Thermostatventil: Richtig einstellen und Wunschtemperatur genießen

Das Thermostatventil ist der dicke, weiße Drehknopf, der an jedem Heizkörper einer Zentralheizung zu finden ist. Es ist vom normalen Schraubventil einfach zu unterscheiden: Das Schraubventil, welches nur den Zustrom von Warmwasser durch den Heizkörper öffnet oder schließt, ist wesentlich kleiner als das Thermostatventil. Doch was passiert eigentlich, wenn Sie das Thermostatventil - den Drehknauf der Heizung - hochdrehen? Und welche Stufe stellen Sie am besten ein, um die Wunschtemperatur zu erreichen?

Die Funktionsweise eines Thermostatventils

Ein Thermostatventil besteht aus einem Drehgriff, dem Heizungsthermostat, einer Druckfeder und einer Schließeinheit. Das Thermostat kann durch eine kleine Gasdruck-Feder, ein Bimetall oder ein Wachsschmelz-Modul konstruiert sein, wie man sie auch in Fahrzeugen findet. In der nachstehenden Infografik wird dargestellt, was passiert, wenn Sie das Thermostatventil aufdrehen:

Abbildung Funktionsweise Thermostate
©heizung.de

Anstatt den Zulauf des Warmwassers durch den Heizkörper direkt zu öffnen oder zu schließen, bewirkt ein Drehen am Griff des Thermostatventils lediglich eine Änderung der Druckspannung der Feder auf die Schließeinheit. Je höher die Temperatur am Griff eingestellt wird, desto mehr entspannt sich die Druckspannung auf die Schließeinheit. Je weniger Kraft die Feder dann aufbringt, desto leichter lässt sie sich durch das Thermostat öffnen. Diese vollmechanische Regelungseinheit ist sehr zuverlässig. Dennoch kann sie im Laufe der Jahre verschleißen. Denken Sie also daran, auch die Thermostatventile prüfen zu lassen und zu gegebener Zeit auszutauschen. 

Thermostatventil richtig einstellen

Um effizient zu heizen, lohnt es sich das Thermostatventil richtig zu bedienen. Dabei ist es wichtig, die Zahlen auf dem Thermostatkopf zu berücksichtigen. Auf diese Weise können Sie genau die Wunschtemperatur für jeden Raum einstellen. Die folgende Grafik zeigt Ihnen, was die zahlen bedeuten und in welchem Raum die entsprechende Temperatur bestenfalls zu wählen ist.

Was die Zahlen auf dem Thermostat bedeuten anhand einer Infografik.
©heizung.de

Typische Fehler an einem Thermostatventil

Ein typischer Fehler an einem Thermostatventil ist eine Verklemmung der Schließeinheit. Dies lässt sich meistens ganz einfach beheben: Der Drehgriff ist nur handfest am Heizkörper verschraubt und lässt sich einfach entfernen. Die Schließeinheit ist nun sichtbar. Es sollte ein kleiner Stift zu sehen sein, der sich leicht eindrücken lässt. Falls der Stift nicht zu sehen ist, kann er mit einem Kriechöl, beispielsweise WD-40 oder Caramba, und leichtem Klopfen mit einem Gummihammer wieder gangbar gemacht werden. Normalerweise ist eine Schmiermaßnahme für mehrere Jahre ausreichend.

Der Drehgriff selbst kann aber im Lauf der Zeit ebenfalls verschleißen. Vor allem die Federn im Innern können durch Überalterung an Kraft verlieren oder das Thermostat selbst nimmt Schaden. In dem Fall ist es am einfachsten und günstigsten, das Thermostatventil komplett auszutauschen. Bei der Gelegenheit kann man es auch gleich gegen ein moderneres wie ein programmierbares oder intelligentes Ventil ersetzen.

Thermostatventile austauschen gegen neue intelligente Ventile

Ein modernes Heizungsventil bietet umfangreiche Komfortfunktionen an. Diese Geräte sind heute mit Digitalanzeige und sogar mit Sende-Empfangseinheiten verfügbar. Damit lässt sich nicht nur die Raumtemperatur auf das Grad genau einstellen. Mit Funktionen zum Timing oder sogar Fernsteuerung lässt sich die Heizung punktgenau nach Bedarf einstellen. Es ist mit diesen Features nicht mehr notwendig, die Wohnung den ganzen Tag zu beheizen, wenn man es bei der Rückkehr von der Arbeit warm haben möchte. Mit einem Timer oder einer Steuerung via Smartphone kann man die Heizung dank Smart Home punktgenau so einstellen, dass die Wohnung erst bei der Heimkehr auf Wohlfühltemperatur aufgeheizt wurde.

Optimierte Bedienung der Thermostatventile: Hydraulischer Abgleich

Ein hydraulischer Abgleich ist eine Maßnahme, mit der die Wassermenge für jeden Heizkörper optimiert werden kann. Eine Zentralheizung ist ein geschlossenes System mit Heizkörpern, Leitungen und Ventilen. Im Normalfall bekommt jeder Heizkörper gleich viel Wasserdruck. Es macht aber einen Unterschied, ob sich der Heizkörper im Erdgeschoss oder unter dem Dach befindet. Denn das Heizwasser nimmt grundsätzlich den Weg des geringsten Widerstands. Ohne einen Abgleich besteht die Gefahr, dass die Zentralheizung die Heizkörper zu schnell oder zu langsam mit Warmwasser versorgt. Mithilfe eines hydraulischen Abgleichs können die Durchflussmenge und der Wasserdruck für jeden Heizkörper optimiert werden.

Notwendig wird ein hydraulischer Abgleich grundsätzlich bei Neu-Installation einer Heizungsanlage und wenn sich der Wärmebedarf eines Gebäudes stark verändert. Das ist mitunter der Fall, wenn Sie bestimmte Sanierungsmaßnahmen vornehmen lassen. Die ersten Schritte eines hydraulischen Abgleichs bestehen nämlich darin, für jeden Raum die benötigte Wärmeleistung zu bestimmen. Den Werten entsprechend wird der Vor- und Rücklauf der Heizkörper eingestellt.

Heizung.de Autor Philipp Hermann
Fazit von Philipp Hermann
Mithilfe des Thermostatventils lässt sich sehr genau die gewünschte Temperatur in einem Raum regeln. Dabei gibt es mittlerweile ergänzende Komfortfunktionen, welche die Bedienung erleichtern. Ebenso ist die Integration in ein Smart-Home-System möglich.
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