Der Brennwert – Effizienz für erprobte Technik

Gas-, Holz- oder Ölheizungen sind schon lange am Markt verfügbar und dadurch immer zuverlässiger geworden. Mit der Brennwert-Technik erreichen sie heute auch eine besonders hohe Effizienz. Denn diese macht es möglich, nahezu die gesamte Energie eines Rohstoffs für die Gebäudebeheizung nutzbar zu machen. Was der Brennwert eigentlich ist, wie er genutzt werden kann und welche Heizsysteme mit ihm ausgestattet werden können, erklären wir in den folgenden Abschnitten

Der Brennwert – Was ist das eigentlich?

Der Brennwert, der früher auch oberer Heizwert (Ho) genannt wurde, ist ein Maß für die gesamte, in einem Stoff gespeicherte Wärme. Er gibt an, wie viel der Energie eines Brennstoffs durch die Verbrennung und die Abkühlung der dabei entstehenden Abgase gewonnen werden kann. Wichtig zu wissen ist, dass ein Teil der Wärme nur dann genutzt wird, wenn der im Abgas enthaltene Wasserdampf tatsächlich auch kondensiert – also bei der Abkühlung als Wasser ausfällt. Als Zahlenwert gibt man den Wert in der Regel in Kilojoule (kJ) oder Kilowattstunden (kWh) bezogen auf eine bestimmte Masse oder ein bestimmtes Volumen an.

Zum besseren Verständnis: Die Einheit Joule steht allgemein für eine Energie- oder Wärmemenge. 10.000 Kilojoule entsprechen dabei 2,7 Kilowattstunden – der Energiemenge, die in etwa für die Warmwasserbereitung einer halb vollen Badewanne benötigt wird.

Darstellung des Brennwert

Was unterscheidet den Brennwert vom Heizwert?

Anders als der Brennwert bezeichnet der Heizwert eines Brennstoffs, der früher auch unterer Heizwert (Hu) genannt wurde, allein die bei der Verbrennung frei werdende Wärmeenergie. Die sogenannte Kondensationswärme, die durch das Ausfallen von Wasser aus den gekühlten Abgasen freigesetzt wird, bleibt dabei unberücksichtigt. Daher ist der Betrag des Heizwertes generell niedriger als der Brennwert.

Interessant ist, dass der Wirkungsgrad eines Brennwertgerätes rechnerisch über 100 Prozent liegen kann. Grund dafür ist auch hier die Rückgewinnung der Kondensationswärme. Die bleibt im Betrag des Heizwertes unberücksichtigt. In der Praxis kann eine Heizung natürlich nie mehr Energie nutzbar machen, als ihr in Form von Brennstoffen zur Verfügung steht.

Wie kann der Brennwert genutzt werden?

Um den Brennwert beim Heizen nutzen zu können, wird das Abgas gekühlt. Und zwar so weit, bis ein Großteil des darin befindlichen Wasserdampfs kondensiert und als flüssiges Wasser ausfällt. Möglich wird das, in dem die heißen Abgase über einen vom Rücklaufwasser durchflossenen Wärmeübertrager geführt werden. Die Wirkung ist dabei umso besser, je niedriger die Temperatur des Rücklaufwassers ist. Das heißt: Damit der Brennwert effektiv genutzt werden kann, muss auch das Heizsystem geeignet sein. Geringe Temperaturen können dabei zum Beispiel mit ausreichend groß dimensionierten Heizkörpern oder Flächenheizungen erreicht werden.

Vor allem in älteren Gebäuden können die Temperaturen des Heizsystems auch gesenkt werden. Das geht, indem ein hydraulischer Abgleich durchgeführt wird. Der Brennwert-Effekt wird somit verbessert und die Heizkosten sinken weiter.

Welche Heizungen mit Brennwerttechnik gibt es?

Die Brennwert-Technik gibt es heute für nahezu alle, auf einer Verbrennung basierenden Heizgeräte. Neben Öl- oder Gas-Brennwertheizungen, die inzwischen zum Standard im Heizungsvergleich geworden sind, gibt es die moderne und effiziente Technik auch für andere Heizungsarten. Dazu gehören Stückholz-, Pellet- oder Hackschnitzelheizungen oder Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung – meist sogar als Nachrüstsatz.

Soll eine alte Heizung durch eine neue mit Brennwert-Effekt ersetzt werden, muss meist auch das Abgassystem saniert werden. Denn durch die Kondensation des Wassers muss dieses vor allem feuchteunempfindlich sein. Außerdem ist auch ein Kanalanschluss nötig, um das entstehende Kondensat abzuleiten.

Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Nutzt eine Heizung den Brennwert, also auch die im Abgas gespeicherte Energie, kann ihr Wirkungsgrad meist spürbar gesteigert werden. Das führt nicht nur zu fallenden Heizkosten, sondern auch zu einer Entlastung der Umwelt. Denn neben dem Verbrauch der eingesetzten Brennstoffe sinkt auch der CO2-Ausstoß.

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