenig Warmwasser benötigt, so können die tatsächlichen Verbrauchskosten gering ausfallen. Anders sieht es natürlich aus, wenn täglich hohe Wassermengen durch den Durchlauferhitzer fließen. 

Badezimmer mit einem Durchlauferhitzer an der Wand
© Viessmann

Betriebskosten bei elektrischen und gasbetriebenen Durchlauferhitzern

Wie hoch die Betriebskosten tatsächlich anfallen, ist pauschal gar nicht zu beantworten. Denn neben der Durchlaufmenge entscheidet auch, welche Schaltstufen der Leistung die Bewohner nutzen. So gibt es in der Regel zwischen drei und fünf Schaltstufen, die dementsprechend die Berechnung zum Stromverbrauch eines Durchlauferhitzers einzubeziehen sind. Gleiches gilt natürlich für den Gasverbrauch. 

Um den tatsächlichen Verbrauch zu berechnen, gibt es verschiedene Wege. 

  • Der eine ist jener, welcher die Leistungsstufe und die Durchlaufregelung mit einbezieht. 
  • Eine andere Variante bezieht sich eher auf Werte, die sich auf die im Haushalt lebenden Personen bezieht. Zur Orientierung dienen in jedem Fall die aktuellen Durchschnittspreise für Gas und Strom. Gas liegt momentan bei ca. 6,20 Cent pro Kilowattstunde und Strom bei 32,2 Cent (Stand: April 2019). 

Im Übrigen: Im Vergleich zu älteren hydraulischen Durchlauferhitzern können vollelektronische Modelle bis zu 20 Prozent der Energie einsparen. Aus diesem Grund gibt es ein staatliches Förderprogramm, welches bis Ende 2021 läuft und auf 4.000 energieeffiziente Geräte insgesamt beschränkt ist. Mehr dazu erfahren Sie unter Förderung für Durchlauferhitzer. Die Kosten für eine Therme liegen teils deutlich über denen eines elektrischen oder gasbetriebenen Durchlauferhitzers. 

Ratgeber rund um den Durchlauferhitzer

Der Einsatz des Durchlauferhitzers ist vielfältig und es sind viele Modelle am Markt. Aufgrund dessen ist die Themendichte um dieses Gerät sehr hoch. 

ThemenKurzbeschreibung
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Heizung.de Autor Philipp Hermann
Fazit von Philipp Hermann
Durchlauferhitzer können elektrisch oder mit Gas betrieben werden, Kombithermen erwärmen zusätzlich das Heizungswasser. Die Geräte sind kostengünstig, wenn vergleichsweise wenig Warmwasser benötigt wird. Bei einem hohen Bedarf können sich die Energiekosten empfindlich im Geldbeutel bemerkbar machen.
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