Das Thermostatventil ermöglicht intelligentes Heizen

Das Thermostatventil ist der dicke, weiße Drehknopf, der an jedem Heizkörper einer Zentralheizung zu finden ist. Es ist vom normalen Schraubventil einfach zu unterscheiden: Das Schraubventil, welches nur den Zustrom von Warmwasser durch den Heizkörper öffnet oder schließt, ist wesentlich kleiner als das Thermostatventil. Außerdem haben Thermostatventile eine stark geriffelte Oberfläche und sichtbare Öffnungen. Dies brauchen diese Regler, um einen Abgleich zwischen Außentemperatur und Gradzahl des Wassers im Heizkörper herzustellen.

Radiator mit Thermostat und Thermostatventil

Die Funktionsweise von einem Thermostatventil

Ein Thermostatventil besteht aus einem Drehgriff, einem Heizungsthermostat, einer Druckfeder und einer Schließeinheit. Das Thermostat kann durch eine kleine Gasdruckfeder, ein Bimetall oder ein Wachsschmelz-Modul konstruiert sein, wie man sie auch in Fahrzeugen findet.

Anstatt den Zulauf des Warmwassers durch den Heizkörper direkt zu öffnen oder zu schließen, bewirkt ein Drehen am Griff des Thermostatventils lediglich eine Änderung der Druckspannung der Feder auf die Schließeinheit. Je höher die Temperatur am Griff eingestellt wird, desto mehr entspannt sich die Druckspannung auf die Schließeinheit. Je weniger Kraft die Feder dann aufbringt, desto leichter lässt sie sich durch das Thermostat öffnen. Diese vollmechanische Regelungseinheit ist sehr zuverlässig. Dennoch kann sie im Laufe der Jahre verschleißen.

Typische Fehler an einem Thermostatventil

Ein typischer Fehler an einem Thermostatventil ist eine Verklemmung der Schließeinheit. Dies lässt sich meistens ganz einfach beheben: Der Drehgriff ist nur handfest am Heizkörper verschraubt und lässt sich einfach entfernen. Die Schließeinheit ist nun sichtbar. Es sollte ein kleiner Stift zu sehen sein, der sich leicht eindrücken lässt. Falls der Stift nicht zu sehen ist, kann er mit einem Kriechöl, beispielsweise WD-40 oder Caramba, und leichtem Klopfen mit einem Gummihammer wieder gangbar gemacht werden. Normalerweise ist eine Schmiermaßnahme für mehrere Jahre ausreichend.

Der Drehgriff selbst kann aber im Lauf der Zeit ebenfalls verschleißen. Vor allem die Federn im Innern können durch Überalterung an Kraft verlieren oder das Thermostat selbst nimmt Schaden. In dem Fall ist es am einfachsten und billigsten, das Thermostatventil komplett auszutauschen. Bei der Gelegenheit kann man es auch gleich gegen ein moderneres Ventil ersetzen.

Features moderner Thermostatventile

Ein modernes Thermostatventil bietet umfangreiche Komfortfunktionen an. Diese Geräte sind heute mit Digitalanzeige und sogar mit Sende-Empfangseinheiten verfügbar. Damit lässt sich nicht nur die Raumtemperatur auf das Grad genau einstellen. Mit Funktionen zum Timing oder sogar Fernsteuerung lässt sich die Heizung punktgenau nach Bedarf einstellen. Es ist mit diesen Features nicht mehr notwendig, die Wohnung den ganzen Tag zu beheizen, wenn man es bei der Rückkehr von der Arbeit warm haben möchte. Mit einem Timer oder einer Steuerung via Smartphone kann man die Heizung dank Smart Home punktgenau so einstellen, dass die Wohnung erst bei der Heimkehr auf Wohlfühltemperatur aufgeheizt wurde.

Sinnvolle Ergänzung zum Thermostatventil: Der hydraulische Abgleich

Ein hydraulischer Abgleich ist eine zusätzliche Vorsteuerung, mit der die Wassermenge für jeden Heizkörper optimiert werden kann. Als geschlossenes, hydraulisches System ist die Zentralheizung mit ihren Heizkörpern, Leitungen und Ventilen lange Zeit recht einfach aufgebaut worden. Jeder Heizkörper hat gleich viel Wasserdruck bekommen. Es macht aber einen Unterschied, ob sich der Heizkörper im Erdgeschoss oder unter dem Dach befindet. Ohne Abgleich besteht die Gefahr, dass die Zentralheizung die Heizkörper zu schnell oder zu langsam mit Warmwasser versorgt. Mit Hilfe eines hydraulischen Abgleichs können die Durchflussmenge und der Wasserdruck für jeden Heizkörper optimiert werden.

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